Erfolgreicher Start von «DAS ZELT» an der Lenk

Massimo Rocchi und BLISS begeisterten zum Auftakt

Massimo Rocchi hatte die «Ehre», den Veranstaltungsreigen im «Das Zelt» in Lenk zu eröffnen. Vor vollen Rängen strapazierte er mit seinem neuen Programm am Freitag die Lachmuskeln des gut gelaunten Publikums und erzählte vor fast tausend Zuschauern ein Stück Schweizer Geschichte. Die Acappella-Band «BLISS» überzeugte am Samstag mit einer rasanten Show.

«BLISS» mit der Casting-Show Super-Stern.

«BLISS» mit der Casting-Show Super-Stern.

«A cappella» bedeutet Gesang ohne Instrumentalbegleitung. In den 20er und 30er Jahren des letzten Jahrhunderts feierte das in Berlin gegründete Vokalensemble «Comedian Harmonists» mit dieser für die damalige Zeit in Europa völlig neue Art von Musik Riesenerfolge – bis hin zu aus lauter Begeisterung vom Publikum zertrümmertem Saalmobiliar. So weit gingen die Zuhörer an der Lenk glücklicherweise nicht (ob es wohl daran lag, dass die Temperatur im Zelt so tief war, dass die meisten sich in der Pause die Mäntel holen mussten?). Aber zu begeistern wussten die sechs Sänger auf der Bühne auf jeden Fall, was immer wieder mit Mitklatschen und Applaus verdankt wurde.

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Klamauk auf der Bühne

Die Interpreten, ganz in Schwarz als Kellner kostümiert, schliesslich arbeiten sie ja für eine Catering-Firma, verkörpern multinationale Charaktere, vielleicht manchmal etwas überzeichnet und klischeehaft; aber was soll’s, schliesslich ist es eine Casting-Show, die da oben auf der Bühne abgeht: Wenn der Wiener mit seinem herzerwärmenden Dialekt und dem berühmten «Wiener Charme» die Frauen betört, wenn der Amerikaner seine «jokes», seine Witze macht, die bei den Arbeitskollegen nicht immer auf Verständnis stossen, oder wenn Giorgio, der Italiener, zuständig fürs Essen und Amore, übers Leben philosophiert, wenn diese drei dann auch noch singen, begleitet von ihren Kollegen (einem französischen Koch, einem St. Galler, der als Chef der Firma amtet, und einem Walliser Rotzjungen, dessen Kommentare manchmal etwas allzu derb ausfallen), dann ist das Vergnügen pur – oder eben «bliss», zu deutsch «Wonne», «Seligkeit».

Grosse Spannweite des Repertoirs

Das musikalische Programm führte – wohl als Homage an die «Comedian Harmonists» gedacht – mit «Mein kleiner grüner Kaktus» über Songs von u. a. U2, Billy Joel, Michael Jackson, Nirvana und Zucchero bis hin zu Patent Ochsner und Plüsch, unterstützt von Perkussion. Aber nicht nur die Stimmen, Mimik und Gestik überzeugten, sondern auch die Performance und Choreografie. BLISS kann nicht nur parodieren (der Hüftschwung à la Elvis Presley und Michael Jackson zum Beispiel gelang den meisten hervorragend), sondern auch mal ein schon fast an Kirchengesang anmutendes Lied interpretieren. Dieser als «plat principal» servierte Gesang vermochte direkt zu berühren. Herrlich dann die Parodierung von Patent Ochsners «W. Nuss vo Bümpliz»: sehr komödiantisch, voller Gags. Als dann noch ein «Fotograf» aus dem Publikum auf die Bühne gebeten wurde, um den Klamauk per Kamera festzuhalten, war das Publikum hellauf begeistert. Das war sicher das Highlight des Abends. Bravo Oli!

Am Samstag, 6. Februar wird der bekannte Kabarettist Simon Enzler mit seinem Programm «Phantomscherz» im ZELT auftreten. Sie werden in der nächsten Ausgabe der SZ über den Appenzeller Komiker lesen können. Kathrin Moilliet