Grüne Gedanken im Januar
Klimawandel hin oder her, das Festtagstauwetter ist fast die Regel. Dies bestätigen die Aufzeichnungen der Fachleute.
Warum das so ist, gibt es noch keine wissenschaftliche Erklärungen. Fast schafften es die Christrosen im Freiland, auf die Festtage hin zu blühen. Die Knospen sind schon eine Weile halboffen. In einigen Wochen werden sich ebenfalls die Lenzrosen entfalten.
Beide Gattungen kommen aus der gleichen Familie (Schwarze Wurzeln, ziemlich giftig, kalkliebend und gedeihen am besten im Halbschatten) Frisch gekaufte Topfware stellt man nach der Blüte in einen kühlen hellen Raum und pflanzt sie im Frühling ins Freiland.
Da und dort sieht man bereits grüne Spitzen von den frühsten Schneeglöggli. Mit etwas Verspätung beginnt in den nächsten Tagen der Weihnachtskaktus zu blühen. Trotz zweimaligem Standortwechsel der Pflanze, wurden die Knospen nicht abgestossen. Nach einem starken Rückschnitt vor zwei Jahren, ist die Kamelie wieder in Form und blüht seit Wochen. Das Hellrot der ungefüllten Blüte ist apart. Kamelien mögen keine warme trockene Räume, sie bevorzugen eine kühle helle Umgebung. Bei einem ungünstigen Platz rieseln die Blätter und Knospen. Blühende Hyazinthen mitten im Winter ist eine verrückte Spielerei, aber das Treiben macht Spass. Je drei Zwiebeln auf Gläser und in Töpfen haben während zehn Wochen im Keller lange Wurzelbärte gebildet und nun beginnen die Triebe zu wachsen. Bereits sind die Ansätze der Blüten sichtbar. Bald duftet es im Treppenhaus nach Frühling.
Kurz nach Neujahr haben die Clivien ihre Ruhezeit beendet. Zuerst bilden sie einen neuen Wurzelkranz am Pflanzenhals, stossen dabei gelegentlich das äusserste Riemenblatt ab und anschliessend schiebt sich langsam der Blütenstängel hervor.
Seit jeher leben Menschen nach dem Mondkalender, sie richten sich auch beim Gärtnern danach. Nach meinen Erfahrungen hängt der Erfolg in der Natur aber meistens von der Witterung ab.
Jeweilen um den Jahreswechsel schneide ich bei den Topfprimeln die abgestorbenen Blätter ab. Bald darauf treiben sie neue Blätter und später die Stängel.
Natürlich sehen die Blüten nie so üppig aus wie bei der Gärtnerware, aber sie vertragen eisige Frühlingsnächte. Noch steht viel Lagergemüse im Keller und Vorraum, doch wäre es interessant, selber Keimsprossen zu produzieren.
Die Sortenauswahl ist gross und je nach Vorliebe kann man auswählen. Das nur wenige Tage alte Grün soll die natürlichste Vitalkost sein. Das immergrüne Efeu