Talmuseum Agensteinhaus
Bilder und Keramikfiguren von Christine Schmidt-Lengacher
Christine Schmidt-Lengacher, gebürtige Diemtigtalerin aus Nant am Vully, vor ihrem Bild mit „Fleckvieh“.
Für die Ausstellung in Erlenbach hat Christine Schmidt-Lengacher Werke aus ihrem Schaffen ausgewählt, welche deutlich ihre «Wurzeln» verraten: Aufgewachsen ist die Künstlerin im Diemtigtal. Ihr Vater war Zuchtbuchführer und da seine Tochter gern und gut zeichnete, war es bald mal ihre Aufgabe, die «Flecken» der Kühe in die Geburtsbelegkarten einzutragen. «Für das Bild, vor welchem ich hier stehe, habe ich zuerst Flecken auf die Leinwand gemalt und dann die Kühe darum herum geformt!» erklärt Frau Schmidt mit viel Schalk in den Augen. Mit einer gewissen Leichtigkeit sind auch ihre Keramikfiguren geformt. Trotz den vereinfachten Formen drücken sie ihre Eigenschaften aus: Die zufriedene Katze, die kecken Enten, die frechen Kücken, die kämpfenden Walliser-Kühe. Ganz besonders liebevoll ist ihre Tante Marie mit der Hühnerschar gestaltet.
Christine Schmidt-Lengacher hat ihr Handwerk von Grund auf gelernt. Nach ihrer Ausbildung zur Kindergärtnerin konnte sie die Kunstgewerbeschule in Zürich besuchen, um dann als Werklehrerin tätig zu sein. Als Kursleiterin und Aktivierungs-Therapeutin stellte sie ihr Wissen und Können in den Dienst ihrer Mitmenschen. Bis heute kann man in ihrem Keramikatelier Kurse besuchen.
Die im Agensteinhaus ausgestellten grossen, in kräftigen Farben und sicherem Strich gemalten Acrylbilder drücken viel Liebe zur Landschaft, zur Natur aus. Sie intensiviert die eingefangenen Stimmungen gern, so dass man die «Hitze im Seeland» förmlich spürt oder den «Föhn in den Bergen» Jeden Mittwoch wird zusammen mit zwei andern Künstlerinnen im Atelier gemalt.
«Wenn ich mit einem neuen Bild beginne, habe ich eine ziemlich genaue Vorstellung davon,» erklärt die Künstlerin. «Zum Entsetzen meiner Kolleginnen lege ich immer eine grosse Palette an Farben bereit. Warum soll man sie nicht brauchen, wenn es sie gibt?» Auf die Frage, ob sie meist in Acryl male, antwortet sie: «Am Anfang waren es vor allem Bilder in Aquarell, später gestaltete ich auch Collagen. Eigentlich ist es so: Wenn ich merke, dass ich mich wiederhole, mache ich was anderes!»
Die Ausstellung dauert bis 30. Oktober, Mittwoch und Samstag. Am 18. und 22. September wird die Künstlerin anwesend sein. Maja Lörtscher