Wie viele Todesfälle braucht es, bis die Swissmedic handelt?
Laut Pressemitteilungen gab es in der Schweiz seit 1990 vier dokumentierte Todesfälle mit dem Verhütungsmittel Diane 35 oder einem Generikum davon. Vermutet wird jetzt ein weiterer Todesfall in der Schweiz. Wie denkt die schweizerische Zulassungsbehörde swissmedic darüber?
Laut Pressesprecher sei ein Verbot von diesem Präparat «kein Thema»!!!
Sind vier dokumentierte Todesfälle von vermutlich jungen Frauen eigentlich nicht Grund genug, um ein solches Präparat zu verbieten? Wie viele tote junge Frauen braucht die swissmedic bis sie handelt? In Frankreich soll das Präparat vom Markt genommen werden. Für die Schweiz ist dies «kein Thema». Mit diesem Verhalten beweist die swissmedic einmal mehr, dass die Unabhängigkeit von der Pharma Lobby wohl nur auf dem Papier besteht.
Für mich ist dieses Verhalten ein echter Skandal. Vier vermutlich junge Frauen sterben und niemand macht etwas dagegen… wo ist die überforderte Konsumentenschützerin, wo sind die kritischen Journalisten, und wo ist eine gewissenhaft handelnde swissmedic?
Jeder Todesfall ist ein Fall zu viel, wenn Alternativen auf dem Markt sind. Die Alternativen bestehen zum Beispiel in der Pille der «zweiten Generation». Diese beinhalten ein deutlich geringeres Risiko.
Noch eine Randnotiz. Seit ungefähr den ersten dokumentierten Todesfällen von Diane 35 sind zum Beispiel die Verkaufsauflagen von Huflattich (Blüten und Blätter) so stark erhöht worden, dass diese faktisch zu einem Verkaufsverbot geführt haben. Bei den pflanzlichen Präparaten genügt eine Studie die Organschäden nachweist für ein faktisches Verkaufsverbot. Todesfälle mit Huflattich sind nach meinen Informationen keine dokumentiert… Bei Diane 35 reichen vier dokumentierte Todesfälle für ein Verkaufsverbot nicht aus. Ich hoffe, dass der Bevölkerung und den zuständigen Politikern «in Bern» langsam die «Augen auf» gehen, und dass gehandelt wird. Peter Eberhart, Erlenbach