Rummelplatz Alpenwelt?
Entscheidungen vor Ort treffen
Unter der Leitung von Röbi Koller diskutierten Rudolf Marty, VR Sattel-Hochstuckli AG (links), Alfred C. Schwarz, CEO Stockhornbahn AG (rechts)¸ auch Markus Hasler, CEO Zermatt Bergbahnen AG, Frank-Urs Müller, Zentralpräsident Schweizer-Alpenclub SAC, Elsbeth Flüeler, Geschäftsleiterin Mountain Wilderness und Otto Sieber, Zentralsekretär Pro Natura.
Stockhorn-Geschäftsführer Alfred Schwarz war Gast im «Zischtigsclub»
Die Frage, die am vergangenen Dienstag im «Club» des Schweizer Fernsehens diskutiert wurde, war so einfach wie kompliziert: «Brauchen die Schweizer Berge immer neue Attraktionen oder sind sie nicht schon jetzt ein wunderbar-ursprünglicher Rückzugs- und Erholungsort?» Gegenüber standen sich auf der einen Seite Vertreter von Naturverbänden und Schweizer Alpenclub und auf der anderen die Betreiber von drei Bergbahnen-Gesellschaften aus Zermatt, Sattel-Hochstuckli und Erlenbach-Stockhorn. Fazit der Diskussion: Die bestehenden Gräben wurden keineswegs zugeschüttet. Die einen plädieren für einen sanften Ausbau mit Augenmass, die anderen dafür, alles in seinem ursprünglichen Zustand zu belassen. Allerdings bestand bei allen Einigkeit darin, dass die Schweizer Alpen ein einzigartiges Kulturgut sind, welches es auch in Zukunft zu schützen gilt.
Elitäre Haltung der Verbände
In der bemerkenswert sachlich geführten Unterhaltung wurde unter anderem auch über die geplante Stockhorn-Aussichtsplattform diskutiert. Stockhorn-Geschäftsführer Alfred Schwarz störte sich vor allem am Umstand, dass zunehmend ortsfremde Personen und Institutionen Einfluss nehmen würden. «Das ist eine elitäre Haltung, welche die Verbände da an den Tag legen. Wir, beziehungsweise Leute, die gut zu Fuss sind, die dürfen da hingehen, aber andere, die dazu körperlich nicht in der Lage sind, die sind ausgeschlossen», war Alfred Schwarz nicht um eine klare Antwort verlegen. Gerade deshalb kämpfe er um eine Aussichtsplattform am Stockhorn, damit auch Leute, die auf den Rollstuhl angewiesen sind, die Aussicht geniessen können. Deshalb appellierte Schwarz an die Verbände: «Prüft die Projekte und überlegt euch, ob auch wirklich alle eure Mitglieder mit euren Einsprüchen einverstanden sind, denn ich kenne auch Thuner SAC-Mitglieder, die sich für den Bau der Aussichtsplattform ausgesprochen hätten.
Entscheid liegt beim Stockhorn-VR
Die Eidgenössische Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK) hatte sich in der Zwischenzeit bekanntlich gegen den Bau einer Plattform an der Stockhorn-Nordwand ausgesprochen. Die Verantwortlichen der Stockhornbahn werden im Auftrag des Thuner Regierungsstatthalters zu entscheiden haben, ob sie dem Vorschlag (Bau eines Balkons) zustimmen können und das Projekt entsprechend überarbeiten wollen.