Vor hundert Jahr wurde das Bauwerk eingeweiht

Grosse Geburtstagsfeier für die Kapelle Schwenden

Genau vor hundert Jahren, auch am Bettag, wurde die kleine Kapelle zu hinterst im Diemtigtal eingeweiht. Bis es soweit war, hatte es grosse Anstrengungen gebraucht. Umso erfolgreicher fiel nun die Jahrhundert-Feier aus. Pünktlich um 9.30Uhr spielte Organistin Sandra Tosetti das Eingangsspiel, danach begrüsste Kirchgemeindepräsident Walter Küng die zahlreich erschienenen Gäste mit passenden Worten. Den Kanzelgruss und die Eingangsworte sprach Pfarrer Mattthijs van Zwieten de Blom. Anschliessend hiessen alle Anwesenden mit dem Gemeindelied «Liebster Jesus, wir sind hier» ihren höchsten Herrn gemeinsam willkommen.

Grosse Geburtstagsfeier für die Kapelle Schwenden

Jürg Reber, alt Grossrat, erzählte in einer Zusammenfassung die Geschichte der Kapelle. So war zu erfahren, dass die erste Idee eine kleine Kirche in Schwenden zu bauen schon im Jahre 1844 aufkam, aber dann auf Eis gelegt wurde. Erst gut zehn Jahre später erfolgte ein neuer Anlauf zum Bau. Die Leute aus dem Tal hatten es satt, jeweils eine Tagesreise zu machen, wenn sie in eine Predigt wollten. Diesem Gesuch wurde von der Berner Regierung entsprochen. Damals war aber die Begeisterung der Talbewohner zum Bau einer eigenen Kirche nicht mehr vorhanden, zu gross war die Armut. Es war die Rede von Verdienstloser Zeit und Armennot. Eine Kirche wäre Luxus gewesen. Erst 50 Jahre später kam erneut die Idee zum Bau einer Kapelle von privater Seite. Der in Erlenbach wohnende Nationalrat Johann Jakob Rebmann hatte noch Grundbesitz in Schwenden und wollte die inzwischen bekannt gewordene Heilquelle touristisch nutzen. Er liess 1899 auf der Winteregg das bekannte Grand Hotel und Kurhaus Grimmialp bauen. Gäste aus ganz Europa, hauptsächlich aus England, Deutschland und Russland, zählten zu den Gästen. J.J. Rebmann wollte den Gästen ebenso einen speziellen Ort für Gottesdienste und Anlässe bieten, auch wusste er von den ehemaligen Wünschen der Einheimischen. Also erteilte er dem Architekturbüro Joss und Klauser aus Bern den Auftrag zur Ausarbeitung der Pläne und eines Kostenvoranschlages.

Wie der Bau der Kapelle Schwenden ihren Verlauf nahm, kann in einer speziellen Broschüre, verfasst von Jürg Reber, nachgelesen werden. Diese ist auf dem Verkehrsbüro Oey erhältlich. Die ganze Geschichte hier zu erläutern würde sicher zu lang werden, denn es gab einige Hoch- und Tiefs bis zum heutigen Tag. Es ist jedoch sehr spannend.

Die gut gelungene Darbietung: «D’s Chilchli» des Gemischten Chors Schwenden, unter der Leitung von Denise Huybrechts, passte wunderbar in die Feier. Nach einer Kurzpredigt von Pfarrer Hannes Dütschler spielte das Quartett «Clarinettissimo» zur Unterhaltung auf. Mit einem kurzen Theaterstück von drei Personen, wurde die Frage «Hat die Kirche eine Zukunft» aufgeworfen und beantwortet. Pfarrer Hannes Dütschler zeigte anschliessend mit drei Symbolen Wissenswertes über die Kapelle. Nach einem erneuten Spiel des Quartetts, ergriff Synodalratspräsident Andreas Zeller, ehemals aus Zweisimmen, das Wort. Er wusste vielerlei Interessantes aus seiner Tätigkeit zu berichten. Der Gemischte Chor Schwenden sang voller Inbrunst das bekannte Lied «Wie gross bist Du» was mit viel Applaus verdankt wurde. Pfarrer Matthijs van Zwieten de Blom sprach anschliessend ein paar Worte und leitete über zum gemeinsamen Gebet «Unser Vater». Mit dem Lied «Nun danket alle Gott» und dem Segen des Pfarrers endete die Predigt.

Vor der Kirche wurde durch Jugendliche für alle ein Apero serviert. Das inzwischen eingesetzte kühle und regnerische Wetter lud jedoch nicht zum lange Verweilen ein. So zogen die Gäste, welche sich zum Essen in der Communität Steppenblüte Grimmialp angemeldet hatten, bald in diese Richtung. Dort wurde kurzum ein sehr schmackhaftes, gutes Essen serviert. Zwischendurch spielte das Quartett wieder einige Stücke. Nach dem Genuss von Dessert und Kaffee, ergriff Walter Küng das Wort und bedankte sich für das zahlreiche Erscheinen. Ebenso tat es auch Bäuertpräsident Ueli Freiburghaus aus Schwenden, und Fritz Schmied, Kirchgemeindepräsident aus Erlenbach. Nach und nach verliessen die Gäste das ehemalige Hotel «Grimmialp» und freuten sich einen schönen, erlebnisreichen Bettag verlebt zu haben. Dabei ist sicher vielen klar geworden, die kleine Kapelle «Schwenden», kann sich durchaus mit «Würzbrunnen» und «Scherzligen» als ideale Hochzeitskirche messen. Allein die Fahrt durch das schöne Diemtigtal ist eine Bereicherung für jedes Paar mit ihren Gästen, das sich für den Bund der Ehe entschlossen hat, und sich dort trauen lassen will. Edith Kammer

Die Kapelle wurde 1911 eingeweiht.

Gemischter Chor Schwenden.

Grosse Geburtstagsfeier für die Kapelle Schwenden