Vereinspräsidenten und Delegierte diskutierten über die sportliche Zukunft
Bau einer Mehrzweck-Sporthalle?
Dem oberen Simmental fehlt eine bedarfsgerechte Mehrzweck-Sporthalle. Würden Oberstufenklassen anderer Gemeinden in Zweisimmen geführt, wäre es von Vorteil, eine Mehrzweck-Sporthalle zu bauen. Mehrere Vereinsverantwortliche wollen ein Initiativkomitee gründen, das die Vorarbeiten für dessen Bau an die Hand nimmt.
Initialzündung für eine Mehrzweck-Sporthalle lanciert: Dani Dumont, Tobias König, Jules van Enckevort.
Eine Reaktion auf die Zentralisierung!
Der Kanton Bern hat das Simmental «geplündert, zentralisiert und ausgeräumt». Deswegen den Kopf in den Sand stecken oder erst recht initiativ werden? Letzterem stimmten sie zu, die Vertreter der Sportvereine, die letzten Donnerstag gemeinsam über das brennende Thema «Mehrzweck-Sporthallenbau in Zweisimmen» diskutierten. Die vorherrschende Meinung der Vertreter der anwesenden Sportvereine war, dass: Viele Vereine, welche Mannschaftssportarten und Wettkämpfe betreiben, müssen unsere Gemeinden bzw. das Tal verlassen. Besonders im Winter haben diverse Sportvereine Mühe, ein Ganzjahrestraining zu betreiben. Organisieren grössere Vereine sportliche Anlässe oder möchten Mannschafts-Wettkämpfe durchführen, sind sie gezwungen, ins Saanenland in die dort bereits überlastete Halle auszuweichen. Dabei wäre hier viel Potential vorhanden, um eine bedarfsgerechte Sporthalle erfolgreich betreiben zu können.
Der gemeinsame Turnfest-Einsatz inspirierte
«Letzten Sommer durften wir anlässlich des Oberländischen Turnfestes einen unglaublich guten Zusammenhalt und eine grossartige Zusammenarbeit unter all unseren Vereinen erleben. Dies hat uns in unserem Vorhaben bestärkt, ein gutes und nötiges Zukunftsprojekt gemeinsam angehen zu wollen», so das Fazit der drei initiativen Zweisimmer, Daniel Dumont, Jules van Enckevort und Tobias König, welche den ersten Schritt zu diesem Projekt wagen. Und weiter: «Wir sollten unseren Jugendlichen im zweiten Lebensjahrzehnt ermöglichen, dass diese weiterhin Sport treiben. Sie dürfen während der kritischen Sportphase vor, während und nach der Lehre nicht der Bewegungs-Lethargie verfallen. Man muss ihnen eine aktive Bewegung in der Freizeit ermöglichen. Die Jugendlichen dürfen der Gesellschaft nicht ab dem ‹Karren fallen›, dies käme uns teuer zu stehen. Prävention ist günstiger, als teure Wiedereingliederungs-Programme. Der Trend aus dem Unterland, gemeinsame Vereins-Sport-Anlässe über mehrere Tage an einem verkehrstechnisch gut erschlossenen Ort zu verbringen, ist je länger je mehr gefragt. Dies erfahren wir bei unseren sportlichen Wettkämpfen – Zweisimmen ist dazu ideal gelegen, auch verkehrstechnisch.» Viele weitere Voten und Argumente zugunsten eines Sporthallen-Neubaus wurden aufgelistet, analysiert und besprochen.
Gründung einer Interessengemeinschaft (IG)
Die Vereinsvertreter und die drei Initianten waren sich selbstverständlich im Klaren, dass noch ein längerer Weg, vielleicht sogar ein steiniger, vor ihnen liegt. Überzeugungsarbeit, angefangen bei ihren Vereinen und der Öffentlichkeit, im Gewerbe und Tourismus usw. wird nötig sein. Touristisch gesehen wäre dieser Sporthallen-Neubau ideal im Hinblick auf den Beschluss von Gstaad-Saanenland- und Zweisimmen-Tourismus, welche vermehrt den Ganzjahrestourismus fördern wollen. Auch als Schlechtwetter-Varianten wäre eine Mehrzweck-Sporthalle ideal.
Eine IG mit 12 bis 15 Mitgliedern aus diversen Bereichen soll gegründet werden, damit demnächst der erste gemeinsame Schritt folgen kann.
Finanzierung
Das Hauptthema wurde nur kurz gestreift. Etwas unter oder im zweistelligen Millionenbereich dürfte das Vorhaben kosten. Sollte im Jahre 2012 bereits ein fertiges Projekt vorliegen, dürfte rund ein Fünftel davon an Kantons-Subventionsgeldern ausgelöst werden. Zusammen mit weitern öffentlichen Subventionsgeldern könnte etwa der halbe Betrag finanziert werden. Wenn man bedenkt, dass in den letzten 2–3 Jahrzehnten ein zweistelliger Millionen-Betrag allein von der Gemeinde Zweisimmen an die Bergbahnen geleistet wurde, dürfte auch ein solches Projekt für die Gemeinde Zweisimmen unterstützungswürdig sein. «Mitglieder des Gemeinderates begrüssen es jedenfalls, wenn eine solche Initiative aus dem Volk kommt – und die Lehrerschaft von Zweisimmen steht ohnehin hinter einem solchen Hallenbau», so einer der Initianten. Das letzte Wort dazu hätten dann die Stimmbürger.
Wie weiter in Zweisimmen?
Unter Mitarbeit der Gemeinde und von Zweisimmen Tourismus mit dem GST werden bekanntlich Verhandlungen geführt, um auf dem ehemaligen Terminus-Areal eine Jugendherberge zu erstellen. Auf der Höhe der MOB/Rinderbergpiste wird ebenfalls über den Bau eines grösseren Ferien-Hotels durch einen privaten Investor verhandelt. Ebenfalls auf privater Basis kann nun – nach der neuen Zonenplan-Genehmigung – auf dem Kronen-Areal anstelle des Hotels Krone ein Hotel/Wohnung/Geschäfts-Projekt geplant werden. Diese drei Überbauungs-Projekte sind in Bearbeitung. Keines hat jedoch bereits grünes Licht. Anders beim ehemaligen Dreyfuss-Haus: Dort ist der Umbau bereits im Gange. Dieses Gebäude wird innerlich in gehobener Qualität total neu erstellt (von privater Seite, unabhängig eines «Kronen-Projektes»). Zweisimmen darf gespannt sein, wie es mit den in Verhandlung und Planung stehenden Projekten weitergeht.
Die zu gründende IG wird zu gegebener Zeit in der SIMMENTAL ZEITUNG über das weitere Vorgehen informieren. Josef Kopp