Musikgesellschaft Oberwil

Hauptversammlung

Grosse Ehre für Hans Ast.

Grosse Ehre für Hans Ast.

Was führte wohl die MGO im Schilde, dass sie eine Viertelstunde vor Beginn der 89. HV mit Notenmaterial und glänzenden Instrumenten spielbereit im Hirschensaal standen? Ein Mitglied hatten sie nicht gebeten, früher einzutreffen, nämlich Hans Ast aus Waldried. Als dieser den Saal betrat, war er sehr überrascht, dass die feierlichen Klänge seiner Musikkameraden ganz allein ihm zu Ehren gespielt wurden! Aus gesundheitlichen Gründen muss er seine Laufbahn als Musikant auf dem Bariton aufgeben. Begonnen hat seine Karriere vor bald sechzig Jahren in einem Nachbarhaus in Waldried. Ein aktives Mitglied der damaligen Gesellschaft brachte ihm auf einfache Art das Blasen auf einer Trompete bei. Kaum konnte er sein erstes Lied, «Fern im Süd…» einigermassen spielen, wurde er aufgefordert, in die Musik einzutreten. Mit fleissigem Üben im Tonleiterheft zusammen mit den wöchentlichen Gesamtproben wurde aus Hans ein eifriges Mitglied der MGO. Unter der Stabführung von sieben Dirigenten stellte sich Hans Ast den stets steigenden Anforderungen. Er übte wenn möglich fleissig und war jeweils an der Aufführung eines Aufgabenstücks selber erstaunt, dass dieses ihm schlussendlich ganz gut gefiel, wo es doch beim ersten Durchspielen aus lauter widerspenstigen Kreuzen bestanden hatte! Die musikalische Entwicklung der letzten fünfzig Jahre kann Hans mit seinen Tonbandaufnahmen der Konzerte belegen. Er hat auch zahlreiche Theaterstücke aufgenommen, denn besonders in jungen Jahren, als man noch mit dem Velo oder mit dem Schlitten an die Übungen fuhr, half er leidenschaftlich gern beim Theater spielen. Er erinnert sich daran, dass man mit Brunner Gottfrieds Traktor Kulissen in den Gasthof Enge geführt hat!

Mit einem kleinen Geschenk bedankt sich die MGO bei Hans Ast für die geleisteten Dienste.

Anschliessend an diese Ehrung fand die 89. Hauptversammlung statt. Die Präsidentin Elisabeth Knutti liess das vergangene Jahr mit all seinen «Vorkommnissen» in Kürze passieren: Das Musikalische: Konzerte, Geburtstagsständli, Abschiedsmusik. Die Kassenschlager: Theater, Sommerfest. Das Vergnügliche: Musigrenne, Ramset. Das Notwendige: Musikübungen, Vorstandssitzungen, Kommissionssitzungen, Delegiertenversammlungen…

Einen besonderen Dank richtete die Präsidentin an alle «zugewandten» Helferinnen und Helfer. Ganz besonders beim Theaterspielen, aber auch am Sommerfest sind wir froh, wenn diese Freiwilligengeister noch lange herumgeistern!

Aus dem Bericht des Dirigenten geht hervor, dass 2009 in musikalischer Hinsicht eher als ruhiges Jahr in die Geschichte eingeht. Obwohl kein Musiktag stattgefunden hat, ist gute Arbeit geleistet worden.

Ernst Meinen macht einen Rückblick auf seine 20-jährige Tätigkeit als Dirigent der MGO: Ist die Gesellschaft musikalisch weiter gekommen? Jedenfalls ist sie nicht stehen geblieben, alles ist immer im Fluss. Musikanten kommen und gehen, auch im harten Kern gibt es Veränderungen. Die Anforderungen steigen, immer ist man «auf Trab». Es braucht eine enorme Präsenz als Dirigent, er muss immer da sein, wissen, WAS er will, WIE er es will. Auftrieb gibt es, wenn die Jungen Wünsche äussern, Initiative ergreifen, dies gibt Motivation. Es wäre Ernst angenehm, wenn er noch für ein paar Jahre Platz wechseln könnte, als Bläser in der MGO mitwirken. Es wären dann alle sechs Mitglieder der Familie Meinen «auf gleicher Ebene»!

Einem Austritt aus der Gesellschaft steht leider kein Eintritt gegenüber. Diesem Übel wollen die Jungen abhelfen, sie wollen bei den Schülern und bei Wieder- oder Späteinsteigern für neue Bläser sorgen.

Als neuer Vizepräsident wird Niklaus Zahler einstimmig gewählt. Die abtretende Regine Meinen erhält als Dank für all die geleistete Arbeiten eine Urkunde mit der Ehrenmitgliedschaft.

Zum Schluss gilt es, den Blick in die Zukunft zu richten. Das Sommerfest wird im gewohnten Rahmen zusammen mit dem Oldtimertreffen vom 4.–6. Juli stattfinden. Im Herbst werden die Reiselustigen auf ihre Rechnung kommen. Die Musikanten erfahren, dass bereits ein OK an der Arbeit ist, um den Oberländischen Musiktag im Jahre 2011 vorzubereiten. Maja lörtscher