«Dr Wäg zum Chönig» ist jetzt auch digital zu entdecken

Der Naturpark Diemtigtal geht mit der digitalen Ergänzung des Themenweges «Dr Wäg zum Chönig» im Springenboden einen weiteren Schritt zum interaktiven Erleben eines Schweizer Kulturerbes. Von Posten zu Posten erfährt man, was es alles braucht, um Schwingerkönig zu werden – oder eben auch, was die Freude am Schwingen ausmacht. Unterstützt wurde das Projekt unter anderem vom Diemtigtaler Kilian Wenger, Schwingerkönig von 2010, der auch in Videos zu sehen ist. Am Sonntag, 21. Juni fand die offizielle Eröffnung statt.

Visualisierung der neuen App für den Schwingerweg im Springenboden.

Visualisierung der neuen App für den Schwingerweg im Springenboden.

Der Schwingerweg im Springenboden, der 2012 in der Heimat von Schwingerkönig Kilian Wenger eröffnet wurde, war mittlerweile mit seinen vielen Tafeln und Informationen in die Jahre gekommen. «Digitalisieren und Schwingen schliessen sich nicht aus», fand das Projektteam des Naturparks Diemtigtal und machte sich an die Arbeit.

Lebendiges Schweizer Kulturerbe
in der Natur digital erleben

Was braucht es alles, um «Dr Wäg zum Chönig» zu gehen, war der Grundgedanke, so Naturpark-Geschäftsführerin Beate Makowsky an der offiziellen Eröffnung vom letzten Sonntag. Mit der Digitalisierung des Schwingerwegs sollte das Angebot zeitgemäss gestaltet werden. Die Informationen über Schwinger, Verbände und die verschiedenen Schwünge an den einzelnen Posten sind geblieben, wurden aber durch zahlreiche neue Inhalte ergänzt: wie Jungschwinger, Fitness, Technik, mentale Stärke, Frauen im Schwingsport oder Sponsoring.

In Zusammenarbeit mit dem Projektteam des Naturparks Diemtigtal, dem App-Entwickler Fabio Rudolf und Kilian Wenger, Schwingerkönig und Präsident der Schwingersektion Niedersimmental, ist so ein interaktiver Weg entstanden, der spielerisch, mit sehr viel Aktionen, aber in den Rubriken «Wissen», «Info» oder «Video» zu jedem Posten/Thema interessante Informationen liefert.

Was braucht es, um Schwingerkönig zu werden?

Kilian Wenger nimmt jeden an den einzelnen Posten auf dem Schwingerweg mit in die mentale Vorbereitung eines Kampfes und man erfährt, wie ein Gang an einem Schwingfest bewertet wird. Über die sportlichen Aktivitäten, die angeboten werden, lernt man die typischen Elemente des Trainings kennen. Der Weg zeigt auf, was man alles braucht, um «Schwingerkönig» zu werden. Nämlich nicht nur Taktik, Geschicklichkeit und jahrelanges Training. Erfolgreiches Schwingen hat auch viel mit Gelassenheit, mentaler Stärke und dem Umfeld zu tun.

Für die Kinder (und grosse Spielbegeisterte) wurden kleine digitale Spiele in die App integriert und zusätzlich noch ein Kinderrätsel kreiert. Die Kinderflyer sind am Haseloch-Parkplatz, am Start des Weges ausgelegt. Nach erfolgreichem Ausfüllen des Flyers können die Kinder in den umliegenden Gasthäusern ein Geschenk abholen.

Am Sonntag, 21. Juni wurde der Weg offiziell durch die Geschäftsführerin Beate Makowsky eröffnet und auch David Roschi, Schwingerkönig von 1972, liess es sich nicht nehmen, dabei zu sein. Gemeindepräsident Jürg Stucki, Kilian Wenger, und Patrick Waldner, Ressortleiter Kommunikation & Marketing des Eidgenössischen Schwingerverbands, richteten ihre Grussworte an die Anwesenden. Ein Interview von Beate Makowsky mit den Projektgruppenmitgliedern Kilian Wenger und Fabio Rudolf gab Einblicke in die Hintergründe des Projekts.

Die Werte, die Schwingen vermittelt, bleiben aktuell

Wohin geht die Entwicklung des Schwingens in der Zukunft, fragte Beate Makowsky im Interview. «Die Werte, die wir haben und leben dürfen und an denen wir festhalten müssen und dies auch tun», bleiben aktuell und für die Zukunft wertvoll, ist sich Kilian Wenger sicher. «Das Schwingen ist vom Ablauf, vom Kameradschaftlichen her und dem Drumherum seit 1972 gleich geblieben, aber alles andere hat sich entwickelt. Mit den richtigen Funktionären am richtigen Ort, die das ganze lenken können, werden wir sicher nach wie vor Eidgenössische Schwingfeste durchführen können.» Und ja, «die Live-Übertragungen sind beste Werbung für den Schwingsport», so Kilian Wenger schmunzelnd.

Neben dem GrimmiJutz-Weg, dem Diemtigtaler Hausweg und dem Albert-Schweizer-Weg ist der Schwingerweg jetzt der vierte Weg, der in die Naturpark-App eingebunden worden ist. Am letzten Sonntag motivierte App-Entwickler Fabio Rudolf die Anwesenden einzusteigen und neben dem Sägemehl das digitale Erlebnis mitzuerleben. Und dies machte dann auch – trotz der grossen Hitze – eine gesellige Wandergruppe rund um das Projektteam nach einem stärkenden Mittagessen im Schatten.

Schwingerkönig Kilian Wenger, App-Entwickler Fabio Rudolf und Naturpark-Geschäftsführerin Beate Makowsky im Gespräch vor dem Schwingerpavillon bei der offiziellen Eröffnung der digitalen Ergänzung des Themenweges.

Schwingerkönig Kilian Wenger, App-Entwickler Fabio Rudolf und Naturpark-Geschäftsführerin Beate Makowsky im Gespräch vor dem Schwingerpavillon bei der offiziellen Eröffnung der digitalen Ergänzung des Themenweges.