Mannried Open Air 2019

Grosse Namen und ein noch grösseres Fest

Mit 20 Helfern stemmen vier OK-Mitglieder das Mannried Open Air, was so wohl einmalig ist. Es klingt ja schon recht abgedroschen, wenn man schreibt: familiär, übersichtlich, in einer tollen Kulisse eingebettet und super Künstler. In Mannried stimmt alles haargenau. Hier streifen Weltstars wie Blaze Bayley, der von 1994 bis 1999 Sänger bei Iron Maiden war, durch die Menschenmenge, lassen sich fotografieren und suchen das Gespräch mit den Besuchern.

Willkommen in Mannried dachte sich Blaze Bayley.

Willkommen in Mannried dachte sich Blaze Bayley.

© Michael Schinnerling

Es hat noch nicht viele Besucher, als sich die Band Moorgarten für ihren Gig bereit macht. Die Neuenburger singen von Schlachten und Eroberungen, so wie bei «Called to the War», «Revelations of the Graveyard» oder «Warrior Panic». Immer mehr Konzertbesucher finden sich ein und bleiben vor der Bühne stehen. «Wir haben die Band vor einigen Jahren schon im Wallis gehört, deswegen kamen wir hierher», erklärte ein Paar aus Solothurn. Es stimmt, die Melodien gehen ins Ohr und die Stücke werden authentisch rübergebracht. «Wir wollen von Schlachten und Kämpfen im positiven Sinne erzählen», so Sänger Pierric. «Und es war sehr schön, die Landwirte beim Heuen zu sehen, als wir hierher gefahren sind. Wir dachten, die Schweiz ist so vielfältig», erklärten die Neuenburger.

Vielfältig war die musikalische Ausrichtung der Bands. Das bewies die Aargauer Metal-Band Silence Circus. Lässiger, rasanter Heavy Metal mit melodiösen Songs. Silent Circus spielte «Burning Down», « Agony», «Inner Voice» (alle vom aktuellen Album). Mit dem Stück «Once Again» (Album «Into The Silence») verabschiedeten sich die Aargauer.

Während des Konzerts der Aargauer traf Blaze Bayley und seine Band ein. Als wäre es das Normalste auf der Welt, spazierte Bayley durchs Publikum und liess sich fotografieren. Die Besucher suchten das Gespräch mit dem Engländer und Bayley genoss es förmlich, die Sympathie seiner Fans zu bekommen.

Blaze Bayley exakt wie ein Arzt vor der OP

Blaze Bayley explodierte musikalisch auf der Bühne. Mit «Sign of the Cross», «Lord of the Flies», «Judgement of Heaven» oder «Fortunes of War» riss der Metalsänger seine Fans zu Beifallsstürmen hin. Interessant war, dass Luke als zweiter Gitarrist mitspielte. Dies, um das Iron-Maiden-Feeling zu verstärken, erklärte Bayley. Gemeinsam mit Luke Appleton, Gitarre, Chris Appleton, Leadgitarre, Karl Schramm, Bass, und Martin McNee, Drums, trat Bayley als Blaze Bayley Band auf. Bayley war ab 1994 bis 1999 Sänger bei Iron Maiden. Seine speziellen Maiden-Sets spielte Bayley nur an fünf Konzerten auf seiner Tour. Beim Sweden Rock, Rock the Coast in Spanien, Headbangers Open Air in Deutschland, Mannried Open Air und am 10. August beim Dark River Festival in Finnland.

Die Festbesucher waren über die Bühnenshow aus dem Häuschen. Ein Weltstar im kleinen beschaulichen Mannried. «Ich wollte etwas von meiner guten Zeit bei Iron Maiden an die Festivalbesucher weitergeben. Die schöne Zeit als Sänger dort wollte ich mit meinen Songs wieder aufleben lassen. Es war vor 25 Jahren eine wunderbare Zeit bei Iron Maiden, auf die ich sehr stolz bin. Die Fans fragten immer wieder nach Songs von den beiden Alben (The X Factor und Virtual XI), die ich mit Iron Maiden aufgenommen habe. So habe ich nun exklusiv eine Auswahl meiner Lieblingssongs zusammengestellt «, so Bayley.

Es war schön in Mannried

«Es war grossartig, hier auf einer Waldbühne zu spielen. Und am Samstag spielen wir schon als Headliner in Finnland», so der Sänger. Bedenkt man, dass die Bandmitglieder am Morgen um 9 Uhr in der Schweiz eintrafen und sich nur kurz im Hotel erholen konnten, lieferten sie am Abend eine perfekte Show ab. «Genauso arbeite ich auf der Bühne, wie ein Doktor, der operiert. Ich will eine perfekte Show abliefern. Einzig hatte ich Angst, nicht mehr alle Texte präsent zu haben», so Bayley. Da musste der Sänger keine Sorge haben, das Publikum kannte jeden Song und sang kräftig mit.

Es folgten noch Gloria Volt und The Hot Pistons. Am Samstag spielten die Travelin’ Band, Ørefik, The Exiled, Felskinn, Skiltron, Mystic Prophecy und Sinside. «Für uns war es super und wir sind alle zufrieden. Angefangen beim Länderrock bis zum Samstagabend hatten wir ein grosses Publikum angesprochen. Wir möchten uns bei allen Sponsoren, Nachbarn und der Gemeinde für die tolle Unterstützung bedanken», so Mättu Zumbrunnen. Das OK aus vier Personen hatte mit 20 Personen, perfekte Werbung für das Simmental zelebriert. «Was uns noch wichtig wäre: Jedes Jahr haben wir immer weniger Abfall. Die Leute nehmen ihren Müll wieder mit und das freut uns doch sehr», hängte Zumbrunnen an.

Den Auftakt bildete der Ländlerabend

Am Donnerstagabend ist es seit einigen Jahren Tradition, mit dem Länderabend zu starten. Mit dabei waren heuer die Örgelifäger, Kapelle Frohsinn Niederhünigen und der Jodlerklub Bärgrose Zweisimmen. Die Bärgrosen brachten zum Beispiel «Läbensgschicht» und «z’Plange» zu Gehör.

Präsident Edwin Griessen erlebte es so: «Wir durften ein gut organisiertes, mit aufgestellten Leuten und bester Stimmung durchgeführtes Mannrieder Open Air erleben. Vielen Dank für die Gastfreundschaft, wir hatten unter anderem es ‹schöäs Daheim› passend zu dieser schönen Region gesungen.» «Es war der Hammer was hier abging. Der Abend soll ein Dankeschön an unsere Nachbarn sein. Diese erdulden jedes Jahr drei Tage Lärm und das schätzen wir sehr», so Mättu Zumbrunnen.