Wie «man» Befürworter verhindert

Es stimmt sehr sehr nachdenklich, wie leicht es einem Menschen fallen kann, alle, die nicht genau so denken wie er selber, als «Gutmenschenbrei» zu brandmarken, nicht im stillen Kämmerlein, sondern öffentlich in einem Leserbrief.

Es ist auch sehr schwer, auf eine (Un-)Menge von aneinander gereihten und in schwer verständliche «Zusammenhänge» verschachtelte Schlagwörter in kurzen Worten einzugehen. Um den Rahmen nicht zu sprengen, reicht es nur für einige Gedanken (Zur äusserst fragwürdigen Verknüpfung von Einwanderung und Energie nur Folgendes: Wenn die Einwanderung am zu grossen Energieverbrauch schuld ist, dann müssten konsequenterweise alle ausgewanderten Schweizer aufgefordert werden, in die Schweiz zurückzukehren - 10 Prozent der Menschen mit Schweizer Pass leben im Ausland und belasten die Energieversorgung und die Infrastruktur ihrer Gastländer !).

Schlagwort «Verhinderer»: Wenn es eine Chance gegeben hätte, Katastrophen wie in Tschernobyl und Fukushima zu VERHINDERN, dann wäre ich fürs Leben gern ein Verhinderer ! Wir Atomenergiegegner wurden aber schon vor 40 Jahren als Verhinderer bezeichnet, weil wir nämlich den Fortschritt und das gute Leben verhindern, welche uns die Atomenergie bringt…

Ich verhindere nicht, ich handle: Dank unseren Sonnenkollektoren können wir auf einen Elektroboiler für das Warmwasser verzichten, dank ihnen läuft unsere Heizung ca 6 bis 8 Wochen pro Jahr weniger und entlastet damit die Umwelt. Mit unserer neuen Photovoltaik-Anlage (und dank dem gedämmten Dach mit entsprechend weniger Heizungs-Pumpeneinsatz) können wir mehr als die gesamte Strommenge, welche uns die BKW tagsüber liefert, wieder zurückliefern. Insgesamt produzieren wir rund drei Viertel der Strommenge, die wir verbrauchen. Dabei hat uns die Denkmalpflege sehr gut unterstützt. Obwohl unser Haus im Inventar eingetragen ist, war das Einverständnis mit einem kurzen Telefonanruf gesichert !

Übrigens könnte «die stärkste politische Kraft im Lande» ihre beklagte Isolation aufheben, sich ganz einfach den ökologischen Gutmenschen anschliessen und die KEV-Kasse (Kostendeckende Einspeisevergütung) so äufnen helfen, dass die 9000 kleinen Photovoltaikprojekte, welche wegen Geldmangel auf der Warteliste sind, verwirklicht werden könnten. Damit liesse sich mehr als eines der Schweizer AKW’s bereits einsparen.

Ich verhindere nicht, ich wähle: Mit den 20 Millionen, die ein Wasserkraftwerk Laubegg kosten würde, könnte die selbe Strommenge mit Subventionen für Kleinanlagen eingespart (Kollektoren) oder dezentral produziert werden (Photovoltaik). Das würde - ganz im Gegensatz zum WKW Laubegg ! - über Jahre hinaus Arbeitsplätze in der Region sichern (Spengler, Elektriker, Zimmermann/Dachdecker, Architekten, Holzindustrie, Transport usw.) und ca. 80 - 100 Millionen Franken an Folge-Investitionen auslösen. Damit würde einer ganzen Reihe von Unternehmen ermöglicht, ihr Einkommen naturschonend zu verdienen!

Ich zerstöre nicht Natur, ich möchte sie erhalten: Nicht nur die kleinen, aber wunderbaren Naturereignisse wie der Laubeggfall können mit den geschilderten Energiemassnahmen erhalten werden, sondern auch die grossartige Naturlandschaft an der Grimsel. Die Pumpspeicherung der unregelmässig anfallenden Sonnenenergie lässt sich mit den in Angriff genommenen technischen Erneuerungen und mit unterirdischen Anlagen zu einem sehr grossen Teil erreichen.

Erst wenn alle Sparmassnahmen und alle naturschonenden Renovationen und Bauten ausgeschöpft sind, sollten wir über die Opferung von Naturlandschaften diskutieren. Ich bin aber zuversichtlich, dass das nicht nötig sein wird - zusammen mit allen Menschen, die eine Zerstörung der Natur und unserer Lebenswelt VERHINDERN wollen. Gusti Pollak, Boltigen