Wie 2004:

Der Kanton plant neuerdings Asylbewerber-Einquartierungen auf dem Jaunpass

Ziemlich genau vor sieben Jahren hatte die damalige Berner Polizeidirektorin Dora Andreas die Einrichtung eines Asylzentrums auf dem Jaunpass verkündet. Nun hat ihr Nachfolger, Regierungsrat Hans-Jürg Käser die Idee wieder ausgegraben und will den ehemaligen Militärbunker auf dem Jaunpass wie im Juni 2004 zum Asylheim umfunktionieren. Sprach man 2004 über Einquartierungen von 130–170 Personen, so sollen diesmal noch 80–90 Personen auf dem Jaunpass einquartiert werden.

Unterirdische Truppenunterkunft auf dem Jaunpass als Asyl-Lager?

Unterirdische Truppenunterkunft auf dem Jaunpass als Asyl-Lager?

Polizeidirektor Hans-Jürg Käser hatte die Boltiger Behörden in dieser Woche entsprechend informiert. Der Gemeinderat wird am kommenden Dienstagabend über das weitere Vorgehen beraten. Gemeinderatspräsident Andreas Hutzli will vorher verständlicherweise noch nichts zu diesem Thema sagen.

Es ist davon auszugehen, dass sich wie 2004, auch diesmal die Behörden, die Bevölkerung, die Jaunpass-Anwohner und ihre Gäste, aber auch die Flüchtlings-Organisationen gegen das Ansinnen der Kantonsregierung wehren werden. 2004 funktionierte die Einquartierung nicht. «Die Asylbewerber verliessen den Pass über die Freiburger-Seite und zumeist war der Betreuerstab grösser als die Zahl der Einquartierten», und nachdem das Bedürfnis nach Einweisungen nicht mehr bestand, wurden die Einrichtungen wieder demontiert», erinnert sich Gemeindepräsident Fred Stocker.