Conterser Böcke für die Simmechuchi

Währenddem die Simmenköche die Conterser Böcken zubereiteten, genossen ihre Gattinen ein leckeres Mahl im Gasthof Bären.

Währenddem die Simmenköche die Conterser Böcken zubereiteten, genossen ihre Gattinen ein leckeres Mahl im Gasthof Bären.

Conterser Böcke standen als Menuvorschlag auf der Einladung zur April-Chochete. Da fragten sich die Hobby-Köche der Simmechuchi schon, was uns der Tageschef Chris Matti im Rahmen der Bündner-Spezialitäten anbieten möchte. Nach den Armenleute-Amuses-Bouches (blanchierte Bohnen mit Paniermehl), welche nicht den erwarteten Erfolg brachten, gab es eine Bündner Milchsuppe, die zwar gut schmeckte, aber als erster Gang etwas zu süsslich war. Der nachfolgende Bündner Nüsslisalat, natürlich mit Bündner Trockenfleisch, passte uns umso besser und als Zwischengang wurden diese ominösen Conterser Böcke serviert. Das Schweizer Radio gab schon vor einiger Zeit dazu einige vage Erklärungen. Conterser Bock war ursprünglich ein Fastenessen, welches vor allem an Karfreitag auf den Tisch kam. Es waren hart gekochte Eier, die mehrere Male mit einem Omelettenteig frittiert und zusammen mit einer Weinsauce serviert wurden.

Conters ist ein kleines Dorf im Prättigau, welches diesem Gericht seinen Namen gab. Nicht eindeutig festgestellt wurde, warum für den Namen dieser Eierspeise noch ein Bock herhalten musste. Man kann sich dies nur damit erklären, dass im Rätoromanischen dieses Gericht «Egls Bov» heisst und aus dem Wort «Bov» möglicherweise Bock abgeleitet wurde.

Da für diese Vor- oder auch Hauptspeise hart gekochte Eier verwendet werden, würde sich dies auch ganz besonders als Oster- oder Karfreitag-Menu eignen.

Rezept Conterser Böcke

Der Omelettenteig wird für 4 Personen mit 250 g Mehl, 3 Eier, 3 dl Milchwasser vorbereitet. Inzwischen vier Eier hart kochen (unsere Empfehlung, falls nicht vorgekochte Eier verwendet werden, diese nur etwa 9–10 min kochen, da diese bei der weiteren Verarbeitung noch nachziehen), schälen (falls man das noch etwas üppiger wünscht, mit zwei Rohessspecktranchen umwickeln) und dann im Omelettenteig wenden und im heissen Oel schwimmend hellbraun backen, wobei dies auch in einer Bratpfanne gemacht werden kann. Diesen Vorgang zwei- bis dreimal wiederholen, bis die Eier die gewünschte Grösse haben. Dazu eine Weinsauce servieren, die mit 5 dl Rotwein, 2,5 dl Wasser, 100 g Zucker, einer Zimtstange und einer Zitronenscheibe aufgekocht und fast auf die Hälfte eingekocht wird.

Nach diesem originellen Zwischengang folgten Bündner Fleischstrudel, garniert mit Kartoffelpizokels und einem feinen Apfelmus und schliesslich zum Dessert Jenische Röteli-Birnen an einer Vanille-Creme. Georges Kloos