Mitgliederversammlung Schwellenkorporation

Baustart der Wasserverbauung kleine Simme

Am 10. Dezember ist der Start zur 3- bis 4-jährigen Bauzeit im Dorf. Der Projektkredit für den Betelriedbach-Unterlauf wurde genehmigt. Der 6-jährige Menzi-Muck wird gegen einen neuen eingetauscht. Die kommenden grössten Aufgaben in der Geschichte der Schwellenkorporation führen zur Tellensatz-Erhöhung um 0,2 Promille von 0,8 auf 1 Promille.

Nächste Woche ist Baustart an der kleinen Simme

In der kältesten Winterszeit werden in unserer Gegend Bauarbeiten grösstenteils eingestellt. Nicht so beim Ausbau der kleinen Simme. Im Gegenteil, wegen der geringen Wassermenge im Winter müssen die Bachverbauungsarbeiten jeweils während den Winter-Monate bis zur Schneeschmelze im Frühling ausgeführt werden.

Vom Musikhaus bis zum Sportmotel werden die Arbeiten in drei Lose zu je einem Jahr aufgeteilt. Aus bautechnischen Gründen beginnt man zuunterst. Da der Allmend-Brückenneubau wegen der Bahnhoferweiterung noch nicht genau bekannt ist, wird dieser Teil voraussichtlich erst in 3 bis 4 Jahren verwirklicht. Deshalb wird jetzt oberhalb der Montreuxbrücke mit den Sanierungsarbeiten begonnen. Durch eine eventuelle breitere und längere Bahn- und Strassen-Brücke Montreuxstrasse könnte der Simmelauf womöglich nur verbreitert statt abgesenkt werden. Neu sollen statt den ursprünglich geplanten höheren Blockrampen niedrigere Querriegel im 25-m-Abstand eingebaut werden. Das wird der Verkolkung vorbeugen und eine bessere Fischgängigkeit bewirken. Der Baubereich im Dorf ist für die Verbauung bereits Fisch-frei gemacht worden. Die Einsprachen sind erledigt bzw. nichtig und die Anstösser sind über den Baubeginn informiert worden. Eine Knacknuss wird die Brücke an der Lenkstrasse sein, weil diverse Leitungen unter der Simme durchgehen und dort das Bachbett rund 1,5 m abgesenkt werden muss. Die aus heutiger Sicht viel zu steilen und teils erodierten Bachbett-Wände bergen weitere Überraschungen. Für das 3,6-Mio.-Bauwerk der Lose 1–3 gingen Offerten von 3–5 Mio. Franken ein. Den Zuschlag erhielt eine Dreier-Arbeitsgemeinschaft, die sich über die willkommenen Winterarbeiten freut. Die Bauinstallationsplätze werden auf dem Kinderspielplatz sowie auf dem Bärenparkplatz eingerichtet. Nebst den Subventions-Beiträgen von Bund und Kanton muss die Schwellenkorporation rund ein Drittel der Kosten selber aufbringen.

Der neue Muck und die Diskussion Betelriedbach

Karl Knubel, Präsident der Schwellenkorporation, konnte letzten Freitag an der Versammlung 23 stimmberechtigte Mitglieder willkommen heissen. Kein umstrittenes Thema war der Eintausch des jetzigen Mucks. Mit einer Viertelmillion Aufpreis kann dieser gegen das neuste und jetzt ausgereiftere Modell dieser Baureihe eingetauscht werden. Der 6-jährige Muck war eine «Montagsmaschine» aus der 1.Serie mit damaligen technischen Mängeln.

Betelriedbach: Über die Hälfte der Mitglieder meldeten sich zum Teil mehrmals zum bereits vor sechs Jahren geplanten Ausbau des Unterlaufes des Betelriedbaches. Ärgernis Nummer eins ist die Verschleppung der Planungsarbeiten durch Bund und Kanton mit immer neuen Erkenntnissen und Vorschriften sowie der personellen Wechseln der Beamten. Das Bauwerk wird zukünftig rund 3,6 Mio. Franken kosten. Die bisherigen Planungskosten betrugen 0,11 Mio. und werden gezwungenermassen wegen den gestiegenen Ansprüchen für den Ausbau um eine Viertel-Mio. erhöht. Mehrmals ermahnte der Präsident, dass es nicht um den Bau, sondern in diesem Traktandum lediglich um die Planungskredit-Bewilligung gehe. Mit nur einer Gegenstimme passierten sämtliche Traktanden des Abends.

Viel Arbeit wartet noch

Der Präsident durfte aus einem reich befrachteten vergangenen Jahr berichten und auch im kommenden Jahr wird viel zu tun sein. Mehrere Unterhaltsarbeiten sind im letzten Jahr ausgeführt worden und viele sind fürs neue Jahr bereits geplant. Die Rechnung 2011 schloss mit einem kleinen Gewinn ab. Das Budget sieht wegen den grossen Projekten einen Aufwandüberschuss von ca. Fr. 270000.– vor. Das Reservekapital der Korporation beträgt knapp 1 Mio. Franken. Die jährlichen Einnahmen betragen bisher rund 0,4 Mio. Nebst den jährlichen Unterhaltsarbeiten werden die beiden Grossprojekte etwas über 10 Mio. Franken betragen, verbleibend rund ein Drittel für die Korporation. Der Tellenansatz muss deshalb um einen Viertel auf 1 Promille erhöht werden, um die wichtigen Sicherheitsaufgaben in der Gemeinde Zweisimmen erfüllen zu können. Zweisimmen hatte viel Glück: Bei diversen Unwettern konnte man von Glück sprechen, dass man haarscharf vor grösseren Katastrophen verschont wurde. Die Grossprojekte sind nebst den Unterhaltsarbeiten nötig, damit unter anderem die Risikobereiche entschärft werden.Josef Kopp