Grüne Gedanken im Vorfrühling

Der Winter hielt in den letzten Tagen das Zepter noch fest in der Hand. Von lauen Winden keine Spur und alles Barometerklopfen nützte nichts. Dafür konnte man unabhängig von den Wetterkapriolen die Fenstersimsgärtnerei nach Termin starten. Zuvor wurden die Geranien und Fuchsien geputzt und zurückgeschnitten. Zwar tat es der Nachbarin leid zu sehen, wie die schönen Triebe einfach so eingekürzt wurden. Nun, wenn alles gut läuft, entstehen aus den verbliebenen Augen in einigen Wochen neue kräftige Stängel. Auch die Rosen bekommen anfangs April einen Kurzschnitt verpasst. Schon Ernst Balzli schrieb in seinem bekannten Buch «Bärner Röseler», dass der Pfarrer von Reichenbach in seinem Garten die Rosenbäumchen rigoros gestutzt hat. Viele Pflanzentriebe bringen nicht mehr Blüten, im Gegenteil. Sobald es wärmer wird, wechseln die Blumenkistli an die Helle und Wärme. Bei uns wachsen in zwei grossen Töpfen Fuchsien und Efeupflanzen. Diese Arten vertragen sich gut, aber das Efeu wuchert. Jeden Herbst müssen die Stöcke verkleinert werden. Offenbar gefällt es den Knollenbegonien nicht mehr so gut bei uns, denn in den letzten zwei Jahren blühten sie schlecht und viele Knollen wurden faul. Nun verzichten wir für einige Zeit auf diese Pflanzenart. Für einen optimalen Ertrag müssen die Johannisbeeren jedes Jahr ausgelichtet werden. Alte dunkelbraune Triebe fruchten nur noch schlecht und müssen entfernt werden. Pro Stock genügen 10 bis 15 Ruten. Beim Knospenschwellen bekommen die Obstbäume, Beeren und Rosen die obligate Winterspritzung. Für diese wichtige «Frühjahrsreinigung» gibt es biologische und chemische Produkte. Die ersten Blumen der Etagenzwiebeltöpfe beginnen zu blühen. Sie wurden im Herbst gepackt, frostfrei überwintert und nun stehen sie beim Hauseingang. In schöner Reihenfolge kommen nun die verschiedenen Arten in Flor. Wir sind gespannt, wie der neue Aprikosenbaum, die Cranbeery und Heidelbeersträucher überwintert haben. Alle Pflanzen wurden nach Anleitung gesetzt, gewässert und eingebunden. Die beiden Beerenarten bekamen zudem ein gemeinsames Moorbeet. Obschon die Winterlinge und Blausternchen hübsch sind, muss man sie mit Ausjäten im Zaum halten. Einige Exemplare genügen, um Frühlingsgefühle zu vermitteln. Falls doch bei Gelegenheit warmes Wetter eintreffen sollte, werden die kleinen grauen Schnecken mit dem gelben Bauch rege. Diese schleimigen Dinger sind oft schuld, dass viele Stauden gar nicht richtig zum Austreiben kommen. Mit ständiger Kontrolle und entsprechenden Massnahmen kann man grosse Schäden verhindern. Das immergrüne Efeu