Stiftung Mannenberg/Burgenweg
Es tut sich was auf dem Mannenberg
Wer im April seinen Blick talauswärts richtete, bemerkte, wie die einzelnen Konturen der Ruine auf dem Mannenberg vom Dorf her sichtbar wurden. Schritt um Schritt lichtete sich immer mehr das Gehölz, als erwache die alte Burg sanft aus dem Dornröschenschlaf. Es mussten etliche Tannen gefällt und Sträucher im Burghof, auf der Burgmauer und um die Burg ausgeholzt werden.
Die Holzerarbeiten waren notwendig um überhaupt die Sanierung zu ermöglichen. Obwohl die Bäume auf den Burgmauern besonders eindrücklich wirkten, trugen deren Wurzeln viel zur Zerstörung des Mauerwerkes bei. Einen besonderen Einsatz leistete freiwillige Helfer, die Schule Mannried, die, die Holzspalten fein säuberlich in Einzelhandarbeit vom Platz trugen. Hier ein ganz herzliches Dankeschön an alle Helfer für die sorgfältige Arbeit.
Der neue Weg auf dem Mannenberg
Doch nicht genug der Waldarbeiten. Die Projektgruppe Wald und Weg, unter der Leitung von Hans von Känel und Hans Burkhalter, machten sich mit einem Fähnlein Mannenberger auf, einen neuen Weg über die obere Burg zu erstellen. Ein unmögliches Unterfangen? Nein. Dank der guten Zusammenarbeit aller Beteiligten, der Forstabteilung, der Wildhut, Jagdpflege und dem Wanderwegverantwortlichen. Mit dem grossen Engagement des aufrechten Fähnleins gelang es ein faszinierendes Stück Weg mitten durch die Wildnis obere Burg neu zu eröffnen! Die Arbeit war anstrengend, so dass die aufrechten Mannen nach der Arbeit nicht mehr so aufrecht gingen. Es muss wohl beim Bau der Burg nicht anders gewesen sein. Gerade der neue Weg erinnert uns daran, wie anstrengend es in der damaligen Zeit gewesen sein muss, eine so grosse und eindrückliche Feste zu erbauen. Der Häcksel der Sträucher, vom Ausholzen der unteren Burg, wurde zur Schüttung des Weges verwendet, so dass man nun sanft gehen kann. Die kreuz und quer liegenden Lotharstämme wurden geschickt zum Wegbau verwendet. Man kann nun gut den Zugang zur Burg von der Verbindungsstrasse Grubenwald–Mannried her benutzen (bessere Parkmöglichkeiten).
Auf dem neuen Weg, gelangt man bald vorbei an alten Mauernresten in einen grossen Hof unterhalb der Hauptfeste (obere Burg). Dieser wird von einer eindrücklichen, noch erhaltenen Wehrmauer auf der südöstlichen Seite umschlossen. Der Weg führt hinauf über den Burgwall bis zur Plattform der oberen Burg, wo Mauerreste und Grundrisse der Anlage noch gut zu erkennen sind. Von dort über den südlichen Burgwall hinunter in den alten Weg, vorbei an den Gletschermühlen zur unteren Burg wo die Grabungen stattfinden.
Den Erstellern des Weges sei ein ganz grosses Dankeschön ausgesprochen. Sie haben einen ersten wichtigen Beitrag geleistet und auf geschickte Art die historische Stätte besser zugänglich gemacht.
Nach dem informativen Orientierungsabend im vergangenen März verliefen die Arbeiten in den verschiedenen Projektgruppen der Stiftung auf Hochtouren. Die Sanierung der Burg erforderte umfangreiche Abklärungen in der Logistik, da der Zugang zur «Baustelle» erschwert ist und auch Sicherheitsvorkehrungen zum Schutze der Anwohner und der Natur auf und unterhalb des Mannenbergs sowie den Gegebenheiten der Natur gewährleistet werden musste.
Das Architekturbüro Werkidee mit Matthias Trachsel leistete zusammen mit dem Archäologischen Dienst in kurzer Zeit eine sehr gute Arbeit. Bei aller Planung war aber ungewiss, startet das Projekt oder startet es nicht. Weil, trotz der Zusage von Bund und Kanton, eigene Mittel zu beschaffen waren.
Dank dem Sponsoring
Nun geschah Entscheidendes, das grossartige Engagement das beim Erstellen des neuen Weges zu Stande kam wirkte. Den positiven Rückmeldungen der Bevölkerung folgten grössere und kleinere Spendenbeiträge. Das engagierte Sponsoring hat den Start des Projekts und die Realisierung der ersten Etappe möglich gemacht.
Der Einstieg eines Hauptsponsors und den Unternehmungen des regionalen Gewerbes als Burgenweg Tafelsponsoren ermöglichten der Stiftung für das Projekt
Mitte April grünes Licht zum Start zu geben
An dieser Stelle sei den bisherigen Spendern gedankt. Die Sponsoren sind auf der Homepage, des Burgenweges (www.Burgenweg.ch) bereits aufgeführt. Auch dank gebührt allen Einzelspendern mit grösseren Beiträgen, Mittleren und kleineren Vergabungen. Sowie weitere Unternehmungen die uns mit ihren Leistungen unterstützt haben. Nun ist die Burgschatztruhe bei weitem noch nicht voll, der Boden wohl gut bedeckt, so dass die Sanierung begonnen werden konnte. Weiteres Engagement um Spendenaktivitäten ist noch notwendig. Von den rund 194 000 Franken benötigen wir noch 100 000 Franken (durch die Sponsorengelder werden auch die Beiträge von Bund und Kanton von rund einer halben Million Franken ausgelöst)!
Forschung und Grabung des Archäologischen Dienstes
Nun hiess es auch für den Archäologischen Dienst des Kantons Bern kurzfristig zu disponieren, um die Forschungs- und Grabungsarbeiten vorzubereiten die vor den Sanierungsarbeiten erfolgen. Die Grabungen sind zurzeit voll im Gange wir bitten deshalb um Rücksichtnahme bei einem Besuch. Eine Information erfolgt am Sommerfest in Zweisimmen. Auf die Resultate sind wir gespannt!
Von der Vergangenheit zur Zukunftsperspektive?
Die Überreste der grössten Doppel-Burganlage im Oberland stammen aus einer Zeit, da die Herrschaft Mannenberg ein bedeutender Knotenpunkt im umstrittenen Grenzgebiet zwischen Savoyen und Zähringen war und die Verbindungswege nach Süden und Westen durch das Simmental führten. Deshalb wundert es nicht, dass verschiedene Herren wie Peter von Raron, die Grafen von Greyerz Heinrich von Strättligen (Bild) und das Zähringer Bern um diesen wichtigen Ort gestritten haben.
Die Geschichte des Simmentals soll mit dem heutigen Lebensraum verbunden werden. Der Burgenweg führt zu den historischen Orten in der Gemeinde Zweisimmen vom Beinhaus und Kirchenbezirk zum Mannenberg in guter Distanz vorbei am Hochgericht des Galgenbühls weiter über Grubenwald zur Burgruine Laubegg, zurück über die Steinegg auf der Via Historica ( historische Verbindungen und Wege der Schweiz) ins Dorf. Von dort können das Schloss Blankenburg besucht werden und wer Lust hat wandert nach dem Reichenstein wo der Burghügel der alten Feste noch am mächtigen Graben zu erkennen ist.
Rund um Zweisimmen standen also vor gut 700 Jahren vier Burgen? Was war da wohl los? Der Flyer Burg Mannenberg gibt Ihnen Auskunft! Er ist in allen Geschäften in Zweisimmen beim Einkauf erhältlich. Mehr werden sie auf dem Burgenweg in einem Jahr erfahren.
Das Projekt bietet Naturerlebnis, Bewegung und Bildung in einem und lässt sich gut mit anderen Angeboten der Region vernetzen, wie dem Simmentaler Hausweg, der Moorlandschaft Sparenmoos, dem Naturpark Diemtigtal. Es wirkt wie ein Mosaikstein im Angebot und ist attraktiv für den Tourismus. Dabei werden die bestehenden Wanderwege und der öffentliche Verkehr genutzt. Es bietet Familien, Schulklassen, Lagern, Vereinen und Interessierten jeglichen Alters ein Erlebnis der besonderen Art.
Durch das vereinte Engagement wird es möglich aus der Vergangenheit eine Zukunftsperspektive zu schaffen, mit Innovationen und Ideen. Zweisimmen und die ganze Region soll ein attraktiver Lebens- und Erholungsraum sein.
Die Ziele des Projektes sind: Erhalten, Vernetzen, Nachhaltigkeit, Identifikation mit Zukunftsperspektive. Stiftungsratspräsident JP. Beuret
Die Ruine nach dem säubern von Bäumen und Gehölz.
Der Archäologische Dienst erklärt den Arbeitern die Beschaffenheit der Burgruinenmauern.
Heinrich von Stretelingen