11. Generalversammlung Geburtshaus Simmental-Saanenland

Neuausrichtung für die Zukunft

Das Geburtshaus zügelt bald – die Neuausrichtung startete mit enormem Engagement und soliden Finanzen.

Vorstandsmitglied Ursula Michel (rechts) überreichte Präsidentin Anne Speiser zum Dank ein Blumenbouquet.

Vorstandsmitglied Ursula Michel (rechts) überreichte Präsidentin Anne Speiser zum Dank ein Blumenbouquet.

© Charlotte Engstad

Rund 30 Personen hatten sich am Freitag, 19. Juni, trotz des Gewitters in der Aula des Schulzentrums Moos in St. Stephan eingefunden, um der Generalversammlung des Geburtshauses Maternité Alpine beizuwohnen.

Wer sorgt für die Frauen
in der Peripherie?

Präsidentin Anne Speiser begann mit einem Zitat des Filmemachers Stephan Hermann, der die Hebamme Hannah ein ganzes Jahr mit der Kamera begleitet hatte: «Wer sorgt für die Menschen, die nicht im Zentrum leben?» Das Titelbild des Jahresberichts, gezeichnet von Fränzi Kuhnen, stehe sinnbildlich für das vergangene Jahr: Fleissige Ameisen und Bienchen schwitzen über Verträgen und Papieren und arbeiten an einer Neuausrichtung, nachdem im Oktober 2025 der Operationssaal und die Anästhesie des Spitals Zweisimmen definitiv geschlossen worden waren. Der treffenden Zeichnung kam spontaner Applaus zugute. «Wir sind daran, uns neu zu erfinden», sagte Anne Speiser. Die Belastung für den Vorstand und die Angestellten sei gross gewesen.

Das Wochenbett wird als stationäre Dienstleistung beibehalten, ebenso die ambulanten Angebote. «Leider konnten die Mitarbeiterinnen der Hauswirtschaft ihre Stellen nicht behalten, wir werden ihr Engagement tief vermissen», bedauerte Anne Speiser. «Wir haben festgestellt, dass wir als Maternité Alpine unverzichtbar sind für die Region, Schliessung war nie eine Option.» Im Herbst 2025 wurde der Mietvertrag mit der Spital STS AG unterzeichnet. Die Maternité Alpine bleibt jedoch eigenständig, obwohl das Angebot ab Juli im Spital lokalisiert ist. «Wir sind auch in Zukunft 24/7 Anlaufstelle für Einheimische und Touristinnen», hielt die Präsidentin fest.

Solide Finanzen

Co-Betriebsleiterin und Hebamme Susanne Reber präsentierte den Jahresbericht des Betriebes und lobte den Zusammenhalt im Team. Über 18000 Kilometer seien im Dienst zurückgelegt worden, dank Spenden konnte ein neues Betriebsfahrzeug angeschafft werden. «Das Auto ist ein Highlight», sagte sie begeistert und dankte den Frauen vom Förderverein und den Mitgliedern des fachlichen Beirats und der Verwaltung.

Die Jahresrechnung 2025 und das Budget 2026 wurden von Finanzverwalterin Alexandra Schläppi präsentiert. Dank Spenden ist das Geburtshaus finanziell gut gerüstet für die Zukunft. Der Jahresbericht und die Rechnung 2025 sowie das Budget 2026 wurden einstimmig genehmigt und die Verwaltung entlastet.