Schlittelphase übersprungen
Schon mit zweieinhalb Jahren Stand Sepp Gerber aus Därstetten erstmals auf den Ski. Heute besucht der 17-jährige die Schweizerische Sportmittelschule in Engelberg OW.
«Wie geits ihm und wie isch är dranne» wird die Mutter Barbara Gerber oft gefragt? Nun, der Grund, weshalb man im Berner Oberland so wenig von den guten Resultaten von Sepp Gerber hört sind seine FIS-Rennen. Diese fährt er schon das 3. Jahr. Sie sind ausschlaggebend für den Erfolg und das Weiterkommen der Sportler. Der Internationale Skiverband – International Ski Federation, Fédération Internationale de Ski – wird in allen Sprachen mit «FIS» abgekürzt. Diese Wettkämpfe werden zum Teil auch von Weltcupfahrern bestritten. Sepp Gerber feiert seine Erfolge vor allem im Bündnerland und im Wallis. Im Berner Oberland sind dieses Jahr nur Mürren, Wengen und Saanen Austragungsorte.
Maturitätsabschluss
Mit der AKAD-Lehrmethode erreichen die Schüler in der Sportschule Engelberg eine grosse Selbständigkeit. Wille, Disziplin und Ausdauer sind auch hier gefragt. Der Därstetter hat von morgens 7 Uhr bis abends um 20.30 Uhr durchgehend Programm. Man muss sich den Schulalltag wie in einer normalen Gymerklasse vorstellen, Der Unterschied: Die Klassen sind sehr klein. Je nach Einsätzen auf den Brettern kann es vorkommen, dass nur ein Schüler in der Klasse sitzt. Der Maturitätsabschluss ist auch möglich, wenn dem Maturanden eine Verletzung zustösst.
Raus aus den Federn
Währenddem seine Freunde und Kollegen am Sonntagmorgen das Ausschlafen im warmen Bett genossen, hiess es für Sepp Gerber schon sehr früh aufstehen und die warmen Federn verlassen. Sein Vater Jörg Gerber, wollte nämlich schon um 6 Uhr losfahren Richtung Skipiste. Meistens war der Lasenberg ob Erlenbach (Stockhorngebiet) das Ziel. Aber auch bei jedem Schülerskirennen unterstützte und motivierte er seinen ältesten Sohn. «Während seiner Kindheit war sein Vater sein bester Mentor und Trainer» ist für die Mutter Barbara Gerber klar. Ihr Erstgeborener bestätigt diese Aussage und seine Augen strahlen dabei. «Ich bin mehr für die Hintergrundarbeiten zuständig» fährt die Mutter fort. Gerade kürzlich rückte Sepp mit 5 Paar verschiedenen Skis aus. Disziplin-, Slalom-, Riesenslalom-, Super-G- und Abfahrtsski. Hinzu kommen 3 Paar Reserveskis. Da heisst es Taxichauffeure spielen. Das Einkaufen von Skiutensilien, man denke nur an den vielen Wachs, den es braucht, alles rund um den Computer, Organisatorisches und Administratives gehört einfach zu Drum und Dran im Sportleralltag. Text und Bild: Esther Matter
Sepp Gerber, z.Zt. Sportmittelschule Engelberg.