Die Grimmialpbahnen sind gerettet

Der drohende Konkurs der Genossenschaft Grimmialpbahnen Diemtigtal konnte in letzter Minute widerrufen werden. Somit steht den Vorbereitungen auf die kommende Wintersaison nichts mehr im Wege. Die Bevölkerung und alle vor- und nachgelagerten Gewerbebetriebe des familienfreundlichen Wintersportgebiets zuhinterst im Diemtigtal können aufatmen.

Talstation der Grimmialpbahnen.

Talstation der Grimmialpbahnen.

Das Engagement der Projektgruppe war gross. Doch das Ergebnis kann sich sehen lassen. Die intensiven Verhandlungen zwischen Interessenten für einen Weiterbetrieb der Bahn mit den involvierten Ämtern/Gläubigern und dem Konkursamt Berner Oberland konnten nun abgeschlossen werden. Der zuständige Gerichtspräsident leistete heute Donnerstag in Interlaken die entscheidende Unterschrift. Der einstimmige Beschluss der Gemeindeversammlung vom 19. Oktober 2011, vollumfänglich auf das Gemeindedarlehen von 500 000 Franken zu verzichten, sowie die Bereitschaft von Körperschaften und Privatbetrieben aus dem hinteren Tal, per sofort 200 000 Franken neues Kapital zu Zeichnen, stellen ein klares Signal dar, dass die Diemtigtaler ihren Beitrag für den Weiterbetrieb der Bahn leisten wollen. Der Kanton und die involvierte Hausbank leisten nun ebenfalls den im Rettungskonzept definierten Beitrag, obwohl der Bund nach wie vor das Restdarlehen von 187’000 Franken zurück haben will. Der Regierungsrat musste dies anlässlich einer Sitzung vom 9. November 2011 noch bestätigen. Mit der Verkleinerung der Schuldenlast und dem neuen Kapital wird die Genossenschaft wieder handlungsfähig.

Bei den geführten Verhandlungen konnten die Diemtigtaler, in verdankenswerter Weise, auf das grosse Engagement von Adrian Amstutz zählen.

So geht es weiter

Die Vorbereitungsarbeiten für den Winterbetrieb werden nun mit Hochtouren vorangetrieben. Da die Grimmialpbahnen einen schlanken Betrieb aufweisen, ist ein Saisonstart für Weihnachten möglich. Der alte Verwaltungsrat beruft eine Generalversammlung ein. An dieser Versammlung muss eine neue Verwaltung gewählt werden. Ebenfalls wird die Zusammenarbeit mit den Bergbahnen Diemtigtal und Diemtigtal Tourismus weiter optimiert.

Zusammen mit den Möglichkeiten des Naturparks Diemtigtal muss ein nachhaltiger und sinnvoller Sommerbetrieb geprüft werden. Testergebnisse haben gezeigt, dass für den naturnahen Besucher das Wandergebiet Grimmi sehr interessant ist.

Grimmialp – der Geheimtipp für Familien

Die Grimmialp kann auf viele Stammgäste zählen. Sie kennen die Vorzüge der kleinen aber feinen Station. Denn das Gebiet ist ganz auf die Familie ausgerichtet. Wer neben Ski- und Snowboardfahren noch etwas anderes erleben möchte, ist hier richtig. Viel Sonne, übersichtlich und abwechslungsreich, genau das, was sich viele Familien wünschen. Zu den Anlagen gehören eine 3er-Sesselbahn mit Einstiegsförderband, ein leistungsstarker Schlepplift und ein ideal gelegener Kinderlift. Die unteren Pistenbereiche können technisch beschneit werden. Winterwanderwege mit Rätselposten, eine Natureisbahn, Schlittelwege, ein Schneekinderspielplatz mit Skischule und ein Langlaufparadies sowie gemütliche Restaurants und die ganze Unterkunftspalette runden das Angebot ab. Neu wird für Schneeschuhläufer erstmals auch ein markierter Trail angeboten.

Die Tarife können sich auch für Familien sehen lassen.

Tageskarte:
Erwachsene Fr. 39.–
Kinder Fr. 26.–
Junior/Senior Fr. 37.–

Halbtageskarte:
Erwachsene Fr. 36.–
Kinder Fr. 23.–
Junior/Senior Fr. 33.–

Nachmittagskarte
Erwachsene Fr. 30.–
Kinder Fr. 20.–
(Familien erhalten Rabatt)

Bis Ende November können die Saisonabonnemente im Diemtigtal 10% günstiger gekauft werden.

Bergbahnen und Randregionen

Warum hängen die Diemtigtaler so an ihren Skigebieten? Was rein wirtschaftlich für viele auf den ersten Blick nur bedingt rentieren kann, entpuppt sich aber bei genauerer Analyse als effektiver Volkswirtschafts- und Sozialmotor. In vielen Bergtälern und Randregionen entstand mit dem Bau von Skiliften und Bergbahnen, kleine Wirtschaftszentren mit Beherbergungsbetrieben, Restaurants, Nebenverdienstmöglichkeiten und vielen weiteren Kleingewerbebetrieben. Neben direkter Wertschöpfung wird somit auch viel indirekte Wertschöpfung generiert um das Leben in diesen Tälern überhaupt erst zu ermöglichen. Ein funktionierendes soziales und kulturelles Leben, sowie der service public sind Faktoren, die in Randregionen im Gleichgewicht gehalten werden müssen. Fehlt ein Faktor, dreht sich das Rad mittel- und langfristig wieder zurück.