Freilicht-Uraufführung rund um die ehemalige Thorberg- und Witzwil-Filiale im Diemtigtal

Kiley-Sträflinge mischen das Diemtigtal auf

Mit dem Theaterstück «Summerzyt» durfte der einheimische Autor Manfred Stucki und seine Mitglieder der «Schattsitekomedi» im Jahr 2010 einen grossen Erfolg feiern. Die Erwartungen waren darum diesmal besonders hoch. Mit dem nun zur Uraufführung gebrachten Freilicht-Theater «Kiley» setzte der Autor und seine Schauspieler-Truppe noch einen drauf und sorgte wiederum für viel Heiterkeit. Die ZuschauerInnen honorierten das kunterbunte Geschehen immer wieder mit Szenenapplaus. Die Reihe der Freilicht-Aufführungen wird am /30./31. Juli sowie am 2./3. und 4. August ihren Abschluss erfahren.

Die Probe des Gefangenenchors für den Auftritt am Berggottesdienst.

Die Probe des Gefangenenchors für den Auftritt am Berggottesdienst.

Die gelungene Komödie «Kiley» nimmt in amüsanter Art Bezug auf das Miteinander zwischen der einheimischen Bevölkerung und den Strafgefangenen in der Witzwiler-Filiale. Auf der Alp Kiley hatten bis vor wenigen Jahren Strafgefangene einen Teil ihrer Strafe verbüssen müssen. Der Theatermann Manfred Stucki hatte für seine SchauspielerInnen auch diesmal die Rollen auf den Leib geschrieben.

Von gebrochener Liebe…

Im Zentrum des Geschehens standen der besonnene Alpöhi (Manfred Stucki, Autor), seine hübsche Grosstochter (Xenia Mani) und deren eigensinniger Stiefvater (Peter Messerli). Die Liebesgeschichte der Stieftochter mit dem flotten Bündner Strafgefangenen (Andreas Neukomm) nahm dank gütiger externer Unterstützung und mit dem Segen des Pfarrers Traugott Trachsel (Ueli Hostettler) das auch von den Zuschauern erhoffte gute Ende. Immer wieder zum Lachen und Schmunzeln regten das Tun (und das Lassen) der bunt gemischten Sträflingsgruppe (Hansruedi Kohler, Nick Dhifalli, Mathias Siegenthaler, Beni Schärer, Adrian Wampfler) an. Ein behäbiges und den Insassen und Talbewohnern gut gesinntes Strafanstalt-Direktoren-Ehepaar Scheurer (Walter Küng und Heidi Wampfler) sorgte für Ordnung und Ausgleich.

.... Eifersüchteleien…

Der allzu gestrenge Aufseher (René Stucki) hatte nicht nur mit der mangelhaften Arbeitseinstellung seiner Zöglinge zu kämpfen. Seine adrette und exzentrische Gattin Gilberte (Caroline von Dach-Stucki) verwirrte ihn mit ihrem extravaganten Treiben. Klatschweiber aus dem Dorf (Theresia Stucki, Fränzi Knutti) waren – angeregt von der Krämerin (Gabi Speck), der Wirtin (Margrit Stucki) und dem Schlunegg-Rösi (Heidi Kernen) – in bester Stammtisch-Manier für das permanente Warmhalten der Gerüchteküche besorgt.

.... und dem Gesang des Gefangenenchors

Von der zackigen Begrüssung durch Kiley-Aufseher Edi Rupp bis zum versöhnlichen Ende an der Bergpredigt wurden die Lachmuskeln immer wieder strapaziert. Manch ein gelungener Seitenhieb auf einheimische Originale trug dazu bei. Zur Einleitung hatten Alphornbläser und der Jodlerklub Diemtigen für einen festlichen Auftakt gesorgt. Bemerkenswert waren im Übrigen auch die gesanglichen Fortschritte des Gefangenenchors: Ihr «Es blühet eine Blume» stand nach langer Probenarbeit dem «Va pensiero» aus Verdis Oper Nabucco fast in keiner Weise nach… Ernst Hodel

Der Alp-Öhi mit seiner verliebten Grosstochter.

Der Alp-Öhi mit seiner verliebten Grosstochter.

Frühmorgendliche Lagebesprechung der Anstaltsleitung.

Frühmorgendliche Lagebesprechung der Anstaltsleitung.

Transport von Bauholz: Kiley-Sträflinge im Arbeitseinsatz.

Transport von Bauholz: Kiley-Sträflinge im Arbeitseinsatz.