Flugplatzfest des Huntervereins Obersimmental

Bei bestem Flugwetter…

wurden während letzter Wochemit dem Zweisitzer-Hunter und Vampire viele Passagier-Flüge durchgeführt. Am Samstag fand bei Prachtswetter der jährliche Flugtag statt und der Hunterverein lud zu ihrer Vereinsversammlung ein.

Der Tiger-Hunter, Hunter und Vampire werden während der Mittagszeit betankt.

Der Tiger-Hunter, Hunter und Vampire werden während der Mittagszeit betankt.

Als einziger Wermuths-Tropfen musste dieses Jahr die etwas spärlichere Besucherzahl hingenommen werden. Infolge des grossen internationalen Dittinger Flugtags sowie einem Fluganlass in Reichenbach kamen für einmal sichtbar weniger Hunterfans nach St. Stephan.

Trotzdem ein super Flugtag

Höhepunkte des Tages waren vor allem die morgens und nachmittags startenden und landenden drei Hunter mit einem Vampire. Die verschiedenen Formations- und Einzelflüge waren imposant und die Herzen der Flieger- und Hunterfans flogen förmlich mit. Während des ganzen Tages flogen Heli-, DC-3, sowie weitere Flugzeuge ihre Flugpassagiere in den klaren und fernsichtigen Himmel.

Der zerlegte Papyrus-Hunter konnte im Hangar bestaunt werden und mit den anwesenden Mechanikern gefachsimpelt oder Fragen gestellt werden. Der Flug im Hunter-Simulator war gratis. Für reichlich Speis und Trank war auch bei grosser Hitze gesorgt.

Nur dank den vielen uneigennützig arbeitenden Helfern und der Zusammenarbeit aus dem Hunterverein Interlaken und Sion kann dieser Fluganlass überhaupt jährlich organisiert und durchgeführt werden. Vor 70 Jahren war die erste Landung auf dem «Reduit»-Flugplatz St. Stephan. 20 Jahre Hunterverein Interlaken und St. Stephan, 100 Jahre Luftwaffe sind weitere Jubiläums-Themen. Zu hoffen ist, dass dann zumal diese terminlich kollisionsfrei durchgeführt werden können.

Wieder fliegen soll …

nächstes Jahr der in Revision stehende Papyrus-Hunter. Dies war zu vernehmen an der Vereinsversammlung des über 1300 Mitglieder zählenden Huntervereins. Die vom initiativen Präsidenten Beat Radelfinger interessant und stark bebilderte Vereins-Jahresschrift stiess nebst seiner wie immer humorvoll geführten Versammlung auf gutes Echo. Die Revisionen am Hunter schlagen zu Buche – allein die Schleudersitzrevision kostete rund 28 000 Franken. Ein neuer Transponder wird nochmals mehr als die Hälfte dessen kosten. Die folglich budgetierte Negativ-Jahresrechnung schliesst mit einem Verlust von 15 466 Franken ab. Das Budget rechnet mit einem nochmaligen, etwas höherem Verlust. Dies veranlasste den Vorstand, den Mitgliedern eine Beitragserhöhung vorzuschlagen. Zur Wahl des bisherig bescheidenen Beitrages standen jetzt neu 25 oder 30 Franken. Die Mitglieder sprachen sich mehrheitlich für den höheren Betrag aus. Dass echte Hunterfans den Jahresbeitrag freiwillig oft noch toppen, freute den Vorstand bzw. den Präsidenten doppelt.

Die weiteren diversen Traktanden wurden diskussionslos genehmigt, Die Homepage ist neu gestaltet und ist ein Fundus an Informationen. Für die seit längerer Zeit erkrankte Andrea Beetschen wurde neu Christa Reusser in den Vorstand gewählt. Der Präsident verdankte all die unzählig vielen Helferstunden. Am gleichentags stattfindenden Helferabend mit gemeinsamem Nachtessen meldete sich der inzwischen anderweitig engagierte Präsident handy-live während der Pause aus der Freilichtaufführung vom Ballenberg. Er freute sich über den inzwischen erfolgreich abgeschlossenen Flugtag und die Leistungen seiner vielen Helfer. Diese haben in dutzenden, ja hunderten von gratis «Hobby-Stunden» geleistet. Hervorzuheben sind auch Gratis-Transporte der Treibstoffe, welche in Form von tausenden von Franken dem Verein erspart bleiben.

Flugplatzzukunft

Der Bund als heutiger Besitzer ist für knapp eine Hand voll Millionen oder Euro unterwegs auf der Suche nach einem Käufer. Wie dieses Geschäft der-einst über die Bühne gehen wird, ist Spekulation. Wird diese Anlage für einige Franken pro m² an eine hiesige Auffanggesellschaft gehen oder zu einem Symbolpreis an den Hunterverein? Dem Hunterverein wäre es am liebsten, wenn der Bund weiterhin Besitzer des Flugplatzes bleiben würde. So könnten all die andern Anlässe weiterhin auf dem Flugplatz durchgeführt werden. Denn der Jahrzehnte lange Unterhalt der Flugplatz-Anlagen ist erfahrungsgemäss finanziell teuer.

Die gesamte Bevölkerung stand seit dem Bau vor 70 Jahren und den Erweiterungen immer positiv gegenüber. Auch deren negativen Immissionen wurden in der breiten Bevölkerung, wie selten in der Schweiz, akzeptiert. Der Bund könnte als Dank ein markantes Zeichen setzen.

So könnte der Papyrus-Hunter weiter während Jahrzehnten regelmässig am Hunterfest oder andern Anlässen fliegen!Josef Kopp

Vereinspräsident Beat Radelfinger: «Wollt ihr euren Jahresbeitrag auf 25 oder 30 Franken erhöhen?

Vereinspräsident Beat Radelfinger: «Wollt ihr euren Jahresbeitrag auf 25 oder 30 Franken erhöhen?

Die DC-3-Breitling mit Passagieren im Aufstieg.

Die DC-3-Breitling mit Passagieren im Aufstieg.