Musikgesellschaft Boltigen
Konzert zur Erinnerung an Tschechien
Wappen von Boltigen und der Partnergemeinde Svihof.
Ein erzählendes Konzert über den letztjährigen Besuch in der Boltiger Partnergemeinde Svihof, Tschechien, bot die Musikgesellschaft Boltigen letzten Samstag in der Mehrzweckhalle Reidenbach, unter der Leitung von Marc Mathis. Die Erinnerungen an die lange Reise und an das Dorf, 25 km südlich von Pilsen gelegen, wurden in Musik, Bild und Wort dargeboten, denn eine kommentierte Dia-Show begleitete die passenden musikalischen Darbietungen des Vereins. Als Gastverein waren die Boltiger Musikanten zum Musikfest in Svihov eingeladen. In launigen Worten berichtete der Dirigent, der auch als Reiseleiter amtiert hatte, von der Reise und den Aktivitäten am Festort.
Das Konzert begann mit dem harmonisch interessanten «Boltigmarsch», komponiert vom Boltiger-Posaunisten Hanspeter Janzi (Abfahrt am Donnerstagabend), gefolgt von «Petite Suite de Ballet» von Eric Ball, einem viersätzigen Tonstück, bestehend aus der marschartigen Parade, dem Pas Seul, dem besinnlichem Menuett und dem bewegten Ensemble. Diese Komposition werden die Boltiger am Musiktag in Oberwil vortragen. Damit symbolisierte man die lange Reise auf der Rheintal-Autobahn bis in den Raum Heidelberg, und dann quer durch Deutschland in östlicher Richtung bis zur tschechischen Grenze, wo man die böhmische Region erreichte. Vom bekanntesten tschechischen Blasmusik-Komponisten Julius Fucik hörte man den vierteiligen, abwechslungsreichen Marsch «Herzecovac». Man war also im schmucken Dorf Svihov mit seinen gastfreundlichen Bewohnern angekommen. Schon am Freitagabend wurde konzertiert. Dabei lernten die Boltiger den «Fox-Polka» von Hradecky kennen, der von der einheimischen Dorfmusik gespielt wurde. Also trugen sie ihn auch im aktuellen Boltiger-Konzert gefällig vor. «Furchtlos und Treu» von Fucik spielten sie an der Marschmusik-Demonstration in Svihov und selbstverständlich auch am Samstagabend in der MZH, voller Rasse. Im Hof der berühmten Wasserburg fand das grosse Konzert statt, und Marc Mathis wurde die Ehre zuteil, den Gesamtchor zu dirigieren. «Etwa 230 Musikanten und viele, viele Majoretten traten dabei auf», äusserte sich der Erzähler. Das Gesamtchorstück «Sohaj» (Junges Bürschchen) von Vaclav Vackar wiederholte der Verein auch in Boltigen. Eine halbe Stunde lang konzertierte man im Schlosshof, wobei «The Lincolnshire Poacher», ein Brassstück von Derek Broadbent mit beschwingter Melodie von den tschechischen Zuhörern mit Begeisterung aufgenommen wurde. Auch am Samstag stellte man eine gut heraus gearbeitete Steigerung fest. Sogar das in böhmischen Landen unge- wohnte Alphorn, gespielt von den Brüdern Janzi und Res Vögeli im Trio kam zum Zug. Bestaunt wurden auch die Zugposaunen, die man dort nicht vorfindet. «Going Home» von Mark Knopfler symbolisierte die Abfahrt in Svihov, eine Komposition mit angenehm dargestellten Synkopenreihen. Auf der Rückreise fuhr man über München, parallel zu den Alpen. Dazu passte «Klingendes Alpenland», arrangiert von Rudi Seifert nach Melodien des Alpenland-Quintetts. Endlich fuhren die Boltiger mit «Simmental Grüss Gott» von Armin Baur ins heimische Tal zurück. «Böhmische Tränen» gab es als Zugabe, um die wehmütige Erinnerung an den erlebnisreichen Besuch in Tschechien zu versinnbildlichen.
Zur Unterhaltung spielte dann die Familienkapelle Walker aus Gsteig, wobei sich sogar Senioren, angeregt durch die vortreffliche Tanzmusik, aufs Parkett wagten. Natürlich wurde von der reich dotierten Festwirtschaft auch tschechische Produkte serviert, etwa Pilsnerbier und Gulaschsuppe. Kurz gesagt, ein unterhaltsamer Abend mit vielen Überraschungen. Hans Jungi
Die zufriedenen Musiker nach dem gelungenen Konzert.