Das Segantini Quartett an den Februarkonzerten 2026

Grossartige Musik und perfektes Zusammenspiel des Quartetts

Klaus Burkhalter hatte auf den Freitagabend, 13. Februar im Namen der Konzertvereinigung Zweisimmen zum dritten Februarkonzert 2026 eingeladen. Auf dem Programm standen das Streichquartett B-Dur op. 130 mit Grosser Fuge op. 133 von Ludwig van Beethoven und das Streichquartett d-moll KV 421 von Wolfgang Amadeus Mozart. Die reformierte Kirche Zweisimmen war gut gefüllt und die Zuhörenden wurden für ihr Kommen mit einem fantastischen Konzert reich belohnt. Es war ein Genuss, dem Segantini Quartett zuzuhören.

Das Segantini Quartett spielte voller Virtuosität und begeisterte mit den Werken von Beethoven und Mozart: Marianne Aeschbacher (Geige), Tobias Moster (Violoncello), Sebastian Wohlfarth (Bratsche) und Antonio Pellegrini (Geige).

Das Segantini Quartett spielte voller Virtuosität und begeisterte mit den Werken von Beethoven und Mozart: Marianne Aeschbacher (Geige), Tobias Moster (Violoncello), Sebastian Wohlfarth (Bratsche) und Antonio Pellegrini (Geige).

© Kerstin Kopp

Am letzten Freitagabend betonte Klaus Burkhalter als Organisator, dass es für die Konzertvereinigung etwas Besonderes ist, dass sie im Februar in Zweisimmen diese schöne Konzertreihe veranstalten dürfen – was nicht ohne Sponsoren möglich wäre. Das dritte Februarkonzert war dieses Jahr zwei Streichquartetten von Ludwig van Beethoven und Wolfgang Amadeus Mozart gewidmet. Dazu hatte Klaus Burkhalter das Segantini Quartett eingeladen, welches auch schon früher in Zweisimmen zu hören war. «Die Begegnung mit euch ist für uns immer ein besonderes Erlebnis», begrüsste Klaus Burkhalter die Musikerin und die drei Musiker: Marianne Aeschbacher (Geige), Antonio Pellegrini (Geige), Tobias Moster (Violoncello) und Sebastian Wohlfarth (Bratsche). Alle vier haben eine äusserst reiche Karriereleiter hinter sich: in Orchestern, als Solisten, Kammermusiker und Lehrer an Musikhoch- bzw. Musikschulen.

Das Staunen nicht verlernen

Klaus Burkhalter versprach dem zahlreich erschienenen Publikum nicht zu viel. Beethovens Streichquartett op. 130 ist bekannt für seine emotionale Tiefe mit der berühmten «grossen Fuge» am Schluss. Es wird charakterisiert durch extreme Kontraste. Beethovens Zeitgenossen hatten allerdings mit dem Werk ihre Mühe. Ein Kritiker schrieb damals, dass man meinen könnte, dass die Instrumente in den Regionen des Süd- und Nordpols mit ungeheuren Schwierigkeiten zu kämpfen haben und sie sich unter einer Unzahl von Dissonanzen kreuzen. Auf Wunsch des Verlegers gab Beethoven dann nach, komponierte ein neues Ende und «die Fuge» bekam die Opuszahl 133.

Das Segantini Quartett spielte am 13. Februar zum Glück das Streichquartett mit der «Grossen Fuge», welche aus dem italienischen übersetzt «die grosse Flucht» heisst. Und es sah nicht so aus, als wenn das Publikum innerlich vor lauter Überforderung die Flucht ergreift. Im Gegenteil es liess sich vom ersten Ton des nicht einfachen Werkes an von der Virtuosität und dem grandiosen Zusammenspiel der vier Musiker faszinieren.

«Man braucht ein Geheimnis nicht zu entschleiern, um seine Wirkung zu verspüren. Es genügt, zu wissen, dass die Kunst Geheimnisse besonderer Art birgt, und sei es auch nur zu dem Zweck, das Staunen nicht zu verlernen» zitiert Sebastian Wohlfarth (Bratsche) seinen Vater, der Musikwissenschaftler war. Das Beethoven-Werk op. 130 war auf jeden Fall eine grosse Entdeckungsreise mit extrem abwechslungsreichen Themen: mal sanft zusammenspielend, dann wieder wild hintereinanderher jagend. Jedes der einzelnen Instrumente hatte seine Rolle und diese kam, im Spiel, mit dem Bewusstsein der eigenen Bedeutsamkeit zum Vorschein: Mal war das eine im Vordergrund, den Rhythmus angebend und wurde von den anderen unterstützt, dann wieder wechselnd, mit dem Versuch zu überholen. Langeweile kam da sicher nicht auf.