Der Gemeinderat verabschiedet ein Leitbild
Wimmis will den Geschäftssitz der Regionalkonferenz
Der Wimmiser Gemeinderatspräsident Peter Schmid hat klare Visionen über die Zukunft seiner Gemeinde: Der Ort an der Pforte zum Simmental will auch nach dem Abzug kantonaler Verwaltungsbereiche der «Hauptort» des unteren Simmentals sein und sich als Wirtschafts- und Wohngemeinde und als Naherholungsgebiet weiterentwickeln. Man hat sich als Standort für den Geschäftssitz der Verkehrskonferenz Thun-Oberland West beworben.
Der Wimmiser Gemeinderatspräsident Peter Schmid (SVP) stellte das neue Leitbild für seine Gemeinde vor.
In dem von der Bevölkerung und den Behörden gemeinsam ausgearbeiteten Leitbild werden in acht Teilgebieten (Finanzen, Entwicklung, Bildung, Gesellschaft, Sicherheit, Sport/Kultur/Freizeit, Umwelt/Natur, Verkehr und Politik/Aufgabenerfüllung) Aussagen über die Zukunft der Gemeinde festgehalten: «Die Gemeinde Wimmis soll aus einer Position der Stärke die Eigenständigkeit langfristig wahren; die regionalpolitische Bedeutung festigen; sich auf die wesentlichen Aufgaben konzentrieren; die Eigeninitiative und -verantwortung der Bürger fördern und ihnen und dem Gewerbe als Gegenleistung für die Steuern und Gebühren eine funktionierende Infrastruktur bieten.»
Eigenständigkeit wahren
«Die politische Eigenständigkeit ist zu wahren», steht als erster Satz im Leitbild. Der seit 2004 amtierende Gemeinderatspräsident Peter Schmid äussert sich zu Zwangsfusionen unter Gemeinden mit einem dezidierten Nein. Er kann sich aber durchaus vorstellen, dass die Gemeinden in Zukunft in Bereichen, «wo es Sinn macht», wie etwa bei den Finanzen, im Bauwesen oder im Vormundschaftsbereich enger zusammenarbeiten oder gar zu regionalen Einheiten zusammenwachsen könnten.
Werterhaltung
Steuern, Schulden und Zinsbelastung sollen nicht ansteigen. Für Peter Schmid ist es aber wichtig, dass dem Unterhalt und damit dem Werterhalt der Gemeindeliegenschaften, Schulhäuser und Strassen besondere Beachtung geschenkt wird: «Wir müssen hier langfristig denken, auch wenn die damit verbundenen Ausgaben kurzfristig mehr kosten als das Investitionsbudget vorsieht». Erfreut ist Peter Schmid auch über die starken Verbesserungen im Bereich der öffentlichen Verkehrsmittel (Bahn, Busse Halbstundentakt) in den letzten zehn Jahren: «Die Angebote werden wahrgenommen und die Frequenzen zeigen, dass der Bedarf da ist».
Wimmis soll Hauptort des Niedersimmentals bleiben
Nicht zuletzt dank dieser guten öffentlichen und privaten VerkehrsErschliessung und dank der ländlich-attraktiven Wohnlage sieht er für Wimmis gute Möglichkeiten, die regionale Bedeutung seiner Gemeinde zu stärken und er kann auch Beispiele anfügen. «Wir haben uns soeben als Standort für die Geschäftsstelle der Regionalkonferenz Thun Oberland West beworben. Daneben suchen wir den Anschluss an den Wirtschaftsraum Thun». Der Wimmiser Gemeinderatspräsident ist auch offen für eine engere Zusammenarbeit im Oberstufen-Schulbereich. Als Standort für die IBEM Niedersimmental (Integration und besondere Massnahmen im Schulbereich) hat man erste positive Erfahrungen gemacht. Vorstellbar ist für ihn auch eine spätere Zusammenarbeit mit dem Naturparkprojekt im Diemtigtal: «Der Niesen und das Gebiet um die Burg- und die Simmenfluh wäre eine ideale Ergänzung».
Die Bevölkerung ist zufrieden
Bei der Erarbeitung des Leitbildes, an dem auch die Bevölkerung und Organisationen mitgewirkt haben, kam zum Ausdruck, dass die Bevölkerung mit der Arbeit der Behörden zufrieden ist. Auch die Wimmiser Schulorganisation erhielt gute Noten. Das Leitbild soll nun nicht einfach in den Amts-Schubladen verschwinden. Einmal pro Jahr werden die Ressortchefs im Gemeinderat prüfen, inwieweit die im Leitbild formulierten Ziele erreicht wurden und oder noch aktuell sind. Ernst Hodel