Flugplatz St.Stephan

Der Bund beabsichtigt das Areal zu verkaufen. Dies ist aber nicht im Sinn des Handwerker- und Gewerbevereins St. Stephan. Ihm schwebt die Vision einer Mischnutzung vor. So sollen mindestens 50 Arbeitsplätze geschaffen werden. Die ganze Bevölkerung der Region – nicht nur von St. Stephan – ist darum aufgerufen, sich Gedanken über die Zukunft des Flugplatzes zu machen.

Flugplatz St.Stephan

1993 fand auf dem Flugplatz St. Stephan der letzte militärische Hunter-WK statt. Danach hat sich die Armee sukzessive zurückgezogen. Die Prospective Concepts AG, die sich Ende der Neunzigerjahre auf dem Flugplatz ansiedelte, konnte ausser leeren Versprechungen seither keine nennenswerten Aktivitäten entwickeln.

Der Bund beabsichtigt nun, das Areal zu verkaufen. Dies hat den Handwerker- und Gewerbeverein St. Stephan dazu veranlasst, sich Gedanken über die Zukunft des Flugplatzes zu machen. Dabei sind wir zum Schluss gekommen, dass das Areal nicht in fremde Hände gelangen sollte. Wir finden es vom Bund nicht richtig, dass er sich nun bei der erstbesten Gelegenheit mir nichts dir nichts auf und davon machen will. Wir sind überzeugt, dass es besser ist, den Flugbetrieb aufzugeben und das Areal anderweitig zu nutzen. Uns schwebt eine Mischnutzung (z. B. Landwirtschaft, Gewerbe, Kiestransporte, Fahrkurse, Tourismus, Vereinsanlässe) vor. Unsere Vision ist es, längerfristig auf dem Flugplatz mindestens 50 Arbeitsplätze zu schaffen.

Blicken wir über die Gemeindegrenzen hinaus. In Meiringen wurden weniger als 4000 Flugbewegungen bewilligt. In St. Stephan sind es 4500. Obwohl in Meiringen rund 200 Arbeits- und 25 Ausbildungsplätze angeboten werden, gibt der Fluglärm dort immer wieder Anlass zu grossen Diskussionen. Bei uns wird zurzeit wenig geflogen. Wenn der Flugplatz verkauft wird, müssen wir jedoch damit rechnen, dass das bewilligte Kontingent rasch ausgeschöpft wird. Dies wird vielmehr Fluglärm als heute verursachen. Wir sind überzeugt, dass dies nicht nur für St. Stephan, sondern auch für die ganze Tourismusregion nicht förderlich sein wird. In den Überfluggebieten kann dies auch negative Auswirkungen auf die Liegenschaftspreise haben. Der Flugbetrieb bringt neuerdings auch Einschränkungen. Die landwirtschaftliche Bewirtschaftung auf dem Flugplatz wird erschwert und eingeschränkt. Im Berner Oberländer konnte kürzlich gelesen werden, dass der Flugplatz Meiringen demnächst sogar ganz eingezäunt wird. Es ist wahrscheinlich nur noch eine Frage der Zeit, bis dies auch bei uns geschehen wird. Deshalb haben wir trotz allen anders lautenden Beteuerungen grosse Zweifel, ob bei einem Verkauf mittelfristig der Flugplatz in der heutigen Form von Dritten überhaupt noch mitbenützt werden kann.

Wir rufen die Bevölkerung – nicht nur von St. Stephan – sondern von der ganzen Region deshalb dazu auf, sich auch Gedanken über die Zukunft des Flugplatzes zu machen. Wie viele Arbeitsplätze wird uns der Flugbetrieb bringen? Lohnt es sich, dafür Fluglärm und Einschränkungen bei der Mitbenützung des Flugplatzes in Kauf zu nehmen? Wir sind klar der Meinung: Nein. Es darf uns nicht egal sein, was mit diesem Areal passiert. Wenn der Flugplatz einmal verkauft ist, werden wir und unsere Nachkommen nichts mehr dazu zu sagen haben!

Kilian Wyssen, Handwerker- und Gewerbeverein St. Stephan