45. Internationales Schlittenhunderennen Lenk
Perfektes Rennen für viele Hundegespanne
Am vergangenen Wochenende von 7. und 8. Februar fanden bereits zum 45. Mal die internationalen Schlittenhunderennen an der Lenk statt. In zahlreichen Kategorien vom Skijöring über Pulka bis zu den Hundeschlittengespannen massen sich die Musher mit ihren Hunden. Dass die Lenk hervorragende Bedingungen für ein Schlittenhunderennen bietet, sprach sich weit herum, denn dieses Jahr wurden die Rennen auch von den Franzosen entdeckt, die mit 15 Gespannen an den Start gingen.
Manuela Walter kommt mit ihren zehn reinrassigen Schlittenhunden ins Ziel.
© Fabian Kopp
Das Wetter lockte viele Zuschauer an die Rennen. Viele von ihnen nahmen auch ihre Hunde mit, und spazierten der Strecke entlang. Die allermeisten verhielten sich dabei vorbildlich und hatten genügend Abstand zur Strecke. Leider gab es aber auch dieses Jahr wieder Unverbesserliche, die meinten, sie müssten mit ihren Hunden direkt an der Strecke stehen bleiben.
Im Start- und Zielbereich konnten die Leute sehen, wie die Hunde vorbereitet und eingespannt wurden. Das grösste Gespann dieses Jahr bestand aus zehn Hunden und war vor dem Start entsprechend laut. Die Hunde sind dann nämlich fast nicht zu halten und wollen unbedingt auf die Strecke. Einmal losgelassen, hört das Bellen aber sofort auf und in einem enormen Tempo ziehen sie die Schlitten über den Schnee.
Sehr viele Kategorien
Beim Schlittenhundesport laufen die Hunde in sehr vielen verschiedenen Wertungen. Es wird nach Kategorien, Anzahl Hunde und nach der Hunderasse unterschieden. Bei den Sprintrennen (wie an der Lenk) sind die schnellsten Hunde oft keine klassischen Schlittenhunde, sondern eher lauffreudige Jagd- oder Windhunde. Das schnellste Gespann war trotzdem das reinrassige Hundegespann vom Franzosen Damien Langlois, das für die Distanz von zwei mal zwölf Kilometern 46:49.9 Minuten brauchte. Das entspricht einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 30.75 km/h.
Damit die Gespanne sich nicht zu oft überholen müssen, starten die Gespanne am zweiten Tag nach der Rangfolge des ersten Tages. Das ist auch für die Zuschauer interessant, so können sie die Unterschiede zwischen den schnelleren Gespannen am Anfang und den langsameren am Ende der Kategorien sehr gut erkennen.
Sprintrennen
Die Rennen an der Lenk sind Sprintrennen. Die längste Distanz beträgt hier jeweils fünfzehn Kilometer am Samstag und Sonntag und wird von Gespannen mit mehr als sechs Hunden absolviert. Die Strecke verläuft mit mehreren Schlaufen vom Startgelände im Murersrohr bis zu den Simmenfällen. Die schnellsten Gespanne bewältigen diese Strecke in etwa einer halben Stunde.
Im Vergleich dazu sind viele nationale Hunderennen in Norwegen, Schweden, Finnland und Kanada deutlich länger. Diese Rennen umfassen meist Distanzen von 100 bis 300 Kilometern, dauern ein bis zwei Tage und beinhalten Pausen. Die längsten Strecken sind mehrtägige Langstreckenrennen unter extremen Bedingungen mit über 1000 Kilometern Länge.
Neue Kategorie Happy Dog
Mit der Kategorie «Happy Dog» will der SSV auch älteren Hunden noch die Chance auf einen Start ermöglichen. In der Kategorie Happy Dog nehmen Teams teil, bei denen die Freude an der gemeinsamen Bewegung im Vordergrund steht.
Besonders ältere und erfahrene Hunde erhalten so die Möglichkeit, weiterhin am Rennbetrieb teilzunehmen – ohne Leistungsdruck. Die Strecke hat eine Länge von acht Kilometern pro Tag. Es wird keine Zeit gemessen.
Die Happy-Dog-Kategorie ermöglicht es, den Schlittenhundesport auch über viele Jahre hinweg verantwortungsvoll auszuüben, und unterstreicht den respektvollen Umgang mit den vierbeinigen Athleten.