Zählt Treue nicht mehr?

Seit über 20 Jahren bin ich Eigentümer einer kleinen Wohnung in Zweisimmen. Es ist für uns selbstverständlich, dass wir für alle fünf Familienmitglieder jährlich ein Saisonabo Gstaad Mountain Rides lösen, welches uns, mit dem Ausnützen des Vorverkaufrabatt, immer noch stolze 3300 Franken kostet; also in diesen vielen Jahren weit über 50 000 Franken.

Ich hatte immer Verständnis dafür, dass wir keinen «Einheimischen» Tarif gelten machen durften, bezahlen wir ja nur Liegenschafts- und Quellensteuer, Kurtaxe, Abwasser,- Abfall, Fernseh- und viele anderen Gebühren, aber keine Einkommenssteuern. So gut so recht.

Seit dem Lesen der Ausgabe der SIMMENTAL ZEITUNG Nr. 42 von letzter Woche verstehe ich die Welt nicht mehr: Da wirbt in einem Inserat die Gstaad Mountain Rides mit einem Vorzugstarif für das Niedersimmental und den Verwaltungskreis Thun. Ich nehme an, dass diese Kundschaft nur zum Skifahren kommt. Das heisst, weil ich nur Zweit-Wohnungsbesitzer bin, in Zweisimmen einkaufe, sei es für den täglichen Lebensbedarf oder die gesamte Skiausrüstungen und vieles anderes, übernachte, die Wirtschaften besuche, Firmenanlässe organisiere und etwa zwei Monate jährlich dort lebe, werde ich massiv bestraft.

Als Bewohner der beworbenen Gebiete würde ich für meine Familie 2300 Franken bezahlen, als «nur» Teilzeit-Zweisimmer aber 3300 Franken. Diese Rechnung geht für mich nicht mehr auf. Ich verstehe, dass die Unternehmen innovativ sein müssen und neue Kunden suchen, aber nicht mit einem Rabattunterschied von 40% gegenüber Dauergästen.

Offensichtlich sind wir Zweit-Wohnungsbesitzer sowieso eine Spezies die es zu eliminieren gilt, siehe die eidgenössische Abstimmung. Nur weiter so, Sie sind auf dem besten Weg noch die letzten treuen Kunden zu vergrämen und zu vertreiben. Da können Sie auch gleich die Anlässe und Ehrungen von treuen Stammgästen weglassen und das Geld anderweitig verwenden. Das erstmalige Ausweichen auf ein anderes, ebenso nahe gelegenes Skigebiet reizt wirklich. Rudolf Siegfried, Ittigen bei Bern

Wir danken den Zweitwohnungsbesitzern für ihre Treue

Gstaad Mountain Rides hat mit der Einführung eines Vorzugstarifs für das Niedersimmental und den Verwaltungskries Thun auf die Gegebenheiten im Markt reagiert. Interne Auswertungen haben ergeben, dass Gstaad Mountain Rides in diesen Gebieten in den letzten Jahren massiv an Marktanteilen eingebüsst hat. Mit diesem neuen und attraktiven Vorzugstarif ist Gstaad Mountain Rides auch im Niedersimmental und im Verwaltungskreis Thun wieder wettbewerbsfähig. Ziel ist, die verlorenen Marktanteile wieder zurück zu gewinnen.

Mit der Einführung eines Vorverkaufs-Rabatts von 50% für Kinder und Jugendliche auf das Saisonabonnement hat Gstaad Mountain Rides klar auch die Familienbudgets in allen Tarifkategorien entlastet. Davon profitieren alle Kinder und Jugendlichen unter 24 Jahren (bisher nur bis 20 Jahre, der Jugendtarif wurde auf alle Jugendlichen unter 24 Jahre ausgedehnt). Gstaad Mountain Rides wird mit all diesen Anpassungen noch attraktiver für Familien und Jugendliche. Kinder unter 9 Jahre fahren bei Gstaad Mountain Rides schon seit langem gratis. Neu wurde auch der Seniorentarif auf Mehrtageskarten ausgedehnt, früher galt dieser nur auf Tageskarten.

Zweitwohnungsbesitzer profitieren auch von all diesen Vorteilen und Anpassungen im Tarifsystem von Gstaad Mountain Rides. Gstaad Mountain Rides ist sich aber bewusst, dass der Tarif für Zweiwohnungsbesitzer überprüft werden muss: Treue zählt auch bei Gstaad Mountain Rides. Wir werden alle Zweitwohnungsbesitzer der Region ab dem Winter 2013/2014 mit einem interessanten Angebot für ihre Treue belohnen.

Armon Cantieni,
Direktor BDG, Vorstand GMR