Gemeinsames Anpacken beim Bergwaldprojekt im Steilhang ob St.Stephan

Muskelkater, ein schmerzender Rücken und Blasen an den Händen entsprechen nicht den gängigen Vorstellungen von erholsamen Ferien – für die Freiwilligen des Bergwaldprojekts sind die langen Arbeitstage jedoch sinnstiftende Abkopplung vom Alltag.

Valeria, Alban und Pascal packten tüchtig an. Rechts Projektleiter Andri Bandli.

Valeria, Alban und Pascal packten tüchtig an. Rechts Projektleiter Andri Bandli.

© Charlotte Engstad

«Statt nach Afrika zu fliegen oder auf der Couch zu liegen, packe ich lieber hier mit an», sagte Hans, auf die Mistgabel gestützt. Dass der rüstige, fröhliche Rentner aus Biel-Benken bald siebzig Jahre alt wird, ist kaum zu glauben. Er sprudelte vor lauter Energie, stehend im Steilhang. «Ich habe als Gleisbauer und Lokomotivführer gearbeitet, und als ich pensioniert wurde, fehlte mir die körperliche Arbeit. Dann entdeckte ich das Bergwaldprojekt und war bereits an vielen Orten in der Schweiz im Einsatz.»

Extra Hände auf den Bergweiden

Das Bergwaldprojekt hatte auch dieses Jahr seinen jährlichen, zweiwöchigen Einsatz in St. Stephan. Am Mittwochnachmittag, 30. September, stiegen im Dürrenwald unterhalb des Flöschhorns Rauchsäulen zum Himmel. Gleich unterhalb lagen aus der Ferne gut sichtbare, säuberlich angeordnete Asthaufen, bereit zum Verbrennen.

Lokaler Vertreter war an diesem Tag Peter Lempen von der Alpgenossenschaft Dürrenwald: «Die Genossenschaft hat rund vierzig Anteiler und die Alp 274 Rindersweide. Jedes Jahr im Herbst führen wir obligatorische Reutwerke durch. Die Eigentümer schneiden die Stauden und wir sind sehr dankbar, dass das Bergwaldprojekt alle Jahre beim Aufräumen hilft. Wir versuchen jedes Jahr ein fast überwachsenes Gebiet zurückzugewinnen und die anderen von den nachwachsenden Stauden zu säubern. Ganz kleine Stauden fressen die Tiere noch, wenn der Weidedruck hoch ist. So wachsen weniger Stauden nach, aber das Nachwachsen kann man nicht verhindern.»

Peter Lempen arbeitet gerne mit der Bergwald-Crew: «Man kann immer voneinander lernen. Jeder arbeitet nach seinem Können und seinen Voraussetzungen.» Am Dienstagabend erwartete die Freiwilligen eine Überraschung: «Als Motivationsspritze für ihre Arbeit habe ich sie durch die Firma geführt, in der ich arbeite – die Rega. Ich habe ihnen unseren neuen Helikopter gezeigt und einen Vortrag über die Geschichte der Rega und des Rettungswesens gehalten.»

Lokaler Vertreter an diesem Mittwoch war Peter Lempen.

Lokaler Vertreter an diesem Mittwoch war Peter Lempen.

© Charlotte Engstad