Motoclub-Gottesdienst: Auftanken für die Seele

Mit einem ungewöhnlichen Bild begann der diesjährige Motorradfahrer-Gottesdienst des Motoclubs St. Stephan: dem Videospiel «Mario Kart». Was auf den ersten Blick verspielt wirkt, erwies sich schnell als treffende Metapher für das Leben. Ob lieber Super Mario, Luigi, die Prinzessin oder der muskelbewehrte Bowser, ob auf zwei oder vier Rädern unterwegs – bei aller Vielfalt haben Menschen etwas gemeinsam, betonte Pfarrer Daniel Röthlisberger in seiner Begrüssung: «Alli si mer willkomme bi Gott, es jedes mit sire Gschicht u sine Eigeheite».

Aufgetankt: Im Motoclub-Gottesdienst ging es für einmal nicht nur um Benzin für den Motor, sondern auch für Körper und Seele.

Aufgetankt: Im Motoclub-Gottesdienst ging es für einmal nicht nur um Benzin für den Motor, sondern auch für Körper und Seele.

Eine stattliche Anzahl Bikerinnen und Biker sowie weitere Besucherinnen und Besucher fanden sich zum Gottesdienst ein, der ganz im Zeichen des «Auftankens» stand. Wie der Sprit im Tank ist Kraft im realen Leben nicht endlos. Körper und Seele brauchen Pausen und Pflege – entsprechend viel Stoff bot der Gottesdienst zum Innehalten, Durchatmen und Kraftschöpfen als Auftakt für die Töff-Saison und die neue Woche.

Im Zentrum der Predigt stand, was viele Menschen betrifft: Erschöpfung und Burn-out. Pfarrer Röthlisberger sprach über Leistungsdruck, den hektischen Alltag und das Gefühl mancher, nicht mehr mithalten zu können. Er verwies auf aktuelle Zahlen, die zeigen, wie verbreitet Stress und Überlastung sind. Burn-out entsteht nicht plötzlich, sondern entwickelt sich schleichend – oft unbemerkt. Als biblisches Pendant stellte er die Geschichte des Propheten Elia vor, der nach grossen Erfolgen in eine tiefe Krise gerät. Dieser zieht sich zurück, weiss sich am Ende seiner Kräfte. Doch gerade in der «Wüste» seines Lebens, erfährt Elia neue Zuwendung und Hoffnung. Zur Botschaft zählte, dass wie bei Elia ausgesprochen werden darf, wenn es nicht mehr geht – und Hilfe anzunehmen ein Zeichen der Stärke ist. Deutlich wurde aber auch: Der Weg zurück ins Leben dauert lange und braucht Geduld. In gemeinsam mit Moses Kuruc und Ronny Lempen vorgetragenen Gebeten wurde sodann an Menschen gedacht, die Schweres durchmachen, ebenso wie an Verunfallte im Strassenverkehr und ihre Angehörigen. Gleichzeitig wurde um Schutz und Bewahrung für alle gebeten, die in der neuen Saison unterwegs sind. Am Ausgang erhielten die Teilnehmenden ein Erfrischungsgetränk mit aufgeklebtem Segensspruch. Ein geselliges Noch-etwas-Zusammenbleiben rundete den wohltuenden Gottesdienst ab – anschliessend folgte für die Bikerinnen und Biker auf ihren Töffs die traditionelle Ausfahrt ins Grüne.