Spitalzusammenarbeit mit neuem Partner?

An die Ärzteschaft Spital Zweisimmen

An die IG Spital-Versorgung Simmental–Saanenland

An die Belegschaft Spital Zweisimmen

Werte Ärzteschaft und Belegschaft, werte IG Spital-Versorgung

Mit meinem Leserbrief geht es darum, einen möglichen Weg aufzuzeigen, wie die Spitalversorgung im Obersimmental und Saanenland auch in Zukunft sicherzustellen ist.

Wir sind überzeugt, dass ein Akutspitals am Standort Zweisimmen mit einem finanziell und medizinisch starken und unabhängigen Partner die weitaus beste Spitalzusammenarbeit und für den Steuerzahler auch günstigste Lösung wäre. Es geht auch um Arbeitsplätze und um das Gefühl der Sicherheit für die Bevölkerung, welches von einem kompetenten Ärztenetzwerk und einem leistungsstarken Spital ausgeht.

Es geht um Partnerschaft, um kritische Grösse einer Unternehmung, um gegenseitige Wertschätzung, um die wirtschaftliche Stärke einer ganzen Region.

Haben sich die Vertreter des Spitals Zweisimmen schon einmal Gedanken darüber gemacht, die weitere Existenz der Gesundheitseinrichtung zusammen mit einem etablierten und bereits heute in der Bevölkerung des Simmentals und Saanenlandes gut integrierten Privatspitals in Bern sicherzustellen. Schon allein eine gegenseitige Absichtserklärung, würde der Dynamik der Verhandlungen neues Leben einhauchen und den «Marktwert» des Spitals Zweisimmen schlagartig vervielfachen.

Es geht darum, aufzuzeigen, wie gross und bedeutend das Einzugsgebiet Obersimmental und Saanenland für eine Spitalunternehmen ist.

Denkbar wäre z.B. eine Weiterführung der Akutversorgung am Spital Zweisimmen im bisherigen Rahmen, eine enge und produktive Zusammenarbeit der niedergelassenen Ärzte mit dem Spital Zweisimmen und z.B. einem Privatspital in Bern. Das Spital auf dem Platz Bern müsste die Zusicherung einer finanziellen Absicherung des Standortes Zweisimmen für die nächsten Jahre geben; im Gegenzug würden die Patienten, welche nicht in Zweisimmen abschliessend behandelt werden können, in die Klinik nach Bern überwiesen – und nicht mehr, wie bis jetzt üblich, nach Thun.

Das Spital Zweisimmen müsste aus dem Verband STS herausgelöst werden. Der Versorgungsauftrag des Kantons an das Spital Zweisimmen, resp. der Klinik in Bern in Zusammenarbeit mit Zweisimmen (Art der Gesellschaft müsste genauer definiert und juristisch abgeklärt werden) müsste weiterhin erteilt werden. Eine Verweigerung des künftigen Versorgungsauftrages seitens des Kantons dürfte aufgrund der politischen Brisanz nicht möglich sein.

Die bisherige Unterstützung der Politik und des Stammhauses in Thun, die Art und Weise, wie diese bis anhin kommuniziert und praktiziert wurde, liess und lässt den Eindruck entstehen, als ob eine Weiterführung des Spitals Zweisimmen auch aus finanziellen Überlegungen nicht attraktiv wäre. Wir sind überzeugt, dass dem nicht so ist. Die zukünftige Versorgung des Obersimmentals und des Saanenlandes ist für ein Unternehmen durchaus interessant. Die Herausforderung liegt im Bilden eines funktionierenden Netzwerkes, welches durch alle Beteiligten (Niedergelassenen Ärzte, Spitalärzte, Pflegefachkräfte, Gemeinden usw.) auch ideell unterstützt werden kann.

Mit freundlichen Grüssen

Th. Rieder, Dr. med., Think-Thank Gesundheitspolitik Kanton Bern.