Verein Sparenmoos-Aktiv ist auch im Sommer aktiv

Die Sagenwanderung begeistert sagenhaftes Sparenmoos

Trotz höchster Gewitterwarnung durfte Sparenmoos-Aktiv-Präsident Stefan Pfister knapp drei Dutzend Sagenwanderer begrüssen. Weil das Sparenmoos so trocken wie selten ist, konnte sogar ein Loipenabschnitt bewandert werden. «Das Goldene Glöcklein» von Regula Dänzer zeigt die Bedeutung von Zusammenarbeit unter Älplern. «Das Schwarze vom Schwarzesee» lässt eine alte Sparenmoos Sage aufleben. Die Sagenwanderung begeisterte.

Regula Dänzer fesselte die Sagenwanderer mit «Das Goldene Glöcklein».

Regula Dänzer fesselte die Sagenwanderer mit «Das Goldene Glöcklein».

© Matthias Kurt

Seit zehn Jahren inszeniert Sparenmoos-Aktiv touristisch sanft vor allem den Winter im Sparenmoos. Wenige Events im Sommer sollen zeigen, welch starker Kraftort das Sparenmoos ist.

Es polterte von der dunklen Plaine Morte her heftig, doch für die Sagen verzog sich das Gewitter in Richtung Osten. Das Sparenmoos, das liebend gerne einen Gewitterschauer genommen hätte, ist so trocken wie lange nicht mehr. So konnten die Wanderer querfeldein über den Loipenabschnitt wandern, wo Dario Cologna in seinem letzten Rennen seiner grossen Karriere endlich seinen so ersehnten ersten Sparenmoos-Sieg holen konnte.

Das Goldene Glöcklein

Regula Dänzer wählte die Sage «Das Goldene Glöcklein». Als Kind verbrachte sie viele Alpsommer auf Nüjebärg und sie liebt diese Sage. Das goldene Weideglöcklein mit seinem verzaubernden Klang erscheint im Sparenmoos nämlich nur, wenn die Älpler von Erbetlaub, Nüjebärg und Tollmoos sich gut unterstützen und ohne Neid das Beste für den Berg leisten. Regula Dänzers Sage in schönem Simmentaler Dialekt ging unter die Haut.

Das Schwarze vom Schwarze See

Kobi Knöri hatte seinen Anteil an der Alp Hindere Schwarzesee in den Krisenjahren der Dreissiger Jahren an einen Notar verloren. Dieses Schicksal erlitten viele Alpen im Simmental und Saanenland. Zum Glück erzählte vor 55 Jahren – fünf Jahre vor seinem Tod – Kobi einem Statterbuben die Sage vom Schwarzesee. Vor langer, langer Zeit hiess der glasklare See Sparensee. Die Juwelen auf dem Grund, die der Schwarzesee noch heute hat, leuchteten bis an die Oberfläche. Der Zauberer vom Hundsrügg wollte die Nixe vom Schwarzesee unbedingt besitzen. Auch mit dem Zaubertrick, einen Riesen-Regenbogen in den See fliessen zu lassen, scheiterte er. Aus Wut schuf er einen neuen Ablauf, der alle Farben vom Sparensee in den Boden verschwinden liess, und schleuderte Felsbrocken gegen Süden auf die Alp Hindere Schwarzesee. Aus dem Sparensee wurde der Schwarzesee und die Flanke zur Kleinen Simme war nun reich an Stein, Reichenstein.