Im Diemtigtal ist das grösste Waldreservat im Kanton Bern entstanden

Das Diemtigtal ist mit über 60 km² das grösste Alpungsgebiet des Landes. Nun ist auf einer Fläche von 631 Hektaren auch das grösste Waldreservat im Kanton Bern eingeweiht worden. «Wegbereiter» war der Lothar-Sturm von 1999. Die Idee für ein Grosswaldreservat brachte 2007 der frühere Diemtiger Förster Hanspeter Weber auf den Tisch. Die Projektleitung besorgte der ehemalige Oberförster Dr. Andreas Bürki. Regierungsrat Andreas Rickenbacher würdigte mit seiner Anwesenheit an der Eröffnung die Bedeutung des Geschaffenen.

Sie trugen zum Entstehen des Waldreservats Entscheidendes bei: Projektleiter Dr. Andreas Bürki, Naturpark-Präsident Markus Mösching, Förster Hanspeter Weber zusammen mit Regierungsrat Andreas Rickenbacher.

Sie trugen zum Entstehen des Waldreservats Entscheidendes bei: Projektleiter Dr. Andreas Bürki, Naturpark-Präsident Markus Mösching, Förster Hanspeter Weber zusammen mit Regierungsrat Andreas Rickenbacher.

Am 26. Dezember 1999 brauste der Orkan «Lothar» durch das Land und traf auch das Diemtigtal hart. Mehr als 150 000 m³ Holz fiel ihm zum Opfer und noch einmal gegen 70 000 m³ Holz wurden später von Borkenschäden befallen. Dort wo die Ernte des Sturmholzes nicht mit Beiträgen unterstützt werden konnte, entstanden mit Beiträgen des Bundes vesehne «Lothar-Reservate».

Vier Lotharflächen im hinteren Diemtigtal, bilden das Kernstück des nun eröffneten Grosswaldreservats, das auch Wälder der Gemeinden Därstetten, Oberwil und Zweisimmen einschliesst. Als Grosswaldreservat dürfen sich nur Gebiete bezeichnen, die über 500 Hektaren gross sind. Dienstbarkeitsverträge mit den Grundeigentümern, regeln die künftige Nutzung: Hütten- und Raparationsholz kann weiterhin begrenzt genutzt werden und der Borkenkäfer darf bekämpft werden, wenn er angrenzende Wälder bedroht. Weiter kann die Waldabteilung bei speziellen Ereignissen und bei Gefährdung von Leib und Leben die nötigen Massnahmen anordnen.

Auf Freiwilligkeit aufgebaut

An der Einweihungsfeier im Meniggrund schilderte der ehemalige Oberförster Dr. Andreas Bürki, das Entstehen des Waldreservats. Er bezeichnete den früheren Förster Hans-Peter Weber, als den eigentlichen Pionier des Vorhabens und durfte bei seinen Verhandlungen mit den Waldeigentümern auf die tatkräftige Unterstützung des ehemaligen Staatsförsters Jakob Werren und des Landwirts und Holzers Hans Weissmüller zählen. Überhaupt; das Zustandekommen des Reservats ist im Wesentlichen der freiwilligen Unterstützung durch die Waldbesitzer zu verdanken. Die guten Kenntnisse von Andreas Bürki – der gelernte Landwirt war in früheren Jahren als Senn im Tal tätig – hatten viel zum Aufbau des gegenseitigen Vertrauens zwischen Waldbesitzern und Behörden beigetragen. «Es war ein schöner Abschluss meiner forstlichen Tätigkeit», fasste der pensionierte Oberförster seine Aufgabe zusammen.

Ein echtes Gemeinschaftswerk

Regierungsrat Andreas Rickenbacher, rühmte das Reservat als ein echtes Gemeinschaftswerk: «Rund vierzig, grösstenteils private Waldbesitzer haben sich bereit erklärt, ihre Nutzungsinteressen während 50 Jahren zurückzustellen. Der Naturpark Diemtigtal hat die Trägerschaft und den Unterhalt übernommen und der Kanton Bern entschädigt die Waldbesitzer für ihr Zurückstellen der Nutzungsinteressen». Der Volkswirtschaftsdirektor wies auf drei Gründe hin, die den Kanton zu dieser Unterstützung ermutigten: «Erstens ist der Erholungsraum das Kapital unserer Zukunft. Dann leistet das Grosswaldreservat einen Beitrag zur regionalen Wertschöpfung und drittens ist hier die Artenvielfalt ausserordentlich und darum schützenswert».

Der Meniggrund – das Diemtigtal im Kleinen

Von dieser Artenvielfalt sprach auch Markus Mösching, der die Gäste als Präsident der Naturparkkommission begrüsste: «Das Reservat ist mit Betracht gewählt worden. Der Menniggrund mit seinen Trockenstandorten, den Ahorn-Baumgruppen, den Föhren und Arven im Gebirgswald, wo auch Orchideen wachsen und Reptilien ihre Zuhause haben, ist ein Abbild des Diemtigtals. Der Park braucht keinen Rummel. Er ist für die stillen Beobachter gedacht». Damit decken wir neben anderen Anliegen wie Wirtschafts- und Kulturförderung, auch das Naturparkziel Natur erhalten ab und tragen dem Bildungsauftrag Rechnung. Ernst Hodel

Der Meniggrund bildet das Kerngebiet des neuen Grosswaldreservats im Diemtigtal.

Der Meniggrund bildet das Kerngebiet des neuen Grosswaldreservats im Diemtigtal.