Sport verbindet

Behinderte Menschen erobern die Herzen der Simmentaler

Frische Luft ist gesund. Nicht nur für gesunde Menschen. Dank viel Eigeninitiative und Engagement können im Simmental regelmässig behinderte Menschen Schneesporttage erleben oder abwechslungsreiche Ferienwochen in Hotels verbringen. Für einmal sind die Sorgen des Alltags vergessen.

Hans Neuenschwander, Kiwanis Simmental: «Freude am Mitmachen steckt an: Wir Betreuer blühen auf, wenn unsere behinderten Gäste in Fahrt kommen.»

Hans Neuenschwander, Kiwanis Simmental: «Freude am Mitmachen steckt an: Wir Betreuer blühen auf, wenn unsere behinderten Gäste in Fahrt kommen.»

Dabeisein ist alles. Der olympische Leitspruch gilt auch im Simmental. Sport überwindet Grenzen, gerade auch für behinderte Menschen. Drei Beispiele von langjährigem gemeinnützigem Engagement im Berner Oberland belegen, dass alles besser geht, wenn behinderte und nicht-behinderte Mitmenschen am gleichen Strick ziehen:

Die weltweit tätige Organisation KIWANIS hat auch im Simmental einen Club. Der KIWANIS Club Lenk-Simmental ist sozial aktiv und unterstützt bedürftige Familien und Kinder in der Region. Ein besonderer Höhepunkt der gemeinnützigen Serviceclubs sind jeweils die alpinen Schneesportage. Zusammen mit Special Olympics organisierte der KIWANIS-Club Lenk-Simmental in diesem Jahr bereits zum vierten Mal ein sportliches Wochenende (Alpin und Snowboard) für geistig und mehrfach behinderte Frauen und Männer aus der ganzen Schweiz. Hans Neuenschwander, Mitbegründer des KIWANIS-Clubs Lenk-Simmental, betreut mit seinen 40 freiwilligen Helfern über hundert Teilnehmende.

Herbert und Marianne Messerli, Besitzer des Hotels Krone an der Lenk, bringen seit 20 Jahren dreimal pro Jahr während einer Woche eine Behindertengruppe aus dem Tessin in ihrem Hotel unter. Die vier schwerstbehinderten Frauen und Männer mit ihrem achtköpfigen Betreuerteam freuen sich jedes Mal, eine Etage mit zwei vollständig behindertengerecht eingerichteten Zimmern in der rollstuhlgängigen Krone belegen zu dürfen.

Auch Volkmar Falk, Hotelier des Hotel Waldrand, beherbergt schon seit drei Jahren eine Sonderschule aus Grenchen. Die Freude der zwanzig leicht körperlich und geistig behinderten Schüler mit ihren neun Betreuern ist jeweils grenzenlos, wenn sie für eine Woche beim Skifahren, Snowboarden, Schlitteln oder Schwimmen den Schulalltag vergessen können.

«Gute Taten brauchen nicht immer grosse Worte. Trotzdem bin ich stolz, dass sich Lenker Touristiker und Touristikerinnen regelmässig für gute Zwecke engagieren. An der Lenk stehen die Türen offen – für alle Gäste, auch jene, die nicht immer auf der Sonnenseite des Lebens stehen». Dies die Aussage vom Geschäftsführer der Lenk-Simmental Tourismus AG, Eduardo Zwyssig. Marianne Tschanz-Rieder