Trotz Misstrauen Zustimmung in Leuthard-Röhre gross

Wenn wir am 28. Februar darüber entscheiden, ob eine zweite Röhre durch den Gotthard gebohrt werden soll, beschäftigt mich eine zentrale Frage: Dürfen Lastwagen und Autos auch in Zukunft wirklich in beiden Tunnels nur je eine Spur befahren, obwohl doch zwei Spuren vorhanden wären? Eine Erhöhung der Kapazität stünde im Widerspruch zum Alpenschutz-Artikel in der Bundesverfassung, sprich wäre verfassungswidrig. Die Befürworter der zweiten Röhre betonen immer wieder: Eine Öffnung der dereinst vorhandenen zusätzlichen Fahrbahnen komme nicht in Frage. Auch dass die EU eine solche Öffnung erzwingen könnte, sei unbegründet. Nur gerade 35 Prozent einer repräsentiven Umfrage glauben daran. 59 Prozent der befragten Deutschschweizer glauben diesen Aussagen nicht. In einer (nicht-repräsentativen) Umfrage des Tages Anzeiger sind es sogar 85 Prozent, welche nicht daran glauben. Das Paradoxe daran ist ja, dass immer noch über 60 Prozent des Schweizer Stimmvolks für eine 2. Gotthardröhre sind. Bundesrätin Doris Leuthard meint es sicherlich ehrlich, daran zweifle ich nicht. Aber an den anderen Figuren, welche sich an vorderster Front für eine 2. Röhre stark machen. Herr Giezendanner macht keinen Hehl daraus, dass sein Ziel eine Kapazitätserhöhung am Gotthard ist. Ist ja auch legitim für einen Fuhrhalter dieser Grösse. Franz Steinegger, 1994 noch für die Alpeninitiative (es standen Wahlen an), sieht bedeutende Aufträge auf sein Bauunternehmen zukommen. Als Verwaltungsratspräsident des Bauzulieferers Spaeter Ticino SA ist CVP-Ständerat Fillipo Lombardi nicht ganz unbefangen. Halten wir es mit den Gewinnern der letzten Parlamentswahlen – im Zweifelsfall nein zur 2. Gotthardröhre. Roland Fuhrer, Zweisimmen