Umstrittene Gemeindehaus-Sanierung

Gerade einmal 40 Personen (3,06 Prozent der Stimmberechtigten) beschlossen an der Erlenbacher Gemeindeversammlung vom vergangenen Montag Kredite von mehr als zwei Millionen Franken. Für die Gemeindehaus-Sanierung (1,55 Millionen) stimmten – die Ratsmitglieder mit eingeschlossen – gerade einmal zwanzig Stimmenberechtigte, 17 hätten eine sanftere und kostengünstigere Variante bevorzugt.

Enge Zufahrt und wenig Parkierungsmöglichkeiten, aber eine ruhige Lage: Vom Gemeindehaus in Erlenbach bietet sich ein schöner Ausblick auf den Treppenaufgang und auf die Kirche.

Enge Zufahrt und wenig Parkierungsmöglichkeiten, aber eine ruhige Lage: Vom Gemeindehaus in Erlenbach bietet sich ein schöner Ausblick auf den Treppenaufgang und auf die Kirche.

Zur Einleitung genehmigten die Anwesenden diskussionslos und einstimmig die mit einem Ertragsüberschuss von 6500 Franken abschliessende Gemeinderechnung 2010 und alle Nachkredite in der Höhe von 685 000 Franken. Der Ertragsüberschuss vor Abschreibungen liegt 2010 um 531 000 Franken höher als im Vorjahr. Dieses sehr gute Resultat ermöglichte Abschreibungen von rund 860 000 Franken. Nach der Kenntnisnahme des Datenschutzberichtes wurde unter Traktandum drei ein Kredit über 215 000 Franken für die zweite Sanierungsetappe der Bahnhofstrasse bewilligt.

Wetterleuchten und Donnergrollen

«Mit Traktandum vier folgt ein gröberes Geschäft, das spezielle Informationen erfordert», kündigte anschliessend Gemeindepräsident Martin Jutzeler an. Gemeinderätin Esther Wyler stellte die vom Rat beantragte Gemeindehaus-Sanierung vor, die mit Kosten von 1,55 Millionen rechnet. Das von der Denkmalpflege als erhaltenswert eingestufte Gebäude soll im Innern auf den drei Etagen saniert und isoliert werden. Vor allem mit den technischen Einrichtungen steht es nicht mehr zum Besten. Begleitet von Wetterleuchten und Donnergrollen, entspann sich im Saal des Hubelschulhauses eine kontroverse – aber sehr sachliche Diskussion – um das Thema Gemeindehaus-Sanierung.

Knapper Entscheid

Verschiedene Votanten hinterfragten vor allem den Standort des Verwaltungsgebäudes und seine Zufahrts- und Parkierungs-Möglichkeiten. Die Befürworter der Sanierung machten auf die grösseren Kosten (2,5 bis 2,8 Millionen) für einen Neubau und auf die schlechte Verkaufsmöglichkeit des bestehenden Gemeindehauses aufmerksam oder fanden den Standort am Fuss der Kirche und der gedeckten Kirchentreppe richtig. Ein erster Antrag, anstelle der Sanierung einen Neubau an anderer Stelle zu planen, hatte keine Chance. Ein weiterer Antrag, das Haus nur teilweise und mit einem bedeutend kleineren Aufwand zu renovieren, brachte die Vorlage des Gemeinderats um ein Haar zu Fall. 17 Stimmberechtigte hätten sich diese Variante vorstellen können. 20 Stimmberechtigte – genau die Hälfte der Anwesenden – stimmten für den Vorschlag des Rats. Gemeindepräsident Martin Jutzeler bat den Gemeinderat angesichts des knappen Abstimmungsresultats, nach Einsparungen zu suchen.

Unbestritten: Kommunal-Fahrzeug und Schülertransporte

Die folgenden Geschäfte; Anschaffung eines neuen Kommunal-Fahrzeuges im Betrag von 145 000 Franken und Vierjahres-Kredit für die Schüler-Transporte von und nach Ringoldingen/Erlenbach und Latterbach (170 000 Franken) passierten dann wieder einstimmig. Ein Bravo für den Gemeinderat gab es ganz zum Schluss doch noch: Die Abrechnung über die Fenstersanierung im Mehrzweckgebäude Latterbach hatte gegenüber dem Voranschlag um 12 000 Franken günstiger abgeschlossen.

Mit Informationen zum Thema Lindenmatte, zum Tätigkeitsprogramm der TIP (Planungsregion Region Thun-Innerport), zum Stand der Dinge in Sachen Spital Zweisimmen und zum Dorfabend vom 4. Juni, richtete sich zum Abschluss Gemeinderatspräsident Peter Brügger an die Anwesenden. Ernst Hodel