Generalversammlung Lenk-Simmental Tourismus AG

Wichtige Weichen für die Zukunft wurden gestellt

Die Generalversammlung der Lenk-Simmental Tourismus AG fand am Montagabend im Kulturhaus Lenk statt. 100% des Aktienkapitals waren an der Versammlung vertreten.

Wechsel im Verwaltungsrat: Michael Künzi übergibt sein Amt als Vertreter der Tourismusvereine des unteren Simmentals an Anna Bieri und Ludwig Nehls als Vertreter des Vereins Lenk Tourismus an Björn Thoma.

Wechsel im Verwaltungsrat: Michael Künzi übergibt sein Amt als Vertreter der Tourismusvereine des unteren Simmentals an Anna Bieri und Ludwig Nehls als Vertreter des Vereins Lenk Tourismus an Björn Thoma.

An der Generalversammlung der Lenk-Simmental Tourismus AG (LST) am 15. Juni blickten die Verantwortlichen auf ein bewegtes und intensives Tourismusjahr zurück. Verwaltungsratspräsident Lukas Eichenberger konnte sämtliche Aktionäre begrüssen. Das ganze Aktienkapital war an der Versammlung vertreten.

Top-Events im Sommer
und Winter wichtig

Ein weiteres zentrales Thema bleibt die Stärkung der Sommer- und Zwischensaison. Dabei setzt die Destination unter anderem auf den UTMB Wildstrubel. Damit wird die Lenk ab 2026 Teil einer international renommierten Trailrunning-Serie. Das Event stärkt die internationale Ausstrahlung der Destination und setzt wichtige Impulse in der Zwischensaison im Herbst. Die Läuferinnen und Läufer sind kaufkräftige Gäste und reisen häufig mit ihren Familien an. Dabei zeigte sich aber, dass nur die Startorte von Übernachtungen profitiert hatten. Dank der neuen Marathonstrecke mit Start an der Lenk sollen auch im Simmental zusätzliche Übernachtungen generiert werden.

Im Hintergrund wurden zudem verschiedene organisatorische Anpassungen vorgenommen. Die Zusammenarbeit innerhalb der Tourismusorganisationen im Kandertal und Simmental wurde weiter gebündelt und digitale Prozesse optimiert. So erfolgte unter anderem die Umstellung der Finanzbuchhaltung von Sage auf das System Abacus. Nicht nur für die Buchhaltung bedeutete das System einen Wechsel, sondern auch für die Mitarbeitenden. Sie erfassen nun ihre Arbeitszeiten direkt im System. Mit der neuen Lösung sollen künftig detailliertere Auswertungen und ein effizienteres Controlling möglich sein.

Veränderungen im Verwaltungsrat

Nach acht Jahren trat Vizepräsident Michael Künzi aus dem Verwaltungsrat zurück. In seiner Abschiedsrede erinnerte er an die umfassende Reorganisation des Tourismuswesens im Simmental. Während früher ausschliesslich Tourismusvertreter im Verwaltungsrat Einsitz hatten, sind heute auch die verschiedenen Leistungsträger vertreten. Künzi betonte, dass das untere Simmental nicht vergessen werden darf. Denn das Simmental geht bis ins Niedersimmental. Dabei verwies er auf zahlreiche touristische Perlen im Niedersimmental, deren Nischenangebote erhalten und weiterentwickelt werden müssen.

Ebenfalls verabschiedet wurde Ludwig Nehls, der aus Altersgründen zurücktrat. «Ich bin nun pensioniert und habe darum keine Zeit mehr», erklärte er. Er will sich mehr um seine Hobbys kümmern. Diese sind nun sein Lebensinhalt.

Als Nachfolger wählte die Versammlung Björn Thoma als Vertreter des Vereins Lenk Tourismus sowie Anna Bieri aus Boltigen als Vertreterin der Tourismusvereine des unteren Simmentals.

Tourismus zwischen Natur, Bevölkerung und Gästen

Geschäftsführerin Helena Galanakis stellte den Rückblick und die künftigen Herausforderungen unter das Motto der «Dreifaltigkeit des Tourismus»: Tourismus, Bevölkerung und Natur müssten im Gleichgewicht stehen.

Mit dem Umbau des Berghauses Leiterli wird die Gastronomie auf dem Berg gestärkt. Rechtzeitig auf die kommende Wintersaison soll das Restaurant wieder geöffnet werden.

Weitere Veränderungen prägen derzeit das touristische Angebot an der Lenk. Die bisherige Vinothek wird unter dem Namen «VinoVino» von den Betreibern der Lenk Lodge weitergeführt. Das Hotel Krone wurde umgebaut und der Lenkerhof wechselt per 1. Juli zu neuen Eigentümern.

«Es gibt aber auch einige Herausforderungen, die wir meistern müssen», erklärte Galanakis. Noch ungewiss ist die Zukunft von «Das Zelt». «Wir brauchen ein Winterhighlight», betonte sie. Sorgen bereitet ihr zudem die zum Teil zu tiefe Auslastung der Hotellerie. Die Lenk soll sich deshalb verstärkt als Ganzjahresdestination positionieren. Zwar stammen weiterhin rund 86 Prozent der Hotelgäste aus der Schweiz, der Anteil internationaler Gäste soll jedoch in den kommenden Jahren erhöht werden.

Ein grosses Zukunftsprojekt bleibt der Masterplan Bike, der gemeinsam mit TALK und den Bergbahnen entwickelt wird. Für die Umsetzung werden Investitionen von rund sechs Millionen Franken benötigt. Nun gelte es, die Finanzierung sicherzustellen.

Erfreuliche Nachrichten gab es hingegen aus dem digitalen Marketing. Ein Instagram-Video von der Oberstockenalp erreichte über zwei Millionen Aufrufe und stellte einen neuen Reichweitenrekord auf. Auch die Facebook-Präsenz der Destination legte stark zu und wuchs innerhalb eines Jahres um 135 Prozent auf knapp 29 000 Abonnenten.