Konzert Jodlerklub Diemtigen: Spontanität muss wohl überlegt sein

Jodlerklub Diemtigen

Jodlerklub Diemtigen

Am Samstagabend, 15. Februar, lud der Jodlerklub Diemtigen zum Jodlerabend ein. Um 20 Uhr begann das Konzert mit anschliessendem Kurztheater. Die Mehrzweckhalle der Schulanlage Oey war bis auf dem letzten Platz besetzt.

Das Schwyzerörgeliquartett Habkern übernahm die musikalische Eröffnung und stimmte die Zuhörer ein. Anschliessend stellte sich der Jodlerklub Diemtigen auf und lieferte einen soliden, fehlerlosen ersten Auftritt ab. Neue Gesichter – wie auch Trachten – zeigten sich in Form des Schmitte-Chörlis Necker aus Toggenburg, dessen Männer golden, beschlagene Hosenträger trugen, die im Bühnenlicht glänzten und die Frauen in blau-weissen Trachten auftraten. Aber nicht nur durch ihr Auftreten, sondern auch durch ihre musikalischen, humorvollen Darbietungen gefielen sie dem Publikum.

Wie ein roter Faden zog sich das Thema Spontanität durch den Abend. Thomas Gartwyl, 1. Bass der Horejodler Diemtigtal, erwähnte beiläufig, dass sie erst am Donnerstag von ihrem bevorstehendem Gastauftritt erfahren hatten. Denn das Jodlerchörli Längenbärg wurde von Angina und allgemeiner Erkältung heimgesucht und musste kurzfristig absagen. Der Ansager des Gastgebers berichtigte jedoch diese Aussage sofort: «Ihr wisst es aber erst seit Freitag…!» Ausserdem fügte er hinzu, dass auch er erst seit einer halben Stunde von seinem Glück wusste, die Moderation zu führen. Die Zuschauer lachten und der Stimmung tat dies keinen Abbruch, im Gegenteil, nun übertrafen sich die Mitglieder aller Vereine im Witze erzählen. Mit gespitzten Ohren lauschten die auf den hinteren Plätzen sitzenden Gäste, was für eine neue Pointe als nächstes kommen würde. Nach einer kleinen Pause folgte das Kurztheater.

An der lustig inszenierten Gerichtsversammlung, an dem der Richter nur durch gezielte Fragestellungen zu dem Urteil kommen konnte, dass nicht der Angeklagte, sondern der Verteidiger wohl der Schuldige im Fall Frau Wiedmer war. Doch am Ende war auch hier alles gestempelt und gesiegelt. Alle Akteure standen einige Minuten später wieder geschlossen auf der Bühne, einer zwar in lustiger Weise mit Lippenstift und Netzstrumpfhosen.

Nach weiteren Liedern und Jutze durfte zur Ländlermusik des Quartetts aus Habkern getanzt werden und viele liessen sich nicht lange bitten.

Alles in allem war es ein sehr unterhaltsamer Abend, mit viel Witz und Humor, an dem der Freund der Natur- und Bergjutze sowie Jodlergesänge voll auf seine Kosten kam. Alrik Dockhorn Rieben

Schmitte-Chörli Necker aus Toggenburg

Schmitte-Chörli Necker aus Toggenburg