Öffentliche Präsentationen der Maturaarbeiten des Gymnasiums Interlaken, Abteilung Gstaad

Meisterleistungen im kleinen Rahmen

Über ein halbes Jahr lang tüftelten die Gymnasiastinnen und Gymnasiasten an der Fragestellung, der Untersuchung, dem Niederschreiben, den Korrekturen und schlussendlich auch am Präsentieren. Somit schlossen sie am Montag, 18. November, ihre erarbeitete Thematik ab.

Aline Pfister gedenkt, ihr Furoshiki auch zu verkaufen.

Aline Pfister gedenkt, ihr Furoshiki auch zu verkaufen.

Das kritische Hinterfragen

Jede Schülerin und jeder Schüler versucht, durch die Arbeit Antworten zu finden. Zum Beispiel untersuchte Sarah Vorderegger aus Zweisimmen die Fragestellung «Welche Auswirkungen haben Düfte bei der visuell wahrgenommenen Attraktivität von Menschen?» oder Jan Ruf, auch aus Zweisimmen, stellte sich die Frage «Welchen Einfluss übten die Araber mit dem maurischen Bewässerungssystem auf Europa aus?».

Miriam Ader aus Grubenwald behandelte den Sachverhalt «Sind Eingriffe in die menschliche Genetik ethisch vertretbar?» Souverän, selbstsicher und gelassen legte sie ihr philosophisches Essay zur CRISPR/Cas-Methode dar. Ein Verfahren, welches Forschern zulässt, die DNA eines Embryos zu modifizieren und dadurch beispielsweise Krankheiten geheilt, aber auch neue Fähigkeiten ermöglicht werden können. Schliesslich kam sie zum Schluss, dass die CRISPR/Cas-Methode ethisch nicht vertretbar sei.

Am Puls der Zeit

Die Primanerinnen und Primaner setzten sich auch mit gegenwärtigen Themen auseinander. Aline Pfister strebte für ihr Projekt an, die Gesellschaft zu Offenheit und Überdenken anzuregen. Dafür nutzte sie das «Furoshiki», eine japanische Tradition, die ihre Ursprünge um 710 n. Chr. aufweist. Die quadratischen Tücher gestaltete die Zweisimmerin durch den selbst erlernten Siebdruck. Durch das ansprechende Design soll der Einwegverbrauch reduziert werden. Diese Baumwolltücher lassen sich durch wenige Handgriffe in Geschenkverpackungen, Handtaschen, Kleiderbeutel, etc. transformieren. Somit müssten weniger Plastiksäcke oder Geschenkpapiere weggeworfen werden.

Auch Michael Knöri wählte ein umweltbewusstes Thema: Photovoltaikanlagen im Simmental. Der Zweisimmer analysierte die Stromproduktion zweier Anlagen und verglich diese mit der Sonnenlichteinstrahlung über das ganze Jahr. Er entwickelte eine physikalische Formel, mithilfe dieser er erkennen konnte, dass es einen jahreszeitlichen Verlauf gibt. Aus seiner Auswertung konnte er auch schliessen, welche Bedeutung die Einfallswinkel der Sonnenstrahlen besitzen. Michael Knöri sieht ein erhebliches Potenzial in der Solarenergie, welches ihn dazu verleitet, sich später vielleicht auch eine Photovoltaikanlage anzuschaffen.

Letztendlich war jede Primanerin und jeder Primaner erfolgreich. Ihr Wissensdurst konnte gestillt, ihre Ziele erfüllt und die Fragen beantwortet werden. Mit den Arbeiten schlossen sie sogleich einen weiteren Teil ihrer Maturitätsprüfung ab. Die nächste Herausforderung auf ihrem schulischen Werdegang erwartet sie nächsten Juni.

Der Zweisimmer erklärt, wie die Photovoltaikanlagen funktionieren.

Der Zweisimmer erklärt, wie die Photovoltaikanlagen funktionieren.

Michael Knöri stellte seine Arbeit in aller Gelassenheit vor.

Michael Knöri stellte seine Arbeit in aller Gelassenheit vor.