Sparmassnahmen im Bildungswesen
65 Millionen Franken sollen mit einer weiteren Sparrunde, die Regierung und Grosser Rat beschlossen haben, im Bildungswesen eingespart werden. Treffen wird es die Kinder der 2. bis 6. Klasse sowie Jugendliche am Gymnasium und in der Berufsbildung. Zudem werden zahlreiche Klassen geschlossen. Treffen wird es aber auch die Lehrerinnen und Lehrer, deren Pensum abgebaut wird oder die entlassen werden.
LEBE, die Gewerkschaft der Bernischen Lehrerinnen und Lehrer, wehrt sich gegen diese und weitere Sparrunden mit einem Protestanlass der Betroffenen. Die Kundgebung wird am 29. März 2012 vor der Erziehungsdirektion durchgeführt. LEBE nimmt dabei bewusst einen Ausfall von Lektionen in Kauf.
Vom Lektionenabbau (Je eine Lektion Gestalten an der 2. bis 4. Klasse, eine Lektion Natur-Mensch-Mitwelt NMM an der 5. und 6. Klasse) sind nicht nur die Schülerinnen und Schüler betroffen. Die Sparrunde führt auch in unseren Kollegien zu einem Abbau von Pensen und daher zwangsläufig zu einem Lohnabbau. Unsere Schulleitungen werden durch die Sparrunde stark gefordert und von der pädagogischen Führungsarbeit abgehalten. Wir wollen es nicht hinnehmen, dass Fächer abgebaut werden, in denen sich die Kinder wichtige Fertigkeiten und Kompetenzen, wie die Feinmotorik im Gestalten oder das Erforschen und Entdecken der Umwelt im NMM, aneignen.
An der Kundgebung am 29. März wird es LEBE auch darum gehen, mit einem deutlichen Zeichen weitere Sparrunden in der Schule zu verhindern. Zusätzlich zu den rund 100 Vollzeitstellen, die durch den Lektionenabbau weggespart werden, wird auch die Neue Finanzierung der Volksschule massive Auswirkungen haben. Der Kanton rechnet mit der Streichung von weiteren rund 500 Vollzeitstellen durch Klassenschliessungen und die Vergrösserung der Klassen. Auch diese Sparübung bedroht die Bildungsqualität an unseren Schulen.
Wir Lehrerinnen und Lehrer bestreiten nicht, dass auch im Bildungsbereich mit den vorgesehenen Geldern sorgsam umzugehen ist. Als Steuerzahler anerkennen wir die Bemühungen für gesunde Kantonsfinanzen. Nicht einsichtig ist für uns, wenn alle staatlichen Aufgaben gleich gewichtet werden und damit Sparvorgaben die Bildung besonders hart treffen. Gegen diesen daraus folgenden absurden Verteilkampf innerhalb der Bildung wehren wir uns. Als Lehrpersonen fühlen wir uns zudem verpflichtet, neben unseren persönlichen Anliegen auch für jene der Schülerinnen und Schüler einzustehen.
An der Kundgebung in Bern werden sich die Lehrpersonen des Obersimmentals nicht beteiligen. Dies vor allem in Anerkennung der guten Rahmenbedingungen, von denen die Schulen in unseren Gemeinden profitieren.
Ideologisch unterstützen wir aber die Kundgebung. Hände weg vom Bildungssparen! Dies ist auch unser lauter Ruf in die Büros der Erziehungsdirektion in Bern.
Die Lehrerinnen und Lehrer der Primarstufe im Obersimmental