Zweisimmen Jazz

«Les Papillons» – Eine Augenweide mit Ohrwürmern

Der Klavierstimmer Matthias Simmen hatte ganze Arbeit geleistet. Jetzt musste der 400 Kilogramm schwere Flügel nur noch auf die Bühne gelüpft werden. Zum Glück waren Alexander, Claudio und Chrigel in der Nähe und so konnten wir mit vereinten Kräften schon mal einen Flügel vom Duo «Les Papillons» auf die Bühne bringen. Der zweite Flügel kam zu Fuss, mit der Geige, mühelos.

Les Papillons.

Les Papillons.

Seit dreizehn Jahren flattern «Les Papillons» (Giovanni Reber an der Geige und Michael Giertz am Flügel) nun schon durch die Schweiz, Deutschland, Frankreich und Russland. Letzten Samstag waren sie in der katholischen Kirche von Zweisimmen zu Gast. Die 100 Konzertbesucher hatten kaum eine Idee, was ihnen an diesem Abend geboten werden sollte und das wurde einiges. Wir glauben, so etwas hatten wir in Zweisimmen noch nie gehört und gesehen.

Das erstaunte Publikum wurde in 90 virtuosen Minuten durch vielleicht 100 Melodien geführt.

Es war keinesfalls ein hastig hintereinander gespieltes Potpourri, sondern fantastische und pointiert gespielte Musik aus unterschiedlichsten Genres und Epochen.

Mit Flügel und Violine vermischten die beiden Virtuosen Melodien aus mehreren Jahrhunderten. Auf Abba folgte Vivaldi, auf Mireille Mathieu folgte Beethoven, auf Bach folgte Queen, oder Frank Sinatra auf «dont cry for me Argentina», und immer war alles aus einem Guss perfekt aufeinander abgestimmt.

Die breit gefächerte Palette von Ohrwürmern, die pinken Fracks, die ausgeklügelte Mimik und das schöne Bühnenbild raubten dem Publikum akustisch und optisch den Atem.

Kurz gesagt: Bellissimo.

Jules van Enckevort

Ein Flügel kommt auf die Bühne.

Ein Flügel kommt auf die Bühne.