Der neue Verwaltungsratspräsident Ueli Wampfler im Interview

Neustart der Grimmialpbergbahnen Diemtigtal AG

Am 28. Dezember hat sich der neue Verwaltungsrat der Grimmialpbergbahnen Diemtigtal AG konstituiert. Die SZ hat den neuen Verwaltungsrats-Präsidenten Ueli Wampfler zur Situation und zur Zukunft des Unternehmens befragt.

Ueli Wampfler, neuer Verwaltungsratspräsident der Grimmialpbergbahnen Diemtigtal AG.

Ueli Wampfler, neuer Verwaltungsratspräsident der Grimmialpbergbahnen Diemtigtal AG.

Ueli Wampfler, wie kamen Sie zu dieser neuen Aufgabe?

Ich wurde etwas überraschend von den Vertretern der Auffanggesellschaft angefragt. Meine Herkunft und mein Bezug zu Schwenden und zur Grimmialp mag dabei eine Rolle gespielt haben. Bisher war ich nicht in der Bergbahnbranche aktiv, was nicht nur ein Nachteil darstellen muss. Der Blickwinkel «von aussen» verbunden mit den betriebswirtschaftlichen Kenntnissen wiegt sicher diesen Umstand auf.

Welches war Ihre Motivation für die Übernahme dieses Amtes angesichts der vielen Probleme der Bergbahnbranche?

Ich habe ein grosses Interesse am Fortbestand der Anlagen im hinteren Talkessel der Gemeinde Diemtigen. Nach gründlichem Studium der neu geschaffenen Ausgangslage und in Kenntnis der vom «Auffanggesellschaft-Koordinator» Hans-Peter Gilgen und seiner Crew ausgearbeiteten Businesspläne habe ich zugesagt.

Auf welche Unterstützung können Sie zählen. Wer ist mit Ihnen im Boot?

Ich darf auf die Unterstützung einer engagierten VR-Crew zählen. Gemeinderatspräsident Martin Wiedmer wird uns mit seinem Beziehungsnetz zu den öffentlichen Ämtern helfen können, Godi Erb ist Präsident der Elektrizitäts-Genossenschaft, Skiliftbetreiber und einer der Aktionäre, Hans Rebmann, jun. Hondrich wird sich mit dem Marketing befassen und Mirjam Oppliger, Lehrerin/Schwenden wird als Sekretärin amten. Ich werde zusammen mit diesen Leuten die finanziellen Angelegenheiten an die Hand nehmen.

Die Gemeinde hat bei der Sanierung eine wichtige Rolle gespielt. Wie sieht das längerfristig aus?

Die Gemeinde Diemtigen, der Kanton Bern und die Amtsersparniskasse Thun haben durch Darlehenserlasse zusammen mit den AktionärInnen die Sanierung, bzw. die Grundlage für den Neustart ermöglicht. Dank der Beteiligung der Waldgemeinde Schwenden und der Elektrizitätsgenossenschaft Schwenden (nicht wie irrtümlich in der SZ verbreitet der Bäuertgemeinde Schwenden und des EW Schwenden) und den drei Aktionären darf hoffnungsvoll in die Zukunft geblickt werden. Normale Wetter- und Skiverhältnisse vorausgesetzt, sollte die neue Gesellschaft Erträge erarbeiten, die einen Fortbestand aus eigener Kraft sicherstellen. Weitere Beiträge der Gemeinde sind nicht vorgesehen.

Wie sieht es hinsichtlich der Unterstützung durch das Personal und der nachgelagerten Betriebe (Skischule, Vermietung, Restaurants, usw.) aus?

Wir spüren eine grosse Unterstützung. Entsprechende Reaktionen waren schon seit November und vor allem in diesen ersten Betriebstagen von überall her erkennbar.

Wie sieht die künftige Positionierung des Unternehmens aus?

Fünf Tage nach meiner Wahl möchte ich mich dazu noch nicht gross äussern. Im Vordergrund steht sicher der Winterbetrieb. Unter der Voraussetzung einer guten Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen des regionalen Naturparks bestehen auch im Sommer Möglichkeiten.

Sind drei Skigebiete im Diemtigtal angesichts des Gästeaufkommens nicht zuviel?

Ich kann nur für Schwenden/Grimmialp sprechen. Hier ist der Fortbestand angesichts der bestehenden Hotels, den Ferienwohnungsbetten und des Campings und der Einwohner von allergrössster Bedeutung. Eine punktuelle Verbesserung des Beschneiungssystems könnte von Vorteil sein.

Wird die Zusammenarbeit mit den anderen Bahnen im Tal weiterhin spielen?

Diese Zusammenarbeit (Marketing, Herausgabe gemeinsamer Billette, Personalaustausch, usw.) steht nicht zur Frage. In technischer Hinsicht ist eine Zusammenarbeit mit dem Stockhorn geplant. Eine Abstimmung der saisonalen Betriebszeiten im Diemtigtal (Saison-Randzeiten, Sommer, Zwischensaison) ist für mich denkbar, aber noch nicht besprochen.

Wäre eine Reduktion auf einen «Nur-Sommerbetrieb» denkbar?

Nein, dafür fehlt im Moment die entsprechende Infrastruktur.

Ihr persönliches Fazit nach den ersten Betriebstagen?

Wir durften einen ausgezeichneten Start erleben. Die Zahlen liegen im Rahmen des Budgets. Der 28. Dezember war ein eigentlicher Rekordtag mit vielen begeisterten Besuchern. Wir lassen uns aber nicht blenden, die Saison ist (hoffentlich) noch lang. Nicht wenige haben sich betreffend einer Beteiligung an der neuen Gesellschaft erkundigt. Wir werden im Verwaltungsrat sicher über eine Kapitalerhöhung sprechen.

Ueli Wampfler, wir danken Ihnen für das Gespräch und wünschen Ihnen und den Gesellschaft Grimmialpbergbahnen Diemtigal viel Erfolg! Interview: Ernst Hodel