Die Wasserkraft im Simmental

Im Zeitalter der Energiequellen mit erneuerbarer Energie stehen Wasserkraft, Windenergie, solare Strahlung, Erdwärme und nachwachsende Rohstoffe als Projekte im Vordergrund. Im Simmental steht eine ganze Reihe von Wasserkraft-Projekten in der Planung. Das Kraftwerk an der Laubegg kann realisiert werden, die Kraftwerke am Fermelbach und am Albristbach sind im Konzessionsverfahren. Bald wird die Wasserkraft als eine der saubersten Energien zur grössten Alternativ-Energiequelle im Simmental.

Einlauf-Bauwerk oberhalb des Laubeggfalls (Sicht flussabwärts).

Einlauf-Bauwerk oberhalb des Laubeggfalls (Sicht flussabwärts).

Bereits heute wird die Simme und ihre zufliessenden Bergbäche sinnvoll und mit der Natur im Einklang genutzt. An der Lenk sind es die Kleinkraftwerke im Räzlisberg und am Wallbach. In St. Stephan das zurzeit als neues Projekt aufgelegte Kraftwerk bei den Holzwerken Rieder und das Kleinkraftwerk im Längenbrand. In Erlenbach dann die Zentralen Klusi und Erlenbach der Simmentaler Kraftwerke AG und in Wimmis die Zentrale Simmenfluh von der gleichen Gesellschaft. In Wimmis beim Simmenwehr die Dotierzentrale, die das Restwasser für die Simme zwischen Wimmis und dem Thunersee nutzt. In Wimmis wird auch Wasser aus der Simme für das Kraftwerk Spiez gefasst. Die derzeit im Simmental installierte Leistung (ohne das Kraftwerk Spiez) liegt bei knapp 27 Megawatt, die Jahresenergie liegt etwas über 100 Gigawattstunden. Wollte man die derzeit installierte Wasserenergie durch Sonnenkollektoren ersetzen, müsste eine Kollektorfläche von 270 000 Quadratmetern bereitgestellt werden.

Planung zur Nutzung der Wasserkraft im Simmental

Wasserkraftwerke haben für die Planung einen strengen gesetzlichen Rahmen, den Projektleiter vor der Realisierung berücksichtigen müssen. Sind beiderseits alle Möglichkeiten ausgeschöpft, ist es der demokratische Wille unseres Volkes, dass man den definitiven Entscheid unserer Gerichte und Behörden respektiert.

Das Kraftwerk an der Laubegg hat alle Hürden geschafft und mit dem Bau kann begonnen werden. Wenn der Bau einmal abgeschlossen ist, werden wir vom Kraftwerk nur noch das Einlaufwehr bemerken (siehe Computerbild), das sich gut in die Umgebung einfügt. Die geforderte Mindest-Wassermenge wird im Betrieb immer überschritten werden, der Wasserfall bleibt bestehen. Um dem Naturersatz gerecht zu werden, wird der Simme in der Bumisey unterhalb der Laubegg Raum gegeben, wo sie sich frei entfalten kann (Renaturierung). Die Zentrale wird im Berg unterhalb der Eisenbahnbrücke weitgehend unsichtbar bleiben. Die Energie wird in die bestehende 50 kV Hochspannungsleitung (Ring Simmental-Kandertal) eingespiesen. Es entstehen keine neuen Leitungen.

Ein Blick in die Zukunft

Das Amt für Wasser und Abfall (AWA) meint, dass auch die Stufe Weissenbach zwischen der Garstatt und Erlenbach ein attraktives Potential darstellen würde. Am Anfang des letzten Jahrhunderts wurde dies bereits mehrmals geprüft. Die 200 m Gefälle mit einer Wassermenge von über 15 m³/s wäre die Voraussetzung für ein Wasserkraftwerk mittlerer Grösse, und von der Ökobilanz her sinnvoller als viele Kleinstkraftwerke. Derzeit bestehen nur Vorprojekte und Studien. Wie die Simme in Zukunft genutzt werden kann, wird wohl die Politik entscheiden.

Gerne hätten wir den Energieverbrauch der Energieproduktion gegenübergestellt. Leider war es aber nicht möglich, sowohl die Zahlen der Produktion, wie auch des Verbrauchs zu erhalten. Nur, wie soll die Bevölkerung und die Politik über die beste Energieproduktionsform respektive den Energiemix entscheiden, wenn ihr die Zahlen vorenthalten werden?

Walter Zeller

Einlauf-Bauwerk oberhalb des Laubeggfalls (Sicht flussaufwärts).

Einlauf-Bauwerk oberhalb des Laubeggfalls (Sicht flussaufwärts).

Hier wird das Wasser wieder in die Simme zurück geleitet.

Hier wird das Wasser wieder in die Simme zurück geleitet.