Hunterverein Obersimmental: Flugplatz: Die erste Landung vor 70 Jahren

Am 8. Juli 1942 landete erstmals ein Flugzeug auf der neu erstellten (Gras)-Piste des Flugplatzes St. Stephan. Für den Hunterverein Grund, das diesjährige Flugplatzfest vom Samstag, 25. August, ganz diesem Jubiläum zu widmen.

Der Weisse «Papyrus»-Hunter des Huntervereisn Obersimmental.

Der Weisse «Papyrus»-Hunter des Huntervereisn Obersimmental.

Nachdem 1941 klar war, dass sich die Schweizer Armee in den Alpenraum (Reduit) zurückziehen wird, musste dort die Infrastruktur zuerst erstellt werden. Neben vielen Bunkern, Zeughäusern und Lagern wurden auch neue Militärflugplätze erstellt – einer davon in der sumpfigen Wiese bei St. Stephan. Rasch wurde klar, dass diese Graspiste kaum für einen regelmässigen Einsatz reichen würde und eine Hartbelagpiste wurde gebaut. Regelmässig leisteten Fliegerkompanien hier ihren Aktivdienst, starteten zur Identifizierung und Verfolgung von alliierten und deutschen Kampfflugzeugen. Der Bau der Piste war zum grossen Teil Handarbeit, wovon ausgegrabene Bilder zeugen.

Diese Arbeit sowie die weiteren aktiven Jahre des Reduit-Flugplatzes St. Stephan bis 1995 (Leichtflieger) werden am Flugplatzfest vom Samstag, 25. August, in den Mittelpunkt gerückt. Der traditionelle Anlass des Huntervereins Obersimmental wird neben «historischen» Baustellen und Material aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs auch für die Fans der fliegenden Kisten Interessantes bieten: Im Mittelpunkt wird der weisse Hunter («Papyrus») des Vereins sein, der dieses Jahr wieder in der Luft zu bestaunen sein wird. Daneben werden weitere Hunter und Vampire von Partnervereinen und etliche andere Flugzeuge erwartet. Am Boden gibt es Ausstellungen, Souvenir- und Verpflegungsstände, ein Kino mit dem Film über die Rettung auf dem Gauligletscher und vieles mehr für die ganze Familie. Und wie immer: Mit Überraschungen müssen Besucher rechnen.

Der Hunter war der letzte Kampfjet, der in St. Stephan aktiv bis 1993 geflogen wurde. Das war aber nur möglich, weil der Platz kontinuierlich ausgebaut und modernisiert wurde. Die Geschichte in geraffter Form ist in einer extra für diesen Anlass zusammengestellten Broschüre nachzulesen. Die Pistenverlängerungen, der Bau der Beton-Unterstände, die grosse unterirdische Kommandoanlage, spezielle Ereignisse wie die Testflüge mit amerikanischen Tiger-Jets: All dies hat der langjährige Chef der Dienststelle St. Stephan, der gebürtige Frutiger Walter Minder, aufgeschrieben und zahlreiche erstmals publizierte Bilder ergänzen die Geschichte in Broschürenform – zudem werden die anderen Oberländer Reduit-Flugplätze kurz vorgestellt. «Das gab sofort mal 50 000 Franken Sachschaden», erinnert sich Minder an einen Startabbruch, bei dem der Hunter erst im Fangnetz am Pistenende gestoppt wurde.

Und: «Ich bin oft nachts und an den Wochenenden mit meinem Wachthund auf die Kontrollrundgänge gegangen.

Da merkte man, wie weitläufig der Flugplatz und seine Anlagen sind.» Während Jahrzehnten war St. Stephan rund um die Uhr einsatzbereit, bei schlechtem und gutem Wetter. Der Hunterverein hofft natürlich, dass am Flugplatzfest bestes Flugwetter herrscht.

Walter Minder, langjähriger Chef der Dienststelle St.Stephan.

Walter Minder, langjähriger Chef der Dienststelle St. Stephan.