Behörden informierten über mögliche neue Schulstandorte:
Konzentration der Schule in Oey und in der Sporthalle Zwischenflüh?
Sollen die Diemtiger Schulen dereinst an einem, oder an zwei Standorten zusammengefasst werden? Die Bevölkerung tendiert eher zu einer Schule mit zwei Standorten. Im Vordergrund stehen Oey und die Sporthalle «Wiriehorn» in Zwischenflüh. Das ist das vorläufige Fazit einer Orientierungs- und Informationsveranstaltung.
Simone Wampfler, Schulleiterin und Ruedi Wyss, Gemeinderat stehen mitten in kniffligen Abklärungen und schwierigen Entscheiden bei der Umsetzung der künftigen Diemtigtaler Schulstruktur.
Nach der Umstrukturierung ist vor der Umstrukturierung. In Diemtigen wurde der Schulbetrieb, mit drei Schulkreisen, erst vor zwei Jahren an die neuen Gegebenheiten angepasst. Jetzt zeigen die Erfahrungen, dass es zwar funktioniert, aber trotzdem einem jährlich anzupassenden Flickwerk gleichkommt. In Anbetracht der unregelmässigen Schülerzahlen, verteilt auf sieben Schulhäuser, der Probleme mit den Wahlfachangeboten und mit dem Schülertransport möchte man die längerfristige Entwicklung mit einer dauerhaften Lösung sicherstellen. An einem Informationsabend konnten Eltern und Behörden zu den Vorschlägen der Arbeitsgruppe Stellung nehmen.
Ein heterogenes Schulgefüge
Die aktuelle Schulorganisation mit den drei Schulkreisen bietet das folgende Bild: 238 Schulkinder werden in 13 Klassen und in nicht weniger als den sieben Schulhäusern Diemtigen, Oey, Horben, Bächlen, Schwenden, Zwischenflüh und Entschwil unterrichtet. Währenddem in Diemtigen und Oey für 130 Schüler sechs Klassen geführt werden (Klassendurchschnitt 21,55 SchülerInnen), sind es an den zwei Schattseite-Standorten Horben und Bächlen drei Klassen mit 39 Schülern (Durchschnitt 13) und in den drei Schulhäusern im hinteren Tal 69 SchülerInnen in vier Klassen (Durchschnitt 17,25 SchülerInnen). Abklärungen haben ergeben, dass der Klassenbestand an einzelnen Orten in den nächsten Jahren auf acht bis zehn Kinder sinken dürfte.
Stufengerechte Organisation
Um auf die schwankenden SchülerInnenzahlen in der Zukunft besser reagieren zu können, sucht man nach einer Lösung, die den Kindern eine sinnvolle Schullaufbahn mit förderlichen Angeboten, guten sozialen und räumlichen Bedingungen und wenig Belastungen ermöglichen soll. Aus pädagogischer Sicht wünscht man sich, dass einerseits Kindergarten und 1./2. Klassen und andererseits die 3. bis 6. Primarklassen als eine Stufe organsiert werden und dass die Realklassen 7. bis 9. Klasse zusammengezogen werden. Die Sekundarschüler fahren jetzt schon nach Erlenbach.
Teilumbau der Sporthalle als Lösung?
Aus vier geprüften Modellen schlägt der Gemeinderat deshalb die Weiterbearbeitung der Varianten 3 (zwei Schulregionen mit 11 Klassen) und 4 (eine Schulregion mit 11 Klassen) vor. Beim Modell 4 würde die Schule in Oey konzentriert, was zu Schul(transport)wegen bis zu 40 Minuten führen würde. Darum steht für die Bevölkerung das Modell 3 im Vordergrund. Bei diesem Modell wäre vorgesehen, einen Teil der Mehrfachturnhalle in Zwischenflüh zu Schulraum umzufunktionieren. Geprüft werden soll aber auch eine Erweiterung eines der Schulhäuser im hinteren Talbereich.
Fünf Millionen Investitionskosten
Dass das künftige Angebot auch für die Gemeinde finanziell tragbar wird, ist eine der Rahmenbedingungen. Was die Kosten anbelangt, rechnen beide Varianten mit Schulhausumbau- oder Neubaukosten in der Grössenordnung von 5 Millionen Franken. Das würde (nach Abzug der eingesparten Schulausgaben) zu jährlichen Mehrausgaben von rund 225 000 Franken führen. Heute betragen die Schülertransportkosten 162 000 Franken. Die Gemeinde erachtet die künftige Mehrbelastung von 1,3 Steuerzehnteln als trag- und verantwortbar. Ernst Hodel