13. Berner Alpkäse-Meisterschaft

Der Lenker Adrian Zeller siegte in der «Königsklasse»

Der Simmentaler Alpkäse (AOC) ist auch weiterhin das Mass aller Dinge in Sachen Qualität. 15 der 25 an der diesjährigen Berner Alpkäse-Meisterschaft im Berghaus Nüegg vergebenen Medaillen bleiben im Simmental und im Diemtigtal. Der Lenker Adrian Zeller schwang in der Königsklasse Hobelkäse mit dem Punkte-Maximum obenaus. Der frühere Jaunpass-Käser Fritz Gerber-Ramseyer, Schangnau – jetzt auf der Alp Steinenberg – erreichte das Maximum in den Kategorien «Mutschlis» und «Coeur des Alpes». Mit einem interessanten Rahmenprogramm in und um das Berghaus Nüegg boten die Diemtiger Organisatoren den würdigen Rahmen für das Fest.

Die Jury unter der Leitung von Käsefachmann Hanspeter Graf hatte im Berghaus Nüegg die nicht leichte Aufgabe, eine Rekordzahl von mehr als 140 Alpkäse und Mutschlis zu richten. «In einem dreistufigen Ausleseverfahren wurde jeder Käse 21 mal verkostet, bevor man sich auf ein Urteil festlegte», führte der Inforama-Käseberater an der Preisverteilung aus. Er stellte den TeilnehmerInnen ein gutes Zeugnis für ihre gewissenhafte Arbeit aus.

Belohntes einheimisches Schaffen

Mit Elisabeth und Ueli Knutti, Alp Mittelberg, (3. In der Kat. Mutschli), Annemarie Brügger, Alp Hösel (5. Kat. Mutschli) und Christine und Ueli Erb, Alp Gestelen, (10. Kat. Alpkäse) durften drei Diemtigtaler AlpkäserInnen Medaillen in Empfang nehmen. Aber auch als Organisatoren überzeugten die Diemtiger. Als Team hatten sie ganze Arbeit geleistet und rund um die Meisterschaft ein attraktives Festprogramm mit Älplernachtessen, einem Unterhaltungsabend mit der Band «ChueLee», dem Cheese-Run, einem Alpkäse-AOC-Lernpfad, diversen Marktständen und einem wunderschönen Alpaufzug zusammengestellt. Das schlechte Wetter am Sonntag tat der Feststimmung keinen Abbruch. Der Anlass, verbunden mit der Gratisfahrt auf der Wiriehornbahn, lockte zahlreiche Besucher auf Nüegg. Casalp-Präsident Hans-Ueli Burri und Gemeindepräsident Peter Knutti würdigten die Teilnehmer.

Adrian Zeller – Sieger in der Königsklasse

Der Sieg von Adrian Zeller in der Königsklasse «AOC-Hobelkäse» hatte sich angedeutet. Der 38-jährige Ahorni-Alpkäser erreichte im vergangenen Jahr mit seinem Alpkäse aus dem Sommer 2009 in der Kategorie der einjährigen Alpkäse das Punkte-Maximum. Dank guten Keller und bester Pflege ist der Spitzen-Jahrgang inzwischen zum Maximum-Hobelkäse gereift. Der sympathische Lenker Landwirt, Alpkäser und Snowsportlehrer ist ein würdiger Nachfolger seiner Lenker Käser-Kollegen Hedi und Ueli Tritten, die im Vorjahr mit dem Punkte-Maximum gesiegt hatten. Adrian Zeller gibt sich bescheiden: «Meinen Eltern kommt ein grosser Teil des Erfolgs zu. Ohne ihre Mitarbeit wäre die Arbeit nicht zu bewältigen. Gemeinsam betreuen wir das Vieh, stellen den Käse her und bringen die Heuernte ein». Seit 2000 Käser auf dem Ahorni, hat er sich bei der Auswahl seines Wettbewerbs-Käses schwer getan: «Ich war dreimal im Käsekeller und habe mich schlussendlich für einen im September hergestellten Käse entschieden, der mir äusserlich einen sehr guten Eindruck machte. Lieber hätte ich einen eher «chüschtigeren» Juni-Käse eingereicht, aber die sind alle verkauft». Über die Geheimnisse des Erfolgs befragt, meint Adrian Zeller: «Grosse Sorgfalt, sauberes Arbeiten bei der Herstellung und eine gute Lagerung verbunden mit aufmerksamer Pflege sind wichtig. Dann muss natürlich auch die Qualität des Ausgangsprodukts Milch stimmen. Auf dem Ahorni sömmern immer relativ viele frischmelke (neugekalbte) Kühe».

Ernst Hodel