3. bis 9. Klasse der Schule Boltigen feierte ihren Lokalhelden
Boltiger Schülerinnen und Schüler erleben unvergesslichen Tag am Lauberhorn
Für 70 Schülerinnen und Schüler der Schule Boltigen wurde der vergangene Freitag, 16. Januar, zu einem besonderen Erlebnis: Gemeinsam reisten sie nach Wengen, um den Super-G am Lauberhorn live mitzuerleben – und durften dabei einen echten Lokalhelden feiern.
Die Boltiger Schulkinder wurden von Telebärn an der Rennpiste interviewt.
Zum fünften Mal in Folge stand ein Schweizer auf dem Super-G-Podest. Dieses Jahr sorgte Franjo von Allmen, ein echter Simmentaler und ehemaliger Schüler der Schule Boltigen, für grosse Freude: Er raste auf den dritten Platz und begeisterte damit nicht nur die Fans im Zielraum, sondern besonders jene Kinder, die aus seiner eigenen Heimat angereist waren. Mitgekommen waren Schülerinnen und Schüler von der 3. bis zur 9. Klasse, verteilt auf vier Klassen. Insgesamt besuchen rund 130 Kinder die Schule Boltigen, doch nur die rund 70 Kinder der 3. bis 9. Klasse machten sich auf den Weg nach Wengen – wer nicht wollte, durfte in Boltigen bleiben. Für alle anderen wurde der Tag zu einem Highlight des Schuljahres.
Eine Lehrerin erinnert sich an Franjo
Begleitet wurden die Kinder unter anderem von Rahel Trachsel, die selbst keinen eigenen Klassenverband führt, aber früher auch Franjo unterrichtet hat. «Er ging bei uns in die Schule», erzählte sie. «Ich hatte ihn in Deutsch, Englisch und Sport – wobei Sport wohl sein Lieblingsfach war.» An vieles aus dieser Zeit erinnert sie sich noch gut; einzig an den Sportunterricht hat sie weniger klare Erinnerungen. Umso grösser ist heute die Freude darüber, dass ein ehemaliger Schüler nun auf Weltcup-Niveau fährt.
Nähe zu den Athleten –
zumindest manchmal
Die Boltiger Gruppe verfolgte das Rennen dieses Jahr vom Hundschopf aus. Dort gibt es keinen direkten Kontakt zu den Athleten. «In den letzten zwei Jahren waren wir im Zielbereich, da war man etwas näher dran», sagte Rahel Trachsel. Trotzdem war die Stimmung auch dieses Mal grossartig. Ein Glücksfall sind die Gratis-Tickets seit drei Jahren. Bereits zum dritten Mal in Folge erhielt die Schule Boltigen kostenlose Tickets für das Lauberhornrennen – ein Privileg, das nicht selbstverständlich ist. Der Ursprung liegt drei Jahre zurück: Damals gab es am Donnerstag eine Zusatzabfahrt, zu der alle Schulen eingeladen wurden. Seither hält Yvonne Zeller, Lehrerin in Boltigen und Mitglied des Skiclubs, den Kontakt aufrecht. Sie organisiert jedes Jahr die Tickets und die gesamte Koordination. «Sie verdient einen riesigen Dank», betonte Trachsel. «Ohne sie wäre das alles nicht möglich.» Die Boltiger reisten nicht mit dem Zug, sondern bequem mit dem Bus – genauer gesagt mit dem Taxi Samuel aus Boltigen. Auch das gehört zu den kleinen Geschichten, die einen solchen Tag besonders machen.
Ein Podestplatz trotz Fehler – Gesprächsstoff für die Kinder
Viele der Schülerinnen und Schüler waren bereits im letzten Jahr dabei, als Franjo von Allmen seinen Sieg feierte. «Darum sind sie sich schon fast gewohnt, dass er vorne mitfährt», sagte Trachsel schmunzelnd. Dieses Jahr war vor allem eines Thema auf der Rückreise: Wie man trotz eines Fehlers noch aufs Podest fahren kann. Ein Lehrstück in Kampfgeist, Konzentration und mentaler Stärke – und damit ein wertvoller Impuls für die Kinder.
Ein Erlebnis, das bleibt
Für Rahel Trachsel und die ganze Schule Boltigen bleibt der Tag am Lauberhorn ein besonderes Erlebnis. «Alle sind stolz und gespannt, was passiert. Man bekommt mit, wie ein Sportereignis wirklich abläuft – das ist spannend und lehrreich.» Ein Tag voller Emotionen, Gemeinschaft und Inspiration – und vielleicht ein Funken Motivation für die nächste Generation von Berner Oberländer Skitalenten.