Gemeindeversammlung St. Stephan: Gesamtschule Fermel wird geschlossen

Die Schliessung der Gesamtschule Fermel war das wichtigste Traktandum an der Gemeindeversammlung Die grosse Mehrheit beschloss die Zentralisierung im neuen Schulzentrum Moos.

Die erfolgreichen Lehrabgänger Patrik Matti, Fabian Sahli, Nicole Bühler und Seline Eschler umrahmt von Gemeinderätin Käthi Rösti und Gemeindepräsident Fritz Perren.

Die erfolgreichen Lehrabgänger Patrik Matti, Fabian Sahli, Nicole Bühler und Seline Eschler umrahmt von Gemeinderätin Käthi Rösti und Gemeindepräsident Fritz Perren.

Gross war der Aufmarsch an der Gemeindeversammlung vom vergangenen Freitagabend. 112 Stimmberechtigte (11,32 Prozent), wollten über die Schliessung der Gesamtschule Fermel abstimmen.

«Eine Klasse kann wieder eröffnet werden – eine Schule nicht»

Gemeinderätin Petra Krebs informierte die anwesenden Bürger, dass es sich der Gemeinderat nicht einfach gemacht habe. Letztendlich sei man aber zu dem Schluss gekommen, dass die Schliessung der Fermelschule die einzig sinnvolle Lösung bei den immer kleiner werdenden Schülerzahlen ist. Um die Schule Fermel sinnvoll weiter betreiben zu können, müssten in der Gemeinde fünf Schulklassen geführt werden. Der Kanton erlaube dies St. Stephan nicht, selbst wenn die Gemeinde mehr für die Schule ausgeben möchte. Eine Weiterführung der Schule im Fermel hätte zur Folge, dass im Tal nur noch drei Klassen geführt werden könnten. Diese wären entsprechend viel grösser geworden. Mit Einführung des obligatorischen Kindergartens müssen die Kindergärteler sowieso mit einem Transport ins Tal gebracht werden, so dass die anderen Schüler gleich mitfahren dürften.

Gerade im Winter ist das Fermeltal etwas besonderes. Wenn Lawinengefahr herrscht, wurde bisher kurzfristig über einen Schulunterricht entschieden. Dies ist in Zukunft nicht mehr möglich, da das Lawinenbulletin erst um 8 Uhr erscheint und der Schülertransport am Abend vorher entschieden werden muss. Somit werden die Fermelkinder bei Lawinengefahr öfters mal dem Unterricht fernbleiben. In der anschliessenden Diskussion brachte ein Bürger dazu Bedenken an: «Bei Lawinengefahr kann es durchaus sein, dass die Kinder eine Woche nicht in die Schule können. Danach werden sie etwas im Rückstand sein. Ich lege der Lehrerschaft daher nahe, dass diese Kinder die Möglichkeit erhalten, wieder aufholen zu können.» Eine Mutter meinte: «Eine geschlossene Schule kann nicht mehr wieder eröffnet werden, eine Klasse jedoch schon. Ich bitte euch, dies zu berücksichtigen».

Mehrfach wurde auch von Eltern darauf hingewiesen, dass die Schule auch ein Zentrum der Begegnung sei, und dass es längerfristig zu einer Entvölkerung des Tals führen wird. Die Fermel-Bürger wurden jedoch klar überstimmt, mit 80 Ja zu 28 Nein-Stimmen wurde der Schliessung der Gesamtschule zugestimmt.

Buget-Abstimmung und Wahl eines Vertreters in die Schulkommission

Vizegemeindepräsident Arnold Matti erläuterte die finanzielle Situation der Gemeinde St. Stephan. Der Voranschlag für das nächste Jahr sieht bei Ausgaben von 6 671 279 Franken und Einnahmen von 6 554 710 Franken einen Aufwandüberschuss von 116 569 Franken vor. Die Steueranlagen bleiben unverändert. Der Souverän genehmigte diesen Vorschlag einstimmig.

Ulrich Stucki wurde in stiller Wahl als Vertreter des Fermels in der Schulkomission bestätigt, es gab keine anderen Kandidaten.

Zukunft des Flugplatzes

Im Anschluss an die Gemeindeversammlung informierte Gemeindepräsident Fritz Perren über die Zukunft des Flugplatzes. Die Gemeinde verfolgt mit grossem Interesse den Verkauf des Flugplatzes. Die Arma-Suisse möchte diesen jetzt als ganzes verkaufen. Dabei möchte sich die Gemeinde beteiligen, um weiterhin etwas dazu sagen zu können. Die Verhandlungen verlaufen sehr positiv. Wahrscheinlich wird es eine AG werden. Mehr dazu wird an einer öffentlichen Infoveranstaltung im kommenden Frühling vorgestellt.

Kraftwerkbau verzögert sich

Der Gemeinderat und die BKW bedauern sehr, dass es mit dem Bau des Wasserkraftwerks nicht weiter geht. Seit 2007 wird am Projekt gearbeitet, aber der WWF Zürich hat zusammen mit Fischereivertretern Einsprache erhoben. Zusammen mit einer lahmen Verwaltung wurde das Projekt massiv verzögert. Der Gemeinderat hat jedoch in letzter Zeit nicht mehr so oft interveniert, da mit dem Bau des Schulzentrums und den vielen Baugesuchen wegen der Zweitwohnungsinitiative das einheimische Gewerbe in den nächsten Jahren viel Arbeit haben wird. So wäre ein Wasserkraftwerkbau im Jahr 2015 immer noch ein willkommener Auftrag.

Ehrung erfolgreicher Lehrabgänger

Als letztes wurden wie immer die erfolgreichsten Lehrabgänger geehrt. Nicole Rieben bestand ihre Abschlussprüfung als Coiffeuse mit der Note 5,6. Seline Eschler schloss ihre Lehre als Bauzeichnerin mit 5,6 und die Berufsmatur mit 5,0 ab. Auch Patrick Matti bestand seine Abschlussprüfung als Bauzeichner mit 5,6 und die Berufsmatur mit 5,3. Der Landwirt Fabian Sahli schloss mit 5,4 und die Detailhandelskauffrau Nicole Bühler mit 5,3 ab. Fabian Kopp