Permanente Skicrosspiste am Rinderberg
Das Zauberwort hiess auch diesen Winter «Kunstschnee»
Pistenfahrzeuge beim Bau der Strecke für die Audi-Snowboard-Series.
Die Saison 2010/11 begann kalt aber mit nicht all zu viel Niederschlag. Das Zauberwort hiess auch diesen Winter «Kunstschnee», der uns davor bewahrte, den Berg nach vier Tagen schliessen zu müssen. Als die Pisten in einem top Zustand waren, konnten die Schneelanzen auf die Seite der Skicrosspiste gedreht werden. In der Altjahreswoche konnte so in drei Tagen genug Kunstschnee zum Bau der permanenten Skicrosspiste produziert werden.
Teilnehmerrekord beim Kids Skicross
Am 2. Januar durften wir den Coop Kids Skicross organisieren. Mit 130 angemeldeten Kindern haben wir gleich den Teilnehmerrekord gebrochen. Leider stieg im Verlaufe des Morgens die Nebelgrenze. Konnten wir morgens bei sonnigem Wetter auf ein Nebelmeer blicken, fanden wir uns zum Zeitpunkt des Rennens im Nebel wieder. Dank der Pistenfarbe, mit der sich die Sicht verbesserte und dem SwissSki Skicrosskader, die den Kindern Tipps und Tricks zeigten, liessen sich die Kinder die Freude nicht nehmen und kämpften um die Medaillenränge.
Pistentaufe mit Olympioniken
Die Höhepunkte des Tages waren die Taufe der Piste auf den Zweisimmner Olympiateilnehmer Richard Spalinger und der Besuch des Olympiasiegers Mike Schmid, der die Medaillen überreichte und anschliessend solange Autogramme schrieb, dass zwei Helfer mit Taschenlampen Licht spendeten und jedes Kind mit einem Autogramm nach Hause gehen konnte.
Die permanente Skicrosspiste war ab dem 3. Januar für alle Gäste geöffnet. Die Piste wurde rege von Jung und Alt benutzt. Es war toll zu beobachten, wie sich Kinder und Eltern in der Startvorrichtung aufstellten und sich auf der Strecke ein Familienrennen liefern.
Nächsten Winter planen wir während eines Hochsaison-Tages eine Lichtschranke zu installieren, um die Frequenzen der Skicrosspiste zu ermitteln.
Nationalmannschaft aus Weissrussland
Eine Woche vor den Snowgames und dem Europacup Skicross, der jeweils in der unteren Sektion stattfindet, reiste die Nationalmannschaft aus Weissrussland an und trainierte täglich auf der permanenten Skicrosspiste. Wir hoffen, in Zukunft mehr Skicross- oder Snowboardcross-Nationalmannschaften bei uns zum Training begrüssen zu dürfen.
An zwei Mittwochen führten wir mit dem einheimischen Nachwuchs der JO Zweisimmen ein Skicrosstraining durch, in denen wir die Kinder mit den Wettkampfregeln, der Startvorrichtung und den Elementen der Strecke vertraut machten. Da der grosse Schnee immer noch auf sich warten liess und der Betrieb auf dem Jaunpass vorübergehend eingestellt war, schloss sich uns die JO Boltigen an. So konnte das ein oder andere Skicrosstalent entdeckt und gefördert werden. Nächsten Winter sind weitere Trainings mit den Kindern geplant.
Piste durchgehend offen
Trotz dem mangelnden Schneefall konnte die Strecke, dank einer soliden Kunstschneeunterlage, täglich und die ganze Saison durchgehend offen gehalten werden. In der Woche vom 21. März bauten wir mit Hilfe von zwei Pistenfahrzeugen aus dem restlichen Schnee der permanenten Skicrosspiste und den Elementen des Freestyleparks eine Snowboardcross-Strecke für zwei weitere Events.
Rennen auf der Snowboardcross-Strecke
Am 26. März fand die Ursula-Scherz- Challenge statt. Old Stars aus der Snowboardszene fuhren in Zeitläufen gegeneinander. Unter den Promis befanden sich ehemalige Welt- und Vizeweltmeister sowie Nationalmannschaftstrainer. Das Rennen fand zum Gedenken an Ursula Scherz statt, welche voriges Jahr an den Folgen von Krebs starb.
Am 27. März durften wir mit dem Snowboardklub Saanen den Snowboardcross der Audi-Snowboard-Series ausrichten. Zu viert lieferten sich Junioren und Profis spektakuläre Kämpfe um die Medaillenränge.
Modernste Technik getestet
In der gleichen Woche hat uns die Firma Topo Bau Service GmbH besucht. Die Firma ist auf 3D-Vermessungstechnik spezialisiert, welche zusammen mit der nötigen Elektronik auf Baggern effiziente und genaue Aushubarbeiten ermöglichen. Die Fachmänner der Firma haben für ein Demo-Projekt einzelne Elemente mit terrestrischem 3D-Lasergerät eingescannt. Ein Freestylepark oder eine Skicrosspiste könnte auf dem Computer erstellt und mit einer mit GPS ausgerüsteten Pistenmaschine auf den Zentimeter genau in die Realität umgesetzt werden.
Diese Saison konnten die Pistenmaschinen-Stunden auf Grund des geringen Schneefalls niedrig gehalten werden. Der Kurs aus Kunstschnee wurde nach starker Benützung lediglich etwas eisig und konnte mit wenig Aufwand wieder präpariert werden.
Viele Helfer waren nötig
Als letztes möchte ich es nicht unterlassen, mich ganz herzlich bei allen Beteiligten zu bedanken. Angefangen bei den Gönnern und Sponsoren, die das Projekt permanente Skicrosspiste Rinderberg finanziell möglich gemacht haben, dem Personal der Bergbahnen, den Patrouilleuren und den Pistenfahrzeug-Fahrern, die immer anpacken und Ruhe bewahren, wenn es mal hektisch wird sowie den Shapern vom Team Schneefall, welche die Skicrosspiste jeden Tag in neuem Glanz erleuchten lassen. Dank gebührt auch der Geschäftsleitung der Bergbahnen Destination Gstaad und Zweisimmen Tourismus, die mich in jeder Beziehung unterstützt haben. Und schliesslich bei allen Helfern, die bei allen drei Events, die durch die Skicrosspiste an den Rinderberg geholt werden konnten, vollen Einsatz zeigten und diese erst mit fast 600 freiwilligen Helferstunden möglich gemacht haben.
Initiant Permanente Skicrosspiste Rinderberg, Tinel Feuz
Startgelände des Snowboardcross.