Kürzungen von Bundesgeldern für die Viehzuchtförderung

Viehexportförderung sollte zur Chefsache werden

Kürzlich machte ein Bericht vom Bundesamt für Landwirtschaft die Runde, dass nur noch reinrassiges Vieh gefördert und der Zahlungsrahmen um fünf Millionen Franken gekürzt werden soll. Auch bei mir als überzeugter Simmentaler Reinzüchter löst das Kopfschütteln aus. Ebenso die Begründung, der Viehexport sei ein Grund dafür.

Im Gegensatz zu den EU-Staaten verweigert das Bundesamt für Landwirtschaft dem Viehexport die Unterstützung, leider auch knapp im Parlament. Die dafür notwendigen Mittel von ca. fünf Millionen Franken hätten von bereits bewilligten Krediten angezapft werden können, dafür wäre kein neuer Kredit notwendig gewesen! Die Nachfrage für Schweizer Rindvieh im EU-Raum und auf der übrigen Welt ist deutlich vorhanden. Im Inland trägt dies zur Stabilisierung des Nutz- und Zuchtviehs bei. Für das Berggebiet, das auf die Vieharbeit angewiesen ist und welches zur Einkommensförderung beiträgt, ist dies von besonderer Bedeutung.

Grossmundig verkündigt das Bundesamt für Landwirtschaft, dass auch die Unterstützung der Beständeschauen gekürzt werden soll. Dadurch könnte man meinen, dass die Beständeschauen (lokale Viehschauen) flächendekend durchgeführt werden. Tatsache ist aber, dass Beständeschauen nur noch im Kanton Bern und einem anderen Kanton durchgeführt werden. Diese «Sparmassnahme» würde hauptsächlich den Kanton Bern treffen. Die Beständeschauen im grossen Agrarkanton Bern hat immer noch einen hohen Stellenwert. Neben viehzüchterischem Wert sind diese auch wichtig für den Vieh-Absatz, der Alp Kultur, den Tourismus und trägt auch dazu bei, den Kontakt zur nicht landwirtschaftlichen Bevölkerung zu pflegen. Da Bundesrat Johann Schneider-Ammann selber im Besitz eines Bauernbetriebs ist oder war, sollte die Zuchtförderung und die Förderung des Viehexportes zur Chefsache werden und so diesem Vorhaben zum Durchbruch verhelfen. Hermann Scheiben, Boltigen