25 Jahre Orgel in der Kirche Diemtigen: Die «Königin» feiert

Die Kirchgemeinde Diemtigen hat das 25-Jahr-Jubiläum ihrer Orgel mit zwei Veranstaltungen gefeiert: einer fachkundigen Orgelvorstellung am 20. März und einem vielseitigen Konzert am 28. März 2026. Beide Abende stiessen auf grosses Publikumsinteresse.

Hans Hofer auf dem Orgelbänkli neben ihm die «Orgelbiebel».

Hans Hofer auf dem Orgelbänkli neben ihm die «Orgelbiebel».

© Walter Küng

Als Einleitung zum Jubiläum haben Hans und Hanni Hofer die «Jubilarin» einer interessierten Zuhörerschaft fachkundig und kompetent vorgestellt. Die Besuchenden erhielten dabei die Gelegenheit, die Orgel in ihrem Inneren zu bestaunen und die Kunst des Orgelspiels hautnah mitzuerleben. Eindrücklich, was Hans über die Geschichte der Kirchenorgel, über deren Bau und Konstruktion – auch über die verschiedenen Typen von Orgeln – ohne jeglichen Leitfaden zu erzählen wusste. Die Orgel in Diemtigen war damals erst die zweite Orgel im Simmental nach St. Stephan. 1795 wurde sie von einem Orgelbauer – und nebenbei bemerkt einem Analphabeten – namens Johan Stölli zum Preis von 4000 Franken gekauft. 1890 wurde die erste Orgel ins Schulhaus Zwischenflüh versetzt und durch eine Buff-Orgel aus Basel ersetzt. Bereits im Jahr 1942 drängte sich ein Neubau auf. Diese hatte leider diverse Mängel und Kinderkrankheiten, sodass bereits im Jahr 2000 – das heisst vor 25 Jahren – die heutige «Jubilarin» zum damaligen Preis von 300000 Franken gekauft und am jetzigen Ort eingebaut wurde, welche nun aber in absehbarer Zeit restauriert werden muss.

Jubiläumskonzert vom 28. März

Mit dem Präludium in C von Johann Sebastian Bach eröffnete der ehemalige Organist am Berner Münster, Heinz Balli, vor einer gut gefüllten Kirche das Konzert. Organisatorin Sandra Tosetti stellte nach der Begrüssung die verschiedensten Klänge und Tonarten aus den neun Registern der Orgel vor, die den Zuhörenden von Heinz Balli eindrücklich vorgeführt wurden. Mit dem ersten Stück des Konzerts, «Echo vom Moos» von Hans-Jürg Sommer, wurden die Anwesenden mit Alphorn und Orgel gedanklich in eine romantische Mooslandschaft versetzt. Der lüpfige, tänzerisch traditionelle «Aemitaler-Marsch», gespielt mit Orgel und Flöte, war für die richtige Stimmung im Kirchenraum besorgt. Fortgesetzt wurde mit dem reigen- und ländlerartigen «Aelplertanz-Totentanz», arrangiert von Sami Lörtscher, am Alphorn, und Sandra Tosetti an der Orgel. Bewegend, dass Sandra mit dem traditionellen «Rössli-Schottisch» ihres leider allzu früh verstorbenen Lebenspartners Jürg Neuenschwander auftrat – sind doch die beiden vor dessen Tod oft gemeinsam aufgetreten. Mit dem ebenfalls aus der Feder von Sami Lörtscher stammenden Stück «Aberot am Aegelsee» konnten sich die Zuhörer in eine Abendstimmung mit untergehender Sonne im Obersimmental beim beliebten Aegelsee versetzen. Abgeschlossen wurde der erste Teil des Konzerts mit dem bestbekannten Stück «Einsamer Hirte» von James Last, arrangiert von Wolfgang Baumgartner.